Archiv
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Dienstwagenbesteuerung (11.03.2011)
Normenkontrollantrag wegen Solidaritätszuschlag unzulässig (11.03.2011)
Vorsteuerabzug bei unzutreffenden Rechnungsangaben (EuGH) (11.03.2011)
Verlängerung der Spekulationsfrist verfassungswidrig (11.03.2011)
Vorerst keine Vorlage zum Bundesverfassungsgericht wegen Steuer-Identifikationsnummer
(11.03.2011)
Musterklagen wegen Verfassungswidrigkeit der Steuer-Identifikationsnummer
(11.03.2011)
Die Abzugseinschränkung beim Arbeitszimmer sind verfassungswidrig (11.03.2011)
Keine Steuerpflicht von Erstattungszinsen (11.03.2011)
Steuerpflicht von Erstattungszinsen für die Körperschaftsteuer (11.03.2011)
Schlechterstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartner (11.03.2011)
Keine vorweggenommenen haushaltsnahen Dienstleistungen (11.03.2011)
Restaurantschecks des Arbeitgebers kein Sachbezug (11.03.2011)
Aufwendungen für Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Bund als
Werbungskosten (11.03.2011)
Aufwendungen für eine heterologe künstliche Befruchtung abzugsfähig
(11.03.2011)
Dachgeschossraum als "häusliches" Arbeitszimmer (11.03.2011)
Aufteilung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende (11.03.2011)
Strafverteidigung bei Handlung ohne Berufsbezug nicht als Werbungskosten abzugsfähig
(11.03.2011)
Abzug von Verpflegungsmehraufwand bei Auswärtstätigkeiten (11.03.2011)
Musterverfahren zum Werbungskostenabzug bei Kapitalerträgen (05.01.2011)
Neue Unternehmerbescheinigung veröffentlicht (05.01.2011)
Studentenwohnung in Berlin steuerpflichtig (05.01.2011)
Der Verkauf einer Internet-Domain ist steuerfrei (05.01.2011)
Geburt rechtfertigt keine Wiedereinsetzung (05.01.2011)
Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall (05.01.2011)
Verpflegungsmehraufwand von Linienbusfahrern (05.01.2011)
Verlustrücktrag aus einem verjährten Verlustentstehungsjahr (05.01.2011)
Kostenlose Broschüre mit Steuertipps für Existenzgründer (16.05.2010)
Einkünfte aus Kapitalvermögen - Bankbescheinigung für die Steuererklärung
(16.05.2010)
ELENA ebenfalls verfassungswidrig? (16.05.2010)
BMF kündigt Umsetzung des Koalitionsvertrages hinsichtlich der Abzugsfähigkeit der
Steuerberatungskosten an (16.05.2010)
Deutscher Steuerberaterverband fordert Wiedereinführung der Abzugsfähigkeit der
Steuerberatungskosten (16.05.2010)
Streichung des Abzugs von Steuerberatungskosten als Sonderausgaben grundgesetzkonform
(16.05.2010)
Vorlagebeschluss aus Niedersachsen in Sachen Solidaritätszuschlag in Karlsruhe
(16.05.2010)
BFH widerspricht Nichtanwendungserlass zum Halbabzugsverbot (16.05.2010)
Anforderungen an die Ausstellung von Rechnungen (16.05.2010)
Abzinsungspflicht für Gesellschafterdarlehen und Rückstellungen (16.05.2010)
Solidaritätszuschlag auch im Jahr 2007 noch verfassungsgemäß (16.05.2010)
Künstliche Befruchtung einer 44 Jahre alten Steuerpflichtigen (16.05.2010)
Einkünfte eines Kindes aus einer zeitweiligen Vollzeiterwerbstätigkeit
(16.05.2010)
Steuerliche Behandlung der aufgelaufenen Zinsen (16.05.2010)
Portal 21 - Informationen zu grenzüberschreitenden Dienstleistungen
(01.05.2010)
Neues Onlineverfahren bei der Künstlersozialkasse für die Künstlersozialabgabe
(01.05.2010)
Vereinfachter Spendenabzug für Erdbebenopfer in Haiti (01.05.2010)
Anwendung des Splittingtarifs für Lebenspartnerschaften? (01.05.2010)
Aufwand für Erststudium doch als Werbungskosten (01.05.2010)
Ermäßigter Umsatzsteuersatz für Hotels führt zu Abgrenzungsproblemen
(01.05.2010)
Gewinn aus Pyramidenspiel steuerpflichtig (01.05.2010)
Abschaffung des "Seeling-Modells" zum 01.01.2011 (01.05.2010)
Beschränkte Abziehbarkeit der Rentenversicherungsbeiträge verfassungsgemäß
(01.05.2010)
Heizkosten für denkmalgeschütztes Schloss (01.05.2010)
Beschränkte Abziehbarkeit von sonstigen Vorsorgeaufwendungen verfassungsgemäß
(01.05.2010)
Laser-Augenoperation steuerfreie Heilbehandlung (01.05.2010)
Keine Gewerbesteuer für bestimmte EDV-Berufsbilder mehr (01.05.2010)
Das Ende vom Aufteilungs- und Abzugsverbot (01.05.2010)
Neue Datenbank ELENA (31.01.2010)
Ermäßigter Umsatzsteuersatz für Beherbergungsleistungen (31.01.2010)
Wachstumsbeschleunigungsgesetz (31.01.2010)
Umsätze aus Mailingaktionen stellen eine einheitliche sonstige Leistung dar
(31.01.2010)
Nachweis der Vermietungsabsicht bei Leerstand (31.01.2010)
Beweispflicht für den Zugang eines Steuerbescheides liegt beim Finanzamt
(31.01.2010)
Verkauf und Ankauf gleichartiger Wertpapiere am selben Tag zu unterschiedlichen Preisen
stellt grundsätzlich keinen Gestaltungsmissbrauch dar (31.01.2010)
Verfassungsbeschwerde gegen die Erbschaftsteuerreform eingereicht (31.01.2010)
Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld wird verlängert (06.01.2010)
Die Besteuerung von Erwerbsminderungsrenten ist verfassungsgemäß (06.01.2010)
Behinderungsbedingter Hausumbau als außergewöhnliche Belastung (06.01.2010)
Festsetzungsverjährung bei Eigenheimzulage für Zweitwohnung im EU-Ausland
(06.01.2010)
EuGH-Vorlagen zur Abgrenzung von Lieferung und sonstiger Leistung bei
Restaurationsdienstleistungen (06.01.2010)
Aufwendungen für staatspolitische Bildungsreisen einer Beamtin sind keine Werbungskosten
(06.01.2010)
Steuerermäßigung nach § 35a EStG auch bei abgekürztem Zahlungsweg (06.01.2010)
Aknebehandlung einer Kosmetikerin unter Arztaufsicht umsatzsteuerfrei
(06.01.2010)
Solidaritätszuschlag ab 2007 verfassungswidrig? (03.12.2009)
Zulagenantrag 2007 für Riester-Rente kann noch bis Ende Dezember 2009 nachgeholt werden
(03.12.2009)
Aufwendungen für einen Spanisch-Sprachkurs in Mexiko können Werbungskosten sein
(03.12.2009)
Preisgelder eines Architekten (03.12.2009)
Wichtige Steueränderungen ab 2010 (03.12.2009)
Solidaritätszuschlag verfassungsgemäß? (03.12.2009)
Verfassungsbeschwerde gegen die Einbeziehung des Mindestelterngeldes in den
Progressionsvorbehalt eingelegt (03.12.2009)
Aberkennung der Gemeinnützigkeit bei Zahlungen an Vereinsvorstand (03.12.2009)
Vorsorgeuntersuchungen sind kein Arbeitslohn (03.12.2009)
Adoptionskosten sind keine außergewöhnlichen Belastungen (03.12.2009)
Kein Unterschied zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft bei VBL (03.12.2009)
Privatnutzung des Betriebs-Pkw durch Gesellschafter-Geschäftsführer bei Nutzungsverbot
(03.12.2009)
Verfassungsmäßigkeit der Gebührenpflicht für verbindliche Auskünfte
(03.12.2009)
Abschaffung der Lohnsteuerkarte aus Papier (01.11.2009)
Inkrafttreten neuer Regelungen zur Zusammenfassenden Meldung (01.11.2009)
Anwendungszeitpunkt des neuen Förderhöchstbetrags für Handwerkerleistungen
(01.11.2009)
Finanzverwaltung gewährt Aussetzung der Vollziehung bezüglich der Aufwendungen für ein
häusliches Arbeitszimmer (01.11.2009)
Ausschluss aus freiwilliger Arbeitslosenversicherung (01.11.2009)
Progressionsvorbehalt beim Elterngeld für Sockelbetrag rechtmäßig (01.11.2009)
Aufwendungen für den Diensthund können Werbungskosten sein (01.11.2009)
Aufwendungen eines Polizisten für Hallenhandball sind keine Werbungskosten
(01.11.2009)
Faktorverfahren für Ehegatten online berechnen (25.10.2009)
Finanzverwaltung gewährt Aussetzung der Vollziehung hinsichtlich der Aufwendungen für ein
häusliches Arbeitszimmer (25.10.2009)
Rückwirkende Einbeziehung von Gebäuden in den Spekulationsgewinn (25.10.2009)
Fälligkeit von Umsatzsteuervorauszahlungen nach dem 10. Januar (25.10.2009)
Die Rentenförderung bei der Riester-Rente verstößt gegen Europarecht
(25.10.2009)
Kosten für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung (25.10.2009)
Gehaltsnachzahlungen vor Geburt des Kindes (25.10.2009)
Rechnungsberichtigungen bei Hauswasseranschlüssen (25.10.2009)
Regelungen zum Arbeitszimmer grundgesetzkonform? (25.10.2009)
Leistungsort bei Schönheitsoperationen (25.10.2009)
Reinigungs- und Bügelkosten für Dienstkleidung (25.10.2009)
Abruf der Stammdaten von Bankkonten durch das Bundeszentralamt für Steuern
(27.09.2009)
Vorbereitung auf Abitur durch Nichtschüler ist Berufsausbildung (27.09.2009)
Umsatzsteuerliche Behandlung der Abwrackprämie (27.09.2009)
Leistungen aus einer Praxisausfallversicherung sind nicht zu versteuern
(27.09.2009)
Ermäßigter Steuersatz für Popcorn und Nachos im Kino (27.09.2009)
Fehlerhafte Ermittlung des Ertragsanteils einer Leibrente als offenbare Unrichtigkeit
(27.09.2009)
Krankenversicherungsbeiträge mindern kindergeldschädliche Einkünfte
(27.09.2009)
Steuerliche Behandlung des Elterngeldes (27.09.2009)
Lottogewinn als Bezug bei der Ermittlung des Jahresgrenzbetrags (27.09.2009)
Der Bundesrat fordert, dass Steuerberatungskosten wieder absetzbar werden sollen
(27.09.2009)
Anspruch auf Ausbildungsfreibetrag erst ab Volljährigkeit (27.09.2009)
Die EU bietet einen neuen Online-Dienst zur Überprüfung der USt-ID-Nummer
(27.09.2009)
Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten (27.09.2009)
Steuerliche Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein Erststudium (27.09.2009)
Ärztlich verordnetes Funktionstraining umsatzsteuerfrei (27.09.2009)
Pkw-Nutzung durch Gesellschafter-Geschäftsführer stellt Arbeitslohn dar
(27.09.2009)
Finanzgericht Baden-Württemberg bejaht den Anspruch auf Eigenheimzulage für Zweitwohnung im
EU-Ausland (27.09.2009)
Zeitliche Begrenzung der Ausübung des Wahlrechts zur Gewinnermittlungsart
(27.09.2009)
Steuerliche Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein Erststudium (27.09.2009)
Grundsatzurteil zur Gebührenpflicht für einen PC mit Internetzugang
(27.09.2009)
Keine Kombination von Entfernungspauschale und tatsächlichen Fahrtkosten bei Behinderten
(27.09.2009)
Nachwuchsförderpreis für fachliche Leistung ist Arbeitslohn (27.09.2009)
Aufteilung der Anschaffungskosten beim Grundstückskauf (27.09.2009)
Finanzämter sollen in Krisenzeiten Kulanz zeigen (27.09.2009)
Rechtsprechungsänderung bei doppelter Haushaltsführung in Wegverlegungsfällen
(27.09.2009)
Aufteilung einer zinslosen Forderung in Tilgungs- und Zinsanteil (27.09.2009)
Abgrenzung vom Arbeitszimmer zu anderweitig beruflich genutzten Räumen
(27.09.2009)
Neuregelung zum Arbeitszimmer ab 2007 zumindest teilweise verfassungswidrig
(27.09.2009)
Der Bundesrat fordert, dass Steuerberatungskosten wieder absetzbar werden sollen
(21.05.2009)
Anspruch auf Ausbildungsfreibetrag erst ab Volljährigkeit (21.05.2009)
Digitale Betriebsprüfung in der Gastronomie (21.05.2009)
Entfernungspauschale (10.05.2009)
Pfändungsfreibetrag auf Girokonto ab 2010 geschützt (10.05.2009)
Das Bundesverfassungsgericht verwirft Beschwerde gegen Fallbeileffekt beim Kindergeld
(10.05.2009)
Steuerabzug (Kapitalertragsteuer) bei losen Personenzusammenschlüssen
(10.05.2009)
Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuchs bei Abweichungen von den Ergebnissen eines
Routenplaners (10.05.2009)
Neue Kfz-Steuer online berechnen (26.04.2009)
Kein Abzug für Arbeitszimmer eines Kapitalanlegers im Jahr 2006 (26.04.2009)
Absenkung der Altersgrenze für Kinder in der Berufsausbildung ist verfassungsgemäß
(26.04.2009)
Einbeziehung von Elterngeld in den Progressionsvorbehalt (19.04.2009)
Bundesrat verabschiedet Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)
(19.04.2009)
Geldauflagen zur Schadenswiedergutmachung sind Werbungskosten (19.04.2009)
Keine pauschale Besteuerung von Betriebsveranstaltung bei geschlossenem Teilnehmerkreis
(19.04.2009)
Keine Pflicht zur Gewinnermittlung auf amtlichem Vordruck (19.04.2009)
Einbau eines Treppenlifts kann außergewöhnliche Belastung sein (19.04.2009)
Rückkehr zur alten Pendlerpauschale (29.03.2009)
1%-Regelung Umrüstung auf Gasbetrieb steuerpflichtig (29.03.2009)
Die Nennung der Ehefrau in Steuerbescheiden an zweiter Stelle ist grundgesetzkonform
(29.03.2009)
Werbungskostenabzug für Depotgebühren (29.03.2009)
Umsatzsteuersatz bei Abgabe von Speisen durch einen Party-Service (29.03.2009)
Angabe des Lieferzeitpunkts als Pflichtangabe in der Rechnung (29.03.2009)
Rückstellungspflicht für Bestandskundenpflege durch Versicherungsmakler
(23.03.2009)
Interprofessionelle Freiberufler-Personengesellschaft (23.03.2009)
Elterngeld: Progressionsvorbehalt für Sockelbetrag? (23.03.2009)
Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung sieht Verbesserungen bei der steuerlichen
Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen vor (23.03.2009)
Renovierung bei Umzug als haushaltsnahe Dienstleistung (25.02.2009)
Rente aus einer Arbeitgeber-Gruppenunfallversicherung stellt Arbeitslohn dar
(25.02.2009)
Meldebescheinigung der Agentur für Arbeit für Kindergeld nicht zwingend erforderlich
(25.02.2009)
Antragsformular zur Umwelt- bzw. Abwrackprämie (25.02.2009)
Keine 1%-Regelung für zur Privatnutzung ungeeigneten Werkstattwagen
(25.02.2009)
Geldgeschenk ohne konkrete Auflage gefährdet Kindergeld (25.02.2009)
Erhalt des Jahresurlaubs auch nach langer Krankheit (25.02.2009)
Steuerklassenwechsel für höheres Elterngeld ist kein Rechtsmissbrauch
(25.02.2009)
Schadensersatzrente wegen Tötung des Ehegatten unterliegt nicht der Einkommensteuer
(25.02.2009)
Gelder aus dem Spielbanktronc sind keine steuerfreien Trinkgelder (03.02.2009)
Abgabefrist der Steuererklärungen für das Kalenderjahr 2008 (24.01.2009)
Einigung auf Konjunkturpaket II (24.01.2009)
Appartment als Arbeitszimmer in einem Mehrfamilienhaus abzugsfähig
(24.01.2009)
Besteuerung der Altersrenten verfassungsmäßig (24.01.2009)
Behindertengerechter Umbau eines Kfz als außergewöhnliche Belastung abziehbar
(24.01.2009)
Rücknahme verkaufter Umzugskartons gegen Entgelt als neue Lieferung
(24.01.2009)
Verpflegungspauschale bei doppelter Haushaltsführung unbeschränkt?
(24.01.2009)
Aufwendungen für Arbeitszimmer bei Unternehmensberater nicht abzugsfähig
(24.01.2009)
Nachzahlungszinsen nicht als Werbungskosten abziehbar (24.01.2009)
Kein Vorsteuerabzug bei unzureichender Leistungsbeschreibung (12.01.2009)
Liebhaberei bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (12.01.2009)
Bei Lohnsteuerbescheinigungen 2009 weiter eTIN verwenden (12.01.2009)
Nutzung eines Dienstwagens für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
(12.01.2009)
Arbeitgeber müssen die Kündigung minderjähriger Arbeitnehmer gegenüber deren Eltern
aussprechen (12.01.2009)
Die Kürzung der Pendlerpauschale ist verfassungswidrig (09.12.2008)
Doch keine Einschränkung des Vorsteuerabzugs beim Kauf von Dienstwagen
(06.12.2008)
Einkünfteerzielungsabsicht bei einer leer stehenden Wohnung (06.12.2008)
Gutachtertätigkeit zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist nicht umsatzsteuerfrei
(06.12.2008)
Ungünstigste Steuerklasse bei Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen durch den
Arbeitgeber (06.12.2008)
Bundestag billigt Erbschaftsteuerreform (02.12.2008)
Umsatzsteuer-Vorauszahlungen als regelmäßig wiederkehrende Ausgaben
(02.12.2008)
Übernahme einer Geldbuße für den Arbeitnehmer stellt Arbeitslohn dar
(02.12.2008)
Einigung bei der Erbschaftsteuerreform wackelt (18.11.2008)
Befreiung von der Kfz-Steuer (18.11.2008)
Kindergeld bei Überschreiten des Jahresgrenzbetrages (18.11.2008)
Abzugsbeschränkung bei Bewirtungsaufwendungen (18.11.2008)
Scheidungsunterhalt durch einmalige Abfindung (18.11.2008)
Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG)
verkündet (06.11.2008)
NLP- und Supervisionskurse können Werbungskosten sein (06.11.2008)
Regierungsentwurf für ein Gesetz zur Förderung von Familien und haushaltsnahen
Dienstleistungen (FamLeistG) (06.11.2008)
Keine Rundfunkgebühr für internetfähigen Computer (06.11.2008)
Gewerbesteuermessbetrag nicht mehr vorläufig (06.11.2008)
Noch immer keine Einigung bei der Erbschaftsteuerreform (12.10.2008)
Abzugsbeschränkung bei Bewirtungsaufwendungen (12.10.2008)
Scheidungsunterhalt durch einmalige Abfindung (12.10.2008)
Entscheidung des Bundesfinanzhofs über die Übertragung der steuerfreien
Abgeordnetenpauschale auf andere Personen (05.10.2008)
Aufteilung des Pflegepauschbetrages nach § 33b EStG (05.10.2008)
Vollzeiterwerbstätigkeit im Rahmen der Berufsausbildung (05.10.2008)
Kindergeldanspruch für ausbildungsplatzsuchendes Kind (05.10.2008)
Veräußerungsverluste bei Gebrauchsgütern (05.10.2008)
Mündliche Verhandlung in Sachen Pendlerpauschale (16.09.2008)
Musterverfahren zum häuslichen Arbeitszimmer (16.09.2008)
Kein doppelter Haushalt bei Wohnen im Wohnmobil (09.09.2008)
Umsatzsteuer bei der Auslagerung von Dienstleistungen durch Banken
(09.09.2008)
Operation einer Fettschürze keine außergewöhnliche Belastung (09.09.2008)
Erneut Klage zum Solidaritätszuschlag anhängig (09.09.2008)
Die Leistungen eines Car-Sharing-Vereins unterliegen dem Regelsteuersatz
(09.09.2008)
Vertragsarztzulassung als immaterielles Wirtschaftsgut (09.09.2008)
Aufwendungen als Betreuer eines Angehörigen sind steuerlich nicht abzugsfähig
(09.09.2008)
Die neue Steueridentifikationsnummer ("Steuer-ID") kommt (08.08.2008)
Allgemeinverfügung bei Einsprüchen bezüglich Einkünften aus Kapitalvermögen
(08.08.2008)
Steuerfreiheit des Arbeitslohns aus einer geringfügigen Beschäftigung
(08.08.2008)
Umsatzsteuerpflicht für Schwangerschaftsabbrüche (08.08.2008)
Rückkehr des halben Vorsteuerabzugs für gemischt genutzte Pkw (03.08.2008)
Kaufzwang führt nicht zur Annahme außergewöhnlicher Belastungen (03.08.2008)
Vorauszahlungen zur Einkommensteuer ab 2009 (13.07.2008)
Wiedereinführung des halben Vorsteuerabzugs für gemischt genutzte Kfz
(13.07.2008)
Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des Gesundheitszustandes des Arbeitnehmers
(13.07.2008)
Entwurf eines Steuerbürokratieabbaugesetzes (13.07.2008)
Deutscher Bundestag beschließt Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts
(29.06.2008)
Ansparabschreibung mindert Gewinn für Buchführungspflichtgrenze (29.06.2008)
Verkauf eines Gebrauchtwagens als privates Veräußerungsgeschäft (19.06.2008)
Keine Zweitwohnungsteuer für Studenten (19.06.2008)
Fahrtkosten im Rahmen einer befristeten Fortbildungsmaßnahme (19.06.2008)
Neuanlage eines Gartens führt nicht zu Werbungskosten beim Arbeitszimmer
(19.06.2008)
Keine Verpflichtung zum Abgleich von Kontonummer und Empfängernamen bei Online-Banking
(19.06.2008)
Solidaritätszuschlag ist nicht verfassungswidrig (04.06.2008)
Keine Aussetzung von Amts wegen im Hinblick auf die Entfernungspauschale
(04.06.2008)
Sprecher von Werbespots sind keine Künstler (04.06.2008)
Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2009 (15.05.2008)
Umsatzsteuerbefreiung für Hippotherapie (15.05.2008)
Sanierung eines dioxinbelasteten Einfamilienhauses (15.05.2008)
Aufwendungen für Allergiebettbezüge und Allergiematratzen (14.05.2008)
Vorläufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anhängige Musterverfahren
(05.05.2008)
Gewinnzuschlag bei unterjähriger Auflösung der Ansparabschreibung nach § 7g
EStG (05.05.2008)
Verdeckte Gewinnausschüttung bei privater Pkw-Nutzung durch einen
Gesellschafter-Geschäftsführer (05.05.2008)
Fahrtkosten eines Polizisten zum Dienstsport (05.05.2008)
Haushaltsnahe Dienstleistungen bei Haushalten in einem Alten- oder Pflegeheim
(08.04.2008)
Aufwendungen für Mediationsverfahren (08.04.2008)
Grundqualifikation und Weiterbildung der Berufskraftfahrer (18.03.2008)
Sonderausgabenabzug von Krankenversicherungsbeiträgen verstößt gegen das Grundgesetz
(16.03.2008)
Keine Vererblichkeit des Verlustabzugs (16.03.2008)
Revisionsverfahren wegen privater Steuerberatungskosten anhängig (15.03.2008)
Steuerpflicht des Preisgeldes für den Kandidaten einer Fernsehshow (15.03.2008)
Einsetzen einer Spirale zur Empfängnisverhütung keine umsatzsteuerfreie Leistung
(15.03.2008)
Der Bezug von Arbeitslosengeld II ersetzt nicht die Meldung als arbeitsuchend
(07.03.2008)
Reinigungskosten bei Bankangestellten (06.03.2008)
Steuerschuldnerschaft für Tabaksteuer (06.03.2008)
Freiberuflichkeit einer ingenieurähnlichen Tätigkeit bei technischen und datenverarbeitenden
Berufen (25.02.2008)
Besteuerung von Finanzinnovationen: Veräußerung von Indexzertifikaten mit Garantiezusage
(24.02.2008)
Einlagerung von Nabelschnurblut für spätere Behandlungszwecke ist nicht zwangsläufig
(24.02.2008)
Kabinett beschließt Erbrechtsreform (05.02.2008)
Beschränkung der Kindergeldberechtigung von Ausländern ist verfassungskonform
(05.02.2008)
Kindergeld und Kinderfreibetrag: Kürzung der Kindeseinkünfte nur um
Sozialversicherungsbeiträge (05.02.2008)
Das Bundesverfassungsgericht soll über die Abschaffung der Pendlerpauschale entscheiden
(23.01.2008)
Die Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte ist verfassungsgemäß
(23.01.2008)
Aufwendungen für Tanzleiterkurs als Werbungskosten (23.01.2008)
Bundesfinanzhof verhandelt über Kürzung der Pendlerpauschale (15.01.2008)
Wegfall der Zweijahresfrist bei Antragsveranlagung (15.01.2008)
Umsatzsteuerliche Behandlung medizinischer Laborleistungen (04.01.2008)
Abzugsbeschränkung für Bewirtungsaufwand bei Schulungsveranstaltungen
(04.01.2008)
Grundsteuererlass bei strukturell bedingter Ertragsminderung (20.12.2007)
Zuzahlung eines Arbeitnehmers zu Fahrzeug-Anschaffungskosten des Arbeitgebers
(20.12.2007)
Vom Arbeitnehmer getragene Benzinkosten bei der pauschalierten Besteuerung nach der
1%-Regelung (20.12.2007)
Was ändert sich bei der Erbschaftsteuer? (12.12.2007)
Eckpunkte für Kfz-Steuerreform beschlossen (11.12.2007)
Besuchskosten für ein Kind nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar
(11.12.2007)
Das Verschwinden eines Betriebsinhabers führt nicht zur Betriebsaufgabe
(11.12.2007)
Aufwendungen für eine Abmagerungskur (02.12.2007)
Datenzugriff des Finanzamtes auf Konten der Finanzbuchhaltung (29.11.2007)
Schulgeld für Schulen in EU-Mitgliedstaaten (29.11.2007)
Umbau eines Großraumbüros in mehrere Einzelbüros (29.11.2007)
Bundeskabinett beschließt Sozialversicherungsrechengrößen 2008 (28.11.2007)
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat den Kindergeldanspruch für ein Kind mit eigenem
Gewerbebetrieb verneint (28.11.2007)
Urteil zur Riester-Zulage (28.11.2007)
Künstlersozialabgabe wird gesenkt (19.10.2007)
Umsatzsteuer-Vorauszahlung als wiederkehrende Ausgabe (19.10.2007)
Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll auf 3,9 % sinken
(09.10.2007)
Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements (09.10.2007)
Durch Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) bedingte Diätkosten sind keine außergewöhnlichen
Belastung (09.10.2007)
Halbabzugsverbot gemäß § 3c Abs. 2 Einkommensteuergesetz verfassungsgemäß
(09.10.2007)
Einkünfteerzielungsabsicht aus Vermietung und Verpachtung (09.10.2007)
Krankengeldleistungen an freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung
unterliegen dem Progressionsvorbehalt (25.09.2007)
Aufwendungen einer unverheirateten Frau für eine künstliche Befruchtung als
außergewöhnliche Belastung (12.09.2007)
Diebstahl eines betrieblichen Pkw anlässlich einer Privatfahrt wirkt nicht gewinnmindernd
(12.09.2007)
Bundeseinheitliches Identifikationsmerkmal für Besteuerungsverfahren (IdNr.)
(07.09.2007)
Vorläufiger Rechtsschutz im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren bei Aufwendungen für Wege
zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Pendlerpauschale) (07.09.2007)
Wohnungskosten bei doppelter Haushaltsführung (06.09.2007)
Übernahme der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwältin durch den
Arbeitgeber ist Arbeitslohn (06.09.2007)
Unternehmensteuerreformgesetz 2008 verkündet (30.08.2007)
Keine Gleichbehandlung eingetragener Lebenspartner mit Ehegatten (22.08.2007)
Jahressteuergesetz 2008 (14.08.2007)
Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung über 2008 hinaus (14.08.2007)
Vorläufige Steuerfestsetzungen im Hinblick auf anhängige Musterverfahren
(09.08.2007)
Nichtabziehbarkeit privater Steuerberatungskosten (09.08.2007)
Erster Prozess vor Finanzgericht wegen Gebührenbelastung bei verbindlicher Auskunft
(09.08.2007)
Keine Mindesthöhen bei Hebesätzen für Gewerbe- und Grundsteuer (29.07.2007)
Kölner Vergnügungssteuer rechtswirksam (29.07.2007)
Unterhaltsleistungen an Verwandte im Ausland (19.07.2007)
Unternehmenssteuerreform zum 01.01.2008 vom Bundesrat beschlossen (15.07.2007)
Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements (15.07.2007)
Das Bundesverfassungsgericht billigt Kontenabruf (15.07.2007)
1%-Regelung für private Kfz-Nutzung auch bei fehlendem Führerschein
(15.07.2007)
Zufluss von Arbeitslohn durch Überlassung einer Jahresnetzkarte (07.07.2007)
Die Kosten eines Ausländers für einen Deutschkurs sind nichtabziehbare Aufwendungen der
Lebensführung (07.07.2007)
Steueridentifikationsnummer (28.06.2007)
Zweitwohnungsteuer für Zweitwohnung bei der Trennung von Ehegatten (28.06.2007)
Geldwerter Vorteil bei Arbeitgeberdarlehen (28.06.2007)
Europäische Union: Anmeldepflicht für Barmittel in Höhe von 10.000 Euro oder
mehr bei Einreise oder Ausreise (17.06.2007)
Bundesweite Service-Rufnummer der Bundesagentur für Arbeit (11.06.2007)
Gutachtenkosten im Zusammenhang mit der Anschaffung von GmbH-Anteilen
(11.06.2007)
Keine Existenzgründereigenschaft in Bezug auf die Ansparrücklage bei Praxisvertretung vor
Niederlassung in eigener Praxis (11.06.2007)
Neuregelung der Künstlersozialversicherung (03.06.2007)
Neues GmbH-Recht beschlossen (24.05.2007)
Abziehbarkeit der privaten Steuerberatungskosten - Deutscher Steuer-
beraterverband wird
Musterprozesse führen (24.05.2007)
Pendlerpauschale - keine Aussetzung der Vollziehung (19.05.2007)
Leichtfertige Steuerverkürzung mit Durchschreiten des grünen Ausgangs
(19.05.2007)
Grundsteuer für selbstgenutzte Einfamilienhäuser verfassungsgemäß (10.05.2007)
Keine Umsatzsteuerrechnung bei Schadensersatz- bzw. Ausgleichs-
zahlungen aus einem
Leasingvertrag (10.05.2007)
Grundsteuererlass bei strukturellem Leerstand (07.05.2007)
Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung für Kinderlose ist recht-
mäßig
(07.05.2007)
Werbungskostenabzug aus Teilnahme an "Anti-Mobbing"-Selbsthilfe-
gruppen
(30.04.2007)
Doppelte Haushaltsführung bei nicht ehelicher Lebensgemeinschaft (27.04.2007)
Veranlagung von Arbeitnehmern bei Eingang der Steuererklärungen nach Ablauf der
Zweijahresfrist (25.04.2007)
Unbegrenzte steuerliche Abzugsfähigkeit von Studienkosten?
Zurückweisung von Aufhebungs- und Änderungsanträgen zur Grundsteuer
Keine vorläufigen Steuerfestsetzungen mehr hinsichtlich des Behinderten-Pauschbetrags
Einschränkung der Pendlerpauschale verfassungswidrig?
Abgeltungssteuer ab 2009
Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts
Erbschaftsteuergesetz verfassungswidrig
Dienstwagenbesteuerung (11.03.2011)
Wenn ein Arbeitnehmer an weniger als 15 Tagen im Monat mit dem Dienstwagen ins Büro fährt oder einen
Großteil der Strecke dafür mit der Bahn zurücklegt, hat sich der BFH an
den tatsächlich mit dem Pkw zurückgelegten Fahrten orientiert. Diese Rechtsprechung wird von der
Finanzverwaltung bisher nicht angewendet. Hier wird zum Einspruch geraten.
Bei der Nutzung von Dienstwagen durch Arbeitnehmer wird sowohl für Privat- als auch Arbeitswegfahrten der
geldwerte Vorteil als Lohnbestandteil ermittelt, welcher lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig ist.
Hierbei hat der Arbeitnehmer für seine Privatfahrten die Wahl zwischen der pauschalen 1%-Methode und der
Fahrtenbuchmethode.
Bei Wahl der 1%-Methode kommen noch für Arbeitswegfahrten 0,03 % des Listenpreises pro Kilometer
hinzu. Hier vertrat die Finanzverwaltung die Auffassung, diese Pauschale sei stets und unabhängig davon, ob
der Arbeitnehmer die Strecke tatsächlich fahre, hinzuzurechnen. Hierzu gibt es nun günstige Rechtsprechungen
des BFH, die die Finanzverwaltung jedoch nicht anwendet (BMF-Schreiben
vom 23.10.2008 - IV C 5 - S 2334/08/10010).
Betroffene sollten die günstigere Berechnung ansetzen und gegen einen ablehnenden Bescheid Einspruch
einlegen unter Berufung auf die anhängigen BFH-Verfahren.
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Normenkontrollantrag wegen Solidaritätszuschlag unzulässig
(11.03.2011)
Das BVerfG hat in seinem Beschluss vom 08.09.2010
(Aktenzeichen 2 BvL 3/10) entschieden, dass die Vorlage zur Verfassungsmäßigkeit des im
Veranlagungszeitraum 2007 erhobenen Solidaritätszuschlags unzulässig ist, weil sich das vorlegende
FG mit der Rechtsprechung zum Wesen der Ergänzungsabgabe nicht hinreichend
auseinandergesetzt habe.
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Vorsteuerabzug bei unzutreffenden Rechnungsangaben
(EuGH) (11.03.2011)
Der EuGH hat mit Urteil vom 15.07.2010 (Aktenzeichen
C 368/09) entschieden, dass die nicht korrekte Angabe des Zeitpunkts einer Dienstleistung in einer
Rechnung nicht dem Abzug der Vorsteuer entgegen steht, sofern sämtliche materiell-rechtlichen Voraussetzungen
für den Vorsteuerabzug erfüllt sind und der Steuerpflichtige der betreffenden Behörde vor Erlass ihrer
ablehnenden Entscheidung eine berichtigte Rechnung zuleitet, in der der zutreffende Zeitpunkt vermerkt
ist.
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Verlängerung der Spekulationsfrist verfassungswidrig
(11.03.2011)
Das BVerfG hat in seinem Beschluss vom 07.07.2010
(Aktenzeichen 2 BvL 14/02, 2 BvL 2/04, 2 BvL 13/05) entschieden, dass
die rückwirkende Verlängerung der Spekulationsfrist bei Grundstücksveräußerungsgeschäften auf zehn Jahre
teilweise verfassungswidrig war.
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Vorerst keine Vorlage zum Bundesverfassungsgericht wegen
Steuer-Identifikationsnummer
(11.03.2011)
Das FG Köln hat in mehreren Musterverfahren (Urteile vom 07.07.2010,
Aktenzeichen 2 K 3093/08, 2 K 3986/08, 2 K 3265/08) die Klagen gegen
die Vergabe der Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) abgewiesen.
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Musterklagen wegen Verfassungswidrigkeit der Steuer-
Identifikationsnummer
(11.03.2011)
Vor dem FG Köln sind am 07.07.2010 vier Musterklagen gegen die
behördliche Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) verhandelt worden. Insgesamt sind bei dem Senat 170 Klagen
gegen die Steuer-ID anhängig, die von den Klägern für verfassungswidrig gehalten werden, da sie den Weg zum
"gläsernen Bürger" vorbereite.
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Die Abzugseinschränkung beim Arbeitszimmer sind
verfassungswidrig (11.03.2011)
Das BVerfG hat in seinem Beschluss vom 06.07.2010
(Aktenzeichen 2 BvL 13/09) entschieden, dass die gesetzlichen Regelungen zur Abzugseinschränkung
für Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in der seit dem Veranlagungszeitraum 2007 geltenden Fassung
mit dem Grundgesetz unvereinbar sind, soweit das Abzugsverbot Aufwendungen auch dann umfasst, wenn für die
betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
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Keine Steuerpflicht von Erstattungszinsen (11.03.2011)
Der BFH hat mit Urteil vom 15.06.2010 (Aktenzeichen
VIII R 33/07) seine bisherige Rechtsprechung geändert und entschieden, dass vom Finanzamt
geleistete Zinsen nach § 233a AO auf Einkommensteuererstattungen
nicht zu versteuern sind.
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Steuerpflicht von Erstattungszinsen für die
Körperschaftsteuer (11.03.2011)
Der BFH hat in seinem Urteil vom 15.06.2010 (Aktenzeichen
VIII R 33/07) unter Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, dass Erstattungszinsen
nach § 233a AO auf nicht abziehbare Steuern beim Empfänger nicht der
Besteuerung unterliegen.
Der entschiedene Fall betraf zwar die Einkommensteuer, jedoch lassen sich die Grundsätze auf die
Körperschaftsteuer übertragen.
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Schlechterstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartner
(11.03.2011)
Das FG Münster hat in seinem Beschluss vom 27.05.2010 (Aktenzeichen
8 V 52/10 GrE) entschieden, dass Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der grunderwerbsteuerlichen
Benachteiligung von Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gegenüber Ehegatten allein nicht genügen,
um die Steuerforderung von der Vollziehung auszusetzen.
Im Streitfall wurde der Antragstellerin nach Beendigung ihrer eingetragenen Lebenspartnerschaft von ihrer
ehemaligen Lebenspartnerin eine Immobilie übertragen. Das Finanzamt setzte hierfür Grunderwerbsteuer fest. Die
Antragstellerin berief sich auf die sinngemäße Anwendung der Vorschrift des § 3 Nr. 5
GrEStG, wonach der Grundstückserwerb durch den früheren Ehegatten
im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung steuerfrei ist.
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Keine vorweggenommenen haushaltsnahen Dienstleistungen
(11.03.2011)
Das FG Münster hat in seinem Urteil vom 21.05.2010 (Aktenzeichen
14 K 1141/08 E) entschieden, dass Aufwendungen für eine Gartengestaltung, die der
Steuerpflichtige zeitlich deutlich vor seinem Einzug in sein Einfamilienhaus hat durchführen lassen, nicht als
- vorweggenommene - haushaltsnahe Dienstleistungen gemäß § 35a Abs. 2
EStG steuerlich berücksichtigt werden können.
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Restaurantschecks des Arbeitgebers kein Sachbezug
(11.03.2011)
Nach einem Urteil des FG Düsseldorf vom 19.05.2010 (Aktenzeichen
15 K 1185/09 H(L)) führt die Ausgabe von Restaurantschecks durch den Arbeitgeber zu steuerbaren
Einnahmen beim Arbeitnehmer, es sei denn, die Schecks lauten auf eine nach Art und Menge konkret bezeichnete
Sache.
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Aufwendungen für Statusfeststellungsverfahren bei der
Deutschen Rentenversicherung Bund als
Werbungskosten
(11.03.2011)
Der BFH hat mit Urteil vom 06.05.2010 (Aktenzeichen
VI R 25/09) entschieden, dass Steuerpflichtige die Aufwendungen, die ihnen im Zusammenhang mit
dem Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Bund entstehen, als Werbungskosten
geltend machen können.
Im Sachverhalt erzielte der Kläger Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit als Geschäftsführer einer GmbH.
Von einem Beratungsunternehmen ließ er erörtern, ob für seine Tätigkeit als Geschäftsführer Beiträge zu den
Sozialversicherungen abgeführt werden müssen.
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Aufwendungen für eine heterologe künstliche Befruchtung
abzugsfähig (11.03.2011)
Das FG Niedersachsen hat - entgegen der Rechtsprechung des
BFH - mit Urteil vom 05.05.2010 (Aktenzeichen 9 K 231/07)
entschieden, dass wegen einer inoperablen Sterilität des Ehemannes verursachte Aufwendungen für eine
künstliche Befruchtung der Ehefrau mit Fremdsamen steuermindernd als außergewöhnliche Belastungen
anzuerkennen sind.
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Dachgeschossraum als "häusliches" Arbeitszimmer
(11.03.2011)
Der BFH hat in seinem Beschluss vom 04.05.2010 (Aktenzeichen
VIII B 63/09; NV) entschieden, dass ein nachträglich zum Arbeitszimmer ausgebauter
Dachgeschossraum in einem Mehrfamilienhaus, der zum Sondereigentum einer zwei Stockwerke tiefer gelegenen
Eigentumswohnung gehört, als "häusliches" Arbeitszimmer anzusehen sein kann.
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Aufteilung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende
(11.03.2011)
Der BFH hat mit Urteil vom 28.04.2010 (Aktenzeichen
III R 79/08) entschieden, dass den Entlastungsbetrag nach § 24b
EStG im gleichen Zeitraum jeweils nur ein Elternteil geltend
machen kann. Ist ein Kind in die Haushalte seiner geschiedenen, alleinstehenden Elternteile jeweils annähernd
gleichwertig aufgenommen, und treffen die Eltern keine Bestimmung über die Zuordnung des Entlastungsbetrags,
folgt dieser grundsätzlich dem Kindergeldbezug.
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Strafverteidigung bei Handlung ohne Berufsbezug nicht als
Werbungskosten abzugsfähig
(11.03.2011)
Das FG Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 15.04.2010 (Aktenzeichen
4 K 2699/06) entschieden, dass Strafverteidigungskosten allenfalls dann als Werbungskosten
abziehbar sein können, wenn die das Strafverfahren betreffende Handlung im Rahmen der beruflichen
Aufgabenerfüllung erfolgte. Der Kläger war wegen Vorteilsannahme zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Das Gericht führte aus, dass Strafverteidigungskosten Folgen kriminellen Verhaltens sind und deshalb, wie auch
die Strafe selbst, in der Regel der privat zu verantwortenden Unrechtssphäre zuzuordnen sind. Andererseits
kann man Strafverteidigungskosten nicht generell vom Werbungskostenabzug ausschließen, da das Steuerrecht
grundsätzlich wertneutral ist. Ein beruflicher Zusammenhang besteht aber nur, wenn die dem Steuerpflichtigen
vorgeworfene Tat ausschließlich und unmittelbar aus seiner betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit heraus
erklärbar ist.
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Abzug von Verpflegungsmehraufwand bei Auswärtstätigkeiten
(11.03.2011)
Nach einem Urteil des FG München vom 03.12.2009 (Aktenzeichen
11 K 1111/06) liegt eine zu einem nach drei Monaten eintretenden Abzugsverbot führende
"längerfristige vorübergehende Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte"
(§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 5 EStG) vor, wenn ein
Unternehmensberater über längere Zeit hinweg nur für einen Auftraggeber jeweils an dessen Betriebssitz
durchschnittlich drei Tage pro Woche tätig ist. Dies soll auch dann gelten, wenn zu keiner Zeit langfristig
wirksame Vereinbarungen über die Dauer der Beratungsleistungen getroffen worden sind.
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Musterverfahren zum Werbungskostenabzug bei
Kapitalerträgen (05.01.2011)
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) unterstützt ein Musterverfahren (Aktenzeichen 6 K 1847/10 E
FG Münster) gegen die Abschaffung des Werbungskostenabzugs bei
Kapitalerträgen. Seit Einführung der Abgeltungsteuer können Werbungskosten, die im Zusammenhang mit
Kapitalanlagen entstehen, nicht mehr gesondert geltend gemacht werden. Vielmehr werden die Werbungskosten mit
dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro pro Jahr und Person (1.602 Euro bei zusammenveranlagten
Ehepaaren) abgegolten. Dies gilt selbst dann, wenn tatsächlich mehr als 801 Euro an Werbungskosten
angefallen sind. Damit können Konto- und Depotgebühren, Verwaltungsgebühren, aber auch Schuldzinsen nicht mehr
abgezogen werden. Besonders betroffen von der Streichung des tatsächlichen Werbungskostenabzugs sind
Steuerzahler, die zur Finanzierung ihrer Kapitalanlage einen Kredit aufgenommen haben. Die Zinsen für die
Finanzierung können seit dem Jahr 2009 nicht mehr steuermindernd berücksichtigt werden.
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Neue Unternehmerbescheinigung veröffentlicht (05.01.2011)
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat die neue Unternehmerbescheinigung für Unternehmer, die im
Inland ansässig sind, veröffentlicht. Mit dem Formular können Unternehmer im Vorsteuer-Vergütungsverfahren
gegenüber Drittstaaten ihre Unternehmereigenschaft nachweisen. Die Bescheinigung wird vom zuständigen
Finanzamt ausgestellt.
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Studentenwohnung in Berlin steuerpflichtig (05.01.2011)
Der BFH hat mit Urteil vom 26.05.2010 (Aktenzeichen
II R 5/08) entschieden, dass ein Student, auch wenn er am Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung
als Hauptwohnsitz keine Verfügungsbefugnis besitzt, für ein Zimmer im Studentenwohnheim in Berlin
Zweitwohnungsteuer zahlen muss.
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Der Verkauf einer Internet-Domain ist steuerfrei (05.01.2011)
Gemäß einem Urteil des FG Köln vom 20.04.2010 (Aktenzeichen
8 K 3038/08) unterliegt der Erlös aus dem Verkauf einer Internet-Domain nicht der
Einkommensteuer, wenn der Verkauf außerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erfolgt und es sich nicht um
einen gewerblichen Verkäufer handelt.
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Geburt rechtfertigt keine Wiedereinsetzung (05.01.2011)
Laut Urteil des FG Baden-Württemberg vom 17.03.2010 (Aktenzeichen
2 K 3539/09) rechtfertigt die Geburt eines Kindes zumindest bei einem komplikationslosen Verlauf
der Geburt keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.
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Aufwendungen im Zusammenhang mit einem
Verkehrsunfall (05.01.2011)
Das FG Nürnberg hat in seinem Urteil vom 04.03.2010 (Aktenzeichen
4 K 1497/2008) - entgegen der in H 9.10 LStH 2010
(Unfallschäden) vertretenen Auffassung der Finanzverwaltung - entschieden, dass die Aufwendungen infolge eines
Verkehrsunfalls neben der Entfernungspauschale nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
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Verpflegungsmehraufwand von Linienbusfahrern (05.01.2011)
Das FG Hamburg hat in seinem Urteil vom 19.02.2010 (Aktenzeichen
6 K 228/09) entschieden, dass Linienbusfahrer keine Fahrtätigkeit i. S. des
§ 4 Abs. 5 Nr. 5 Satz 3 EStG ausüben. Maßgeblich für
die Anerkennung von Verpflegungsmehraufwendungen von Linienbusfahrern ist daher deren arbeitstägliche
Abwesenheitsdauer von der Wohnung und dem Busdepot.
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Verlustrücktrag aus einem verjährten
Verlustentstehungsjahr (05.01.2011)
Laut Urteil des BFH vom 27.01.2010 (Aktenzeichen
IX R 59/08) sind im Verlustentstehungsjahr nicht ausgeglichene Verluste in einen vorangegangenen,
nicht festsetzungsverjährten Veranlagungszeitraum auch dann zurückzutragen, wenn für das
Verlustentstehungsjahr selbst bereits Festsetzungsverjährung eingetreten ist.
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Kostenlose Broschüre mit Steuertipps für Existenzgründer
(16.05.2010)
Das Finanzministerium Baden-Württemberg weist darauf hin, dass es seine kostenlose Broschüre "Steuertipps
für Existenzgründer" grundlegend überarbeitet hat. Die Broschüre steht ab sofort auf den Internetseiten des
Finanzministeriums zum Download bereit.
→ Broschüre "Steuertipps für Existenzgründer"
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Einkünfte aus Kapitalvermögen - Bankbescheinigung für die
Steuererklärung
(16.05.2010)
Nach Einführung der Abgeltungsteuer versenden Banken Bescheinigungen über die Zinserträge oft nur auf
besondere Anforderung ihrer Kunden. Für Kapitalanleger ist es insbesondere in folgenden Fällen sinnvoll, bei
ihrer Bank eine Jahressteuerbescheinigung zu verlangen und diese ihrer Steuererklärung beizufügen und die
Anlage KAP auszufüllen:
- Ein Freistellungsauftrag wurde nicht oder in zu geringer Höhe erteilt. Bis zur Höhe des
Sparer-Pauschbetrages (bei Einzelpersonen 801 Euro und bei Verheirateten 1.602 Euro) können Bürger
ihrer Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Zinseinnahmen bis zur Höhe des
Sparer-Pauschbetrages sind vollständig steuerfrei.
- Der persönliche Steuersatz liegt unter dem Abgeltungsteuersatz von 25 %, und auf der Anlage KAP
wird die sogenannte Günstigerprüfung beantragt.
Daneben sind in bestimmten Fällen die Jahressteuerbescheinigungen erforderlich, z. B. wenn
außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Hier werden die Kapitalerträge vom Finanzamt benötigt, um
die sogenannte zumutbare Eigenbelastung des Steuerzahlers zu ermitteln.
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ELENA ebenfalls verfassungswidrig? (16.05.2010)
Nach Ansicht des Deutschen Steuerberaterverbandes e.V. (DStV) stärkt das Urteil des
Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 02.03.2010 zur Vorratsdatenspeicherung im Rahmen der
Telekommunikationsüberwachung die verfassungsrechtlichen Zweifel an dem Verfahren zum elektronischen
Entgeltnachweis (ELENA).
Im ELENA-Verfahren haben Arbeitgeber monatlich umfangreiche Datensätze an eine zentrale Speicherstelle zu
übermitteln. Hierzu gehören sowohl die Stammdaten der Arbeitnehmer, gezahltes Entgelt, Angaben zu Fehlzeiten,
etwa wegen Elternzeit oder Krankheit, oder auch Details einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses.
Das BVerfG hat nunmehr ausdrücklich den Grundsatz der Datensparsamkeit betont. Eine umfangreiche
Datenspeicherung "auf Vorrat" komme nur zum Schutz für überragend wichtige Rechtsgüter in Betracht. Dies sei
beispielsweise bei der Verfolgung von schwerwiegenden Straftaten oder der Abwehr von Gefahren für Leib, Leben
oder Freiheit von Menschen der Fall.
Hiervon kann bei ELENA jedoch nicht die Rede sein. Der DStV hatte daher bereits im Gesetzgebungsverfahren
von ELENA dafür plädiert, dass Arbeitgeber die benötigten Daten nur anlassbezogen elektronisch an die
öffentliche Stelle zu übermitteln haben.
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BMF kündigt Umsetzung des Koalitionsvertrages hinsichtlich
der Abzugsfähigkeit der
Steuerberatungskosten an
(16.05.2010)
Nachdem die Regierung die Wiedereinführung der Abzugsfähigkeit privater Steuerberatungskosten im
Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, kündigt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) nun die Umsetzung
dieser Zusage an.
Dies wird jedoch voraussichtlich noch nicht im Jahressteuergesetz 2010 umgesetzt werden. Der Deutsche
Steuerberaterverband e.V. (DStV) wird jedoch in seiner Stellungnahme zum Jahressteuergesetz 2010
(JStG 2010) nochmals nachdrücklich auf die Notwendigkeit des Sonderausgabenabzugs hinweisen.
↑ nach oben
Deutscher Steuerberaterverband fordert Wiedereinführung
der Abzugsfähigkeit der
Steuerberatungskosten (16.05.2010)
Vor dem Hintergrund des BFH-Urteils vom 04.02.2010 zum
Sonderausgabenabzug fordert der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) erneut, die seit 2006 gestrichene
Abzugsmöglichkeit für Steuerberatungskosten wieder einzuführen.
↑ nach oben
Streichung des Abzugs von Steuerberatungskosten als
Sonderausgaben grundgesetzkonform
(16.05.2010)
Der BFH hat mit Urteil vom 04.02.2010 (Aktenzeichen
X R 10/08) entschieden, dass die Streichung der Abzugsmöglichkeit von Steuerberatungskosten als
Sonderausgaben ab dem Veranlagungszeitraum 2006 nicht gegen das Grundgesetz verstößt.
Nach Auffassung des Gerichts ist der Gesetzgeber nicht aus verfassungsrechtlichen Gründen verpflichtet, den
Abzug von Steuerberatungskosten zuzulassen. Die Neuregelung verletzt weder das objektive noch das subjektive
Nettoprinzip. Ebenso wird der verfassungsrechtliche Gleichheitssatz nicht verletzt. Schließlich ist ein Abzug
auch im Hinblick auf die Kompliziertheit des Steuerrechts verfassungsrechtlich nicht geboten.
↑ nach oben
Vorlagebeschluss aus Niedersachsen in Sachen
Solidaritätszuschlag in Karlsruhe
(16.05.2010)
Am 20.04.2010 hat das FG Niedersachsen den Vorlagebeschluss in Sachen
Solidaritätszuschlag dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zugeleitet. Der Beschluss beruht auf einem
Verfahren, das der Bund der Steuerzahler (BdSt) bereits im vergangenen Jahr (unter dem Aktenzeichen
7 K 143/08) als Musterprozess vor dem FG gegen die dauerhafte
Erhebung des Solidaritätszuschlags unterstützt hatte.
↑ nach oben
BFH widerspricht Nichtanwendungserlass zum
Halbabzugsverbot (16.05.2010)
Der BFH hat in seinem Beschluss vom 31.03.2010 (Aktenzeichen
IX B 227/09) klargestellt, dass entgegen dem Nichtanwendungserlass der Finanzverwaltung der Abzug
von Erwerbsaufwand im Zusammenhang mit Einkünften aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften
nicht dem Halbabzugsverbot unterliegt, wenn dem Steuerpflichtigen keinerlei durch seine Beteiligung
vermittelten Einnahmen zufließen.
↑ nach oben
Anforderungen an die Ausstellung von Rechnungen
(16.05.2010)
Der BFH hat in seinem Beschluss vom 05.02.2010 (Aktenzeichen
XI B 31/09; nv) nochmals klargestellt, dass allgemeine Beschreibungen wie "Trockenbauarbeiten",
"Fliesenarbeiten" und "Außenputzarbeiten" nicht den Anforderungen an die Leistungsbeschreibung einer zum
Vorsteuerabzug berechtigenden Rechnung entsprechen.
↑ nach oben
Abzinsungspflicht für Gesellschafterdarlehen und
Rückstellungen (16.05.2010)
Mit Urteil vom 27.01.2010 (Aktenzeichen I R 35/09) hat der
BFH entschieden, dass unverzinsliche Gesellschafterdarlehen abgezinst
werden müssen, wenn sie zwar keine feste Laufzeit haben, die Darlehensnehmerin aber am Bilanzstichtag mit
einer Fortdauer der Kapitalüberlassung für mindestens weitere zwölf Monate rechnen kann.
Auch eine Zweckbindung des Darlehens begründet keine Verzinslichkeit i. S. des
§ 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 2 EStG, mit der die
Abzinsungspflicht entfallen würde.
Eine Verbindlichkeitsrückstellung ist ebenfalls mit 5,5 % abzuzinsen, wenn sie aus der Sicht des
Bilanzstichtags voraussichtlich mindestens zwölf Monate Bestand haben wird.
↑ nach oben
Solidaritätszuschlag auch im Jahr 2007 noch
verfassungsgemäß (16.05.2010)
Das FG Köln hat mit Urteil vom 14.01.2010 (Aktenzeichen
13 K 1287/09) entschieden, dass der Solidaritätszuschlag auch im 13. Jahr seiner Erhebung
verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Nach Auffassung des Gerichts ist das Solidaritätszuschlaggesetz
(SolZG) verfassungsgemäß zu Stande gekommen. Der Solidaritätszuschlag ist eine Ergänzungsabgabe, für die eine
zeitliche Befristung nicht erforderlich ist.
Der 13. Senat teilt damit nicht die Meinung des Niedersächsischen FG,
das in seiner Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) von der Verfassungswidrigkeit des
Solidaritätszuschlages für das Jahr 2007 ausgegangen ist (Az. 7 K 143/08). Auch das
FG Münster hatte in einer Entscheidung vom 08.12.2009 (Az.
1 K 4077/08 E) bereits die Verfassungsmäßigkeit des Solidaritätszuschlags bejaht. Der Senat hat
die Revision zum BFH zugelassen.
↑ nach oben
Künstliche Befruchtung einer 44 Jahre alten Steuerpflichtigen
(16.05.2010)
Das FG Niedersachsen hat mit Urteil vom 20.10.2009 (Aktenzeichen
15 K 495/08) entschieden, dass die Kosten einer künstlichen Befruchtung (hier durch eine
Invitro-Fertilisation) einer 44 Jahre alten Steuerpflichtigen jedenfalls dann als außergewöhnliche Belastung
zu berücksichtigen sind, wenn ein Erstattungsanspruch gegen die Krankenversicherung nicht besteht.
↑ nach oben
Einkünfte eines Kindes aus einer zeitweiligen
Vollzeiterwerbstätigkeit
(16.05.2010)
Nach einem Urteil des FG Düsseldorf vom 30.09.2009 (Aktenzeichen
15 K 4679/08 Kg) endet mit der Aufnahme einer Vollzeiterwerbstätigkeit ungeachtet der weiteren
Fortdauer der Berufsausbildung des Kindes der dem Grunde nach vorliegende Berücksichtigungstatbestand. Somit
sind die ab diesem Zeitpunkt erzielten Einkünfte nicht in die Berechnung des Jahresgrenzbetrags für den
Kindergeldanspruch mit einzubeziehen.
↑ nach oben
Steuerliche Behandlung der aufgelaufenen Zinsen
(16.05.2010)
Nach einem Urteil des FG Hessen vom 16.09.2009 (Aktenzeichen
4 K 1900/07) ist der beim Erwerb einer gebrauchten Lebensversicherung aufgelaufene Zinsanteil im
Veranlagungszeitraum des Erwerbs weder als negative Einnahme aus Kapitalvermögen noch als Werbungskosten zu
berücksichtigen, vielmehr handelt es sich um Anschaffungskosten der Lebensversicherung.
↑ nach oben
Portal 21 - Informationen zu grenzüberschreitenden
Dienstleistungen (01.05.2010)
Mit der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie wird es künftig sowohl für Unternehmer als auch für
Verbraucher leichter, grenzüberschreitend Dienstleistungen im europäischen Binnenmarkt in Anspruch zu
nehmen.
Das neue Portal 21 informiert dabei über den Rechtsrahmen für Dienstleistungen im europäischen Ausland
und über wichtige Gebiete wie das Zivilrecht, das Insolvenzrecht und den gewerblichen Rechtsschutz.
→ Portal 21
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Neues Onlineverfahren bei der Künstlersozialkasse für die
Künstlersozialabgabe
(01.05.2010)
Die Künstlersozialkasse (KSK) bietet abgabepflichtigen Unternehmern nun die Möglichkeit, ihre Meldung der
Künstlersozialabgabe in einem elektronischen Formularcenter online zu erstellen und online zu übermitteln.
Alle abgabepflichtigen Verwerter können ihre Jahresmeldung, die bis zum 31. März an die KSK
übermittelt werden muss, nun über das Formularcenter schnell und einfach absenden. Aber auch Unternehmer, die
erstmalig überprüfen lassen wollen, ob sie zur Zahlung der Künstlersozialabgabe verpflichtet sind, finden
dafür schnell die richtige Unterlage. Diejenigen, die bereits wissen, dass sie zum Kreis der abgabepflichtigen
Unternehmen gehören und erstmals ihren Meldepflichten nachkommen, können dies ebenfalls über das
Formularcenter erledigen.
Das Formularcenter erreichen Sie hier:
→ Künstlersozialkasse
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Vereinfachter Spendenabzug für Erdbebenopfer in Haiti
(01.05.2010)
Für die steuerliche Geltendmachung von Spenden an die Erbebenopfer von Haiti gilt folgender vereinfachter
Zuwendungsnachweis ohne betragsmäßige Beschränkung für alle Zahlungen, die auf Sonderkonten, die von
inländischen juristischen Personen des öffentlichen Rechts, inländischen öffentlichen Dienststellen oder von
den amtlich anerkannten Verbänden der freien Wohlfahrtspflege eingerichtet wurden, geleistet werden:
Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung (z. B. Kontoauszug) eines Kreditinstitutes oder der
PC-Ausdruck bei Online-Banking
Soweit bis zum 31.01.2010 im Hinblick auf die bundeseinheitlich ergangenen Verwaltungsanweisungen
Zuwendungen nicht auf ein Sonderkonto, sondern auf ein Konto der o. a. Spendenempfänger geleistet wurden,
gilt auch hier der vereinfachte Zuwendungsnachweis.
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Anwendung des Splittingtarifs für Lebenspartnerschaften?
(01.05.2010)
Beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) sind unter den Aktenzeichen 2 BvR 909/06 und
2 BvR 288/07 mittlerweile zwei Verfahren wegen der Rechtsfrage anhängig, ob die Versagung der
Zusammenveranlagung und des Splittingtarifs für Lebenspartnerschaften verfassungsrechtlich bedenklich ist.
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Aufwand für Erststudium doch als Werbungskosten
(01.05.2010)
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) unterstützt ein neues Musterverfahren vor dem
FG Münster (Aktenzeichen 11 K 4489/09 F). Dabei geht es um die
Klärung der Frage, ob die Kosten eines typischen Erststudiums im Anschluss an das Abitur, den Wehrdienst, den
Zivildienst oder ein soziales Jahr als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
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Ermäßigter Umsatzsteuersatz für Hotels führt zu
Abgrenzungsproblemen
(01.05.2010)
Die Umsatzsteuersenkung für das Hotelgewerbe von 19 % auf 7 % beschert Hotels und Finanzämtern
viel Arbeit, da sich erhebliche Abgrenzungsprobleme ergeben.
So gehören zur steuerbegünstigten Beherbergungsleistung der Strom im Zimmer, Bettwäsche, Handtücher,
Reinigung, Schuhputz- und Nähzeug sowie der Weckdienst. Der volle Steuersatz von 19 % hingegen wird auf
alle anderen Leistungen erhoben: Tagungsräume, Parkplätze, Essen, Telefon, Pay-TV sowie Wellnessangebote.
Keine Beherbergungsleistungen und somit voll besteuert werden dagegen die Überlassung von Wohnmobilen,
Wohnanhängern, Hausbooten und Yachten, die Beförderungen in Schlafwagen der Eisenbahnen, die Überlassung von
Kabinen auf Seeschiffen durch einen Unternehmer, der auch die Beförderungsleistung erbringt und die
Vermittlung von Beherbergungsleistungen.
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Gewinn aus Pyramidenspiel steuerpflichtig (01.05.2010)
Das FG Münster hat mit Urteil vom 18.01.2010 (Aktenzeichen
5 K 1986/06 E) entschieden, dass Gelder, die ein Steuerpflichtiger aus der Teilnahme an einem
Pyramidenspiel bezieht, als sonstige Einkünfte gemäß § 22 Nr. 3
EStG der Einkommensteuer unterliegen. Es handelt sich bei den
Geldern nicht um grundlos zugewandte Geschenke.
Im vorliegenden Sachverhalt beteiligte sich der Kläger an einem sog. Schenkkreis, der einen
pyramidenförmigen Aufstieg vom "Knappen" zum "König" zuließ. Neue Mitspieler, die auch der Kläger angeworben
hatte, konnten durch eine als Schenkung bezeichnete Zuwendung an den jeweiligen "König" in den Schenkkreis
einsteigen. Der Kläger vereinnahmte auf diese Weise 210.000 Euro, die das Finanzamt - nach Abzug eines
Teilnahmeeinsatzes - der Besteuerung nach § 22 Nr. 3 Satz 1
EStG unterwarf. Das Gericht verneinte das Vorliegen einer
Schenkung, da der Kläger durch die Anwerbung neuer Mitspieler eine konkrete Gegenleistung erbracht habe.
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Abschaffung des "Seeling-Modells" zum 01.01.2011
(01.05.2010)
Am 15.01.2010 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union (ABl.) die jüngste Richtlinie zur Änderung der
Mehrwertsteuersystemrichtlinie (MwStSystRL) veröffentlicht. Die Änderungen betreffen auch den Vorsteuerabzug
bei gemischt genutzten Grundstücken.
Mit der Einführung des Art. 168a in die MwStSystRL kann der Vorsteuerabzug bei gemischt genutzten
Grundstücken dann nicht mehr zu 100 % gewährt werden. Soweit ein dem Unternehmen zugeordnetes Grundstück
vom Unternehmer sowohl für unternehmerische Zwecke als auch für seinen privaten Bedarf oder den seines
Personals oder allgemein für unternehmensfremde Zwecke verwendet wird, darf bei Ausgaben im Zusammenhang mit
diesem Grundstück nur noch der Teil der Umsatzsteuer als Vorsteuer abgezogen werden, der auf die Verwendung
des Grundstücks für unternehmerische Zwecke entfällt. Ändert sich der Verwendungsanteil des Grundstücks, so
werden diese Änderungen nach den in dem betreffenden Mitgliedstaat geltenden Vorschriften (in Deutschland
voraussichtlich über § 15a UStG) berücksichtigt.
Gemäß Art. 2 der RL 2009/162/EU vom 22.12.2009 haben die Mitgliedstaaten den neuen Art. 168a
bis zum 01.01.2011 in nationales Recht umzusetzen.
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Beschränkte Abziehbarkeit der Rentenversicherungsbeiträge
verfassungsgemäß
(01.05.2010)
Der BFH hat in seinen Urteilen vom 18.11.2009 und 09.12.2009
(Aktenzeichen X R 6/08, X R 34/07 und X R 28/07) entschieden, dass
keine verfassungsrechtlichen Bedenken dagegen bestehen, dass im zeitlichen Geltungsbereich des
Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) geleistete Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen als
Sonderausgaben nur beschränkt abziehbar sind.
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Heizkosten für denkmalgeschütztes Schloss (01.05.2010)
Das FG Münster hat mit Urteil vom 19.11.2009 (Aktenzeichen
8 K 1089/06 E) entschieden, dass die Heiz- und Betriebskosten eines dem Denkmalschutz
unterstehenden und zu eigenen Wohnzwecken genutzten Schlosses steuerlich nicht als außergewöhnliche
Belastungen abzugsfähig sind, selbst wenn die regelmäßige Beheizung zur Erhaltung der historischen
Gebäudesubstanz erforderlich ist.
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Beschränkte Abziehbarkeit von sonstigen
Vorsorgeaufwendungen verfassungsgemäß
(01.05.2010)
Der BFH hat in seinem Urteil vom 18.11.2009 (Aktenzeichen
X R 6/08) die Verfassungsmäßigkeit der Regelung über die Abziehbarkeit von sonstigen
Vorsorgeaufwendungen bestätigt.
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Laser-Augenoperation steuerfreie Heilbehandlung
(01.05.2010)
Das FG Münster hat mit Urteil vom 08.10.2009 (Aktenzeichen
5 K 3452/07 U) entschieden, dass die Beseitigung einer Fehlsichtigkeit durch Laserbehandlung
operativ zur Heilung einer Krankheit führt und somit umsatzsteuerfrei ist. Auch wenn sich das Tragen einer
Brille, als kosmetisch-ästhetischer Aspekt, anschließend erübrigt, lässt sich die Laserbehandlung nicht mit
einer Schönheitsoperation vergleichen.
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Keine Gewerbesteuer für bestimmte EDV-Berufsbilder mehr
(01.05.2010)
Der BFH hat in seinen Urteilen vom 22.09.2009 (Aktenzeichen
VIII R 31/07, VIII R 63/06 und VIII R 79/06) weitere EDV-Berufe als
freiberufliche Tätigkeit angesehen, die nicht der Gewerbesteuerpflicht unterliegen. Neben dem sogenannten
Software Engineering zählt auch die Administratorentätigkeit, die Betreuung, individuelle Anpassung und
Überwachung von Systemsoftware sowie die Tätigkeit als leitender Manager von großen IT-Projekten zu den
freiberuflichen Arbeiten, sofern die übrigen Voraussetzungen gegeben sind.
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Das Ende vom Aufteilungs- und Abzugsverbot (01.05.2010)
Der BFH hat mit Beschluss vom 21.09.2009 (Aktenzeichen
GrS 1/06) entschieden, dass bei gleichzeitig beruflich und privat veranlassten Reisen die
Aufwendungen in abziehbare Werbungskosten oder Betriebsausgaben und nicht abziehbare Aufwendungen für die
private Lebensführung aufgeteilt werden können, wenn die beruflich veranlassten Zeitanteile feststehen und
nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
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Neue Datenbank ELENA (31.01.2010)
Am 1. Januar 2010 begann das wohl größte Datenerfassungs- und Datenvernetzungsprojekt, das es in
Deutschland bisher gegeben hat. Das Vorhaben ELENA steht für "Elektronischer Entgeltnachweis". In diesem
Verfahren sind Arbeitgeber von sofort an verpflichtet, die Einkommensdaten ihrer Beschäftigten an eine
zentrale Speicherstelle zu melden. Erfasst werden rund 40 Millionen Beschäftigte.
Das Projekt soll nach der Gesetzesbegründung die Arbeitgeber entlasten. Sie werden von 2012 an von der
Pflicht entbunden, Entgeltbescheinigungen für ihre Mitarbeiter auf Papier auszudrucken. Die Arbeitnehmer
erhalten dann stattdessen eine Scheckkarte. Wenn sie Sozialleistungen beantragen, übergeben sie die Karte dem
Sachbearbeiter der Behörde zum Datenabruf. So soll die Bearbeitung von Anträgen auf Arbeitslosengeld oder
Wohngeld beschleunigt und der Sozialbetrug verhindert werden.
Gegen das Verfahren wurde heftige Kritik laut. Die Liste der über ELENA zu meldenden Daten umfasst
mittlerweile mehr als 40 Seiten. Von einer Entlastung der Arbeitgeber kann hier wohl nicht gesprochen
werden.
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Ermäßigter Umsatzsteuersatz für Beherbergungsleistungen
(31.01.2010)
Das Bayerische Landesamt für Steuern (BayLfSt) hat auf seiner
→ Webseite
Informationen zur Einführung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für Beherbergungsleistungen ab dem 01.01.2010
veröffentlicht.
Nach der neuen Nr. 11 in § 12 Abs. 2 UStG
unterliegt die Vermietung von Wohn- und Schlafräumen, die ein Unternehmer zur kurzfristigen Beherbergung von
Fremden bereithält, dem ermäßigten Steuersatz. Gleiches gilt für die kurzfristige Vermietung von
Campingflächen. Als kurzfristig kann dabei in der Regel ein Zeitraum von weniger als sechs Monaten angesehen
werden. Von der Steuerermäßigung ausdrücklich ausgenommen sind gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 2
UStG n.F. solche Leistungen, die nicht unmittelbar der
Vermietung dienen, auch wenn diese Leistungen mit dem Entgelt für die Vermietung abgegolten sind. Dazu gehören
z. B. die Verpflegung, der Zugang zu Telefon und Internet, die TV-Nutzung ("pay per view"), die
Getränkeversorgung aus der Minibar, Wellnessangebote, Überlassung von Tagungsräumen usw. Die Neuregelung tritt
am 01.01.2010 in Kraft. Sie ist damit auf Umsätze anzuwenden, die ab diesem Stichtag ausgeführt werden.
Bei einer kurzfristigen Vermietung über den Jahreswechsel 2009/2010 ist zu prüfen, ob Teilleistungen
vorliegen. Solche sind gegeben, wenn für bestimmte Teile einer Leistung das Entgelt gesondert vereinbart wird.
Bei Beherbergungsbetrieben wird in der Regel ein gesondertes Entgelt pro Übernachtung vereinbart, so dass
insoweit Teilleistungen vorliegen, die jeweils mit dem Ende der Übernachtung beendet sind. Der ermäßigte
Steuersatz ist in diesen Fällen auf Übernachtungen anzuwenden, die nach dem 31.12.2009 enden.
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Wachstumsbeschleunigungsgesetz (31.01.2010)
Am 30.12.2009 wurde das Wachstumsbeschleunigungsgesetz im Bundesgesetzblatt (BGBl I S. 3950)
veröffentlicht. Es tritt planmäßig zum 01.01.2010 in Kraft und enthält u. a. folgende Änderungen:
Einkommensteuer
- Die Freibeträge für Kinder werden von insgesamt 6.024 Euro auf 7.008 Euro angehoben. Zugleich
wird das Kindergeld ab dem 01.01.2010 um 20 Euro je Kind erhöht.
- Wiedereinführung der Möglichkeit zur Sofortabschreibung von Wirtschaftsgütern mit Anschaffungskosten von
bis zu 410 Euro. Alternativ wird ein Wahlrecht zur Bildung eines Sammelpostens für alle
Wirtschaftsgüter zwischen 150 und 1.000 Euro zugelassen.
- Dauerhafte Einführung der höheren Freigrenze von 3 Mio. Euro bei der Zinsschranke.
- Einführung eines Vortrags des EBITDA bei der Zinsschranke rückwirkend ab dem Jahr 2007 für einen
Zeitraum von jeweils fünf Jahren.
- Verbesserung der Anwendung der sog. Escape-Klausel bei der Zinsschranke für deutsche Konzerne.
Körperschaftsteuer
- Zulassung des Übergangs der Verluste in Höhe der stillen Reserven bei Beteiligungserwerben an
Körperschaften. Durch die Neuregelung im Rahmen der Verlustabzugsbeschränkungen bleiben die nicht genutzten
Verluste in Höhe der stillen Reserven des steuerpflichtigen inländischen Betriebsvermögens der Gesellschaft
erhalten, die auf den anteiligen Beteiligungserwerb entfallen.
- Zulassung des Abzugs von Verlusten bei bestimmten konzerninternen Umgliederungen.
- Aufhebung der zeitlichen Beschränkung bei der mit dem Bürgerentlastungsgesetz eingeführten
körperschaftsteuerlichen Sanierungsklausel. Verlustvorträge im Sanierungsfalle bleiben damit unbefristet
erhalten.
Gewerbesteuer
- Reduzierung des gewerbesteuerlichen Hinzurechnungssatzes bei Miet- und Pachtzinsen für die Benutzung von
unbeweglichen Wirtschaftsgütern von 65 auf 50 % .
Umsatzsteuer
- Absenkung des Umsatzsteuersatzes bei Beherbergungsleistungen im Hotel- und Gastronomiegewerbe auf
7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG n.F.).
Die Ermäßigung umfasst sowohl die Umsätze des klassischen Hotelgewerbes als auch kurzfristige Beherbergungen
in Pensionen, Fremdenzimmern und vergleichbaren Einrichtungen.
Erbschaftsteuer
- Senkung der Steuerbelastung für Geschwister und Geschwisterkinder bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer
durch einen neuen Steuertarif von 15 bis 43 %.
- Die erforderliche Mindestlohnsumme, die ein Betrieb einhalten muss, um die Verschonung
(Regelverschonung) ungekürzt erhalten zu können, wird von derzeit 650 auf 400 % herabgesetzt.
Der Zeitraum, für den die Lohnsumme zu überwachen ist, wird von sieben auf fünf Jahre verringert. Zusätzlich
sollen auch Betriebe, die nicht mehr als 20 Beschäftigte haben, nicht der Lohnsummenregelung
unterliegen.
- Der Behaltenszeitraum, in dem der Betrieb in seiner Substanz fortgeführt werden muss, um die Verschonung
(Regelverschonung) ungekürzt erhalten zu können, wird von derzeit sieben auf fünf Jahre
herabgesetzt.
- Im Fall der Option des Erwerbers für eine vollständige Verschonung (Optionsverschonung) wird in
Nr. 1 die erforderliche Lohnsumme, die ein Betrieb einhalten muss, auf 700 % und in Nr. 2 der
Behaltenszeitraum, in dem der Betrieb in seiner Substanz fortgeführt werden muss, auf sieben Jahre
herabgesetzt.
- Die geänderten Vorschriften des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) sind nach der allgemeinen
Anwendungsregelung erstmals auf Erwerbe anzuwenden, für die die Steuer nach dem 31.12.2009 entsteht.
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Umsätze aus Mailingaktionen stellen eine einheitliche sonstige
Leistung dar
(31.01.2010)
Gemäß Urteil des BFH vom 15.10.2009 (Aktenzeichen
XI R 52/06) führt ein Unternehmer, der im Rahmen sogenannter "Mailingaktionen" ein Bündel von
Leistungen zur Planung, Herstellung, Verteilung und Erfolgskontrolle von Serienbriefen erbringt, gegenüber
seinen Auftraggebern eine einheitliche sonstige Leistung und nicht die steuerermäßigte Lieferung von
Druckschriften aus.
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Nachweis der Vermietungsabsicht bei Leerstand (31.01.2010)
Das FG München hat mit Urteil vom 14.10.2009 (Aktenzeichen
1 K 845/09) entschieden, dass im Fall eines langjährigen Wohnungsleerstands die bloße langjährige
erfolglose Wiederholung von Vermietungsanzeigen bei gleichzeitigem Beharren des Steuerpflichtigen auf die
Anforderungen hinsichtlich der Miethöhe wie der Person des Mieters keine ernsthafte und nachhaltige
Vermietungsbemühung darstellt. Ein Werbungskostenabzug scheidet in diesen Fällen aus. Im Urteilsfall stand die
Wohnung bereits zehn Jahre lang leer.
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Beweispflicht für den Zugang eines Steuerbescheides liegt
beim Finanzamt
(31.01.2010)
Nach einem Urteil des BFH vom 29.04.2009 (Aktenzeichen
X R 35/08) liegt die Beweispflicht für den Zugang des Steuerbescheides beim Finanzamt. Wird vom
Steuerpflichtigen der Zugang eines Steuerbescheides bestritten, trägt die Finanzbehörde die volle
Beweispflicht sowohl für den Zugang als auch für den Zeitpunkt des Zugangs. In diesem Fall kommt die Führung
eines Anscheinsbeweises nicht in Frage. Es bestehen keinerlei Beweiserleichterungen.
Die Beurteilung ist grundsätzlich anders, wenn vom Steuerpflichtigen nur der verspätete Zugang eines
Verwaltungsaktes behauptet wird.
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Verkauf und Ankauf gleichartiger Wertpapiere am selben Tag
zu unterschiedlichen Preisen
stellt grundsätzlich keinen
Gestaltungsmissbrauch dar (31.01.2010)
Werden Wertpapiere, die innerhalb der Jahresfrist des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
EStG mit Verlust veräußert werden, dann am selben Tage in gleicher
Art und Anzahl, aber zu unterschiedlichem Kurs wieder gekauft, so liegt hier kein Gestaltungsmissbrauch nach
§ 42 AO vor.
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Verfassungsbeschwerde gegen die Erbschaftsteuerreform
eingereicht (31.01.2010)
Der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Dietrich Murswiek hat drei Verfassungsbeschwerden beim
Bundesverfassungsgericht (BVerfG) eingereicht. Er bestreitet dabei in erster Linie die Zuständigkeit des
Bundes.
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Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld wird verlängert
(06.01.2010)
Mit einer Verordnung hat das Bundeskabinett beschlossen, die Bezugsfrist für das Kurzarbeitergeld zu
verlängern. Wird mit der Kurzarbeit im Jahr 2010 begonnen, kann Kurzarbeitergeld bis zu 18 Monate (ohne
Verordnung nur sechs Monate) gezahlt werden.
Bis zum 31.12.2009 galt eine Bezugsfrist von 24 Monaten. Diese Regelung behält aber ihre Gültigkeit für
Betriebe, die mit der Kurzarbeit in 2009 begonnen haben.
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Die Besteuerung von Erwerbsminderungsrenten ist
verfassungsgemäß (06.01.2010)
Das FG Münster hat in seinem Urteil vom 29.12.2009 (Aktenzeichen
8 K 1745/07 E) dargelegt, dass aus seiner Sicht keine verfassungsrechtlichen Bedenken an der ab
2005 geltenden Rentenbesteuerung bestehen, und zwar auch nicht in Bezug auf die neu geregelte Besteuerung von
Erwerbsminderungsrenten.
Der durch das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) geänderte
§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG
erfasse alle Leistungen aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, d. h. auch Renten wegen verminderter
Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten. Für eine Fortgeltung der Begünstigungsregelung des
§ 55 Abs. 2 EStDV fehle es an der
gesetzlichen Grundlage. Das Gericht sah weder verfassungsrechtliche Bedenken in Bezug auf die seit 2005
geltende Besteuerung der Altersrenten, noch sah es in der seit 2005 deutlich erhöhten Besteuerung von
Erwerbsminderungsrenten einen Grundrechtsverstoß. Die erhebliche steuerliche Mehrbelastung stelle keinen
verfassungswidrigen Eingriff in die Eigentumsgarantie der Klägerin dar. Ein Verstoß gegen den
Gleichbehandlungsgrundsatz sei ebenfalls nicht gegeben.
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Behinderungsbedingter Hausumbau als außergewöhnliche
Belastung (06.01.2010)
Nach einem Urteil des BFH vom 22.12.2009 (Aktenzeichen
VI R 7/09) können Aufwendungen für den behindertengerechten Umbau eines Hauses als
außergewöhnliche Belastungen abziehbar sein, wenn sie so stark unter dem Gebot der sich aus der Situation
ergebenden Zwangsläufigkeit stehen, dass der mit dem Umbau erlangte Gegenwert angesichts der Gesamtumstände
des Einzelfalles in den Hintergrund tritt.
Im entschiedenen Urteilsfall erlitt im Jahr 1999 ein inzwischen verstorbener Ehemann einen schweren
Schlaganfall, der längere Rehabilitations- und Kurmaßnahmen zur Folge hatte und zu einer Schwerbehinderung mit
einem Grad der Behinderung von 100 mit den Merkzeichen G, aG, H und RF führte. Um dem Ehemann weiterhin ein
Leben in seiner gewohnten Umgebung zu ermöglichen und ihm den Aufenthalt in einem Pflegeheim zu ersparen,
nahmen die Ehegatten im Streitjahr 2000 verschiedene Umbaumaßnahmen an ihrem Einfamilienhaus vor (z. B.
Bau einer Rollstuhlrampe, Einrichtung eines behindertengerechten Bades und Umwandlung des Arbeitszimmers in
einen Schlafraum). Die von der Krankenkasse nicht übernommenen Umbaukosten machten die Eheleute in Höhe von
139.715,34 DM in ihrer Einkommensteuererklärung für das Streitjahr 2000 als außergewöhnliche Belastung
geltend.
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Festsetzungsverjährung bei Eigenheimzulage für
Zweitwohnung im EU-Ausland
(06.01.2010)
Das FG Niedersachsen hat mit Urteil vom 28.10.2009 (Aktenzeichen
9 K 146/09) entschieden, dass Inländer keinen Anspruch auf Eigenheimzulage für ihre in einem
Mitgliedstaat der EU belegene Zweitwohnung haben, wenn für das betreffende Jahr bereits Festsetzungsverjährung
eingetreten ist. Der EuGH hatte erst mit Urteil vom 17.01.2008
(Aktenzeichen C-152/05) entschieden, dass § 2 Satz 1
EigZulG, der eine Eigenheimzulage nur für im Inland belegene
Immobilien vorsah, mit den gemeinschaftsrechtlichen Grundsätzen der Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit
unvereinbar ist.
Im entschiedenen Streitfall begehrten die im Inland wohnenden Kläger die Eigenheimzulage für ihre
Ferienimmobilie in Spanien rückwirkend für die Jahre 2001 und 2002. Das Finanzgericht hat dies verneint, da
bereits Festsetzungsverjährung eingetreten war.
Die Revision wurde zugelassen.
Auch beim FG Köln sind derzeit mehrere Verfahren anhängig, in denen
Eigenheimzulage für im EU-Raum belegene Immobilien beantragt wird, obwohl nach Auffassung der Finanzverwaltung
teilweise bereits Festsetzungsverjährung eingetreten ist.
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EuGH-Vorlagen zur Abgrenzung von Lieferung und sonstiger
Leistung bei
Restaurationsdienstleistungen (06.01.2010)
Der BFH hat dem EuGH
mehrere Fragen vorgelegt, die die Abgrenzung von Restaurationsleistungen (Dienstleistungen) und Lieferungen
von Nahrungsmitteln betreffen (BFH-Beschlüsse vom 15.10.2009 - Aktenzeichen XI R 6/08 und
XI R 37/08 - und vom 27.10.2009 - Aktenzeichen V R 3/07 und
V R 35/08).
Eine Lieferung würde dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % unterliegen, eine Restaurationsleistung -
anders als in anderen Mitgliedstaaten - dagegen mit dem Regelsteuersatz von 19 % besteuert werden. Von
besonderer Bedeutung ist daher die Beurteilung als Lieferung oder Dienstleistung.
In den anhängigen Verfahren geht es um die Beurteilung der Abgabe von Speisen aus einem Imbisswagen mit
Verzehrtheken bzw. Ablagebrettern, der Abgabe von Speisen in Kino-Foyers und der Leistungen eines
Party-Service-Unternehmens.
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Aufwendungen für staatspolitische Bildungsreisen einer
Beamtin sind keine Werbungskosten
(06.01.2010)
Das FG Saarland hat mit Urteil vom 08.10.2009 (Aktenzeichen
2 K 1127/07) entschieden, dass Aufwendungen für staatspolitische Bildungsreisen eines Beamten
unabhängig davon, ob der Beamte hierfür Sonderurlaub erhalten hat oder nicht, keine Werbungskosten bei den
Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit sind. Im vorliegenden Fall sah das Gericht keine hinreichend
konkrete, durch die berufliche Tätigkeit gegebene Veranlassung der Reisen.
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Steuerermäßigung nach § 35a EStG auch bei abgekürztem
Zahlungsweg
(06.01.2010)
Gemäß Urteil des FG Sachsen vom 18.09.2009 (Aktenzeichen
4 K 645/09) muss die Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Handwerkerleistungen
auch dann gewährt werden, wenn die Handwerkerleistungen im abgekürzten Zahlungsweg vom Konto eines Dritten,
z. B. den Eltern des Steuerpflichtigen, beglichen werden.
Das von § 35a Abs. 2 Satz 5 EStG vorgeschriebene
Erfordernis unbarer Zahlungsvorgänge geht laut Ansicht des Gerichts nicht so weit, dass das Geld zwingend vom
Konto des Steuerpflichtigen selbst überwiesen sein muss.
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Aknebehandlung einer Kosmetikerin unter Arztaufsicht
umsatzsteuerfrei
(06.01.2010)
Das FG Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 14.05.2009 (Aktenzeichen
6 K 2763/07) beschlossen, dass eine Kosmetikerin, die gegenüber einem Arzt dadurch Leistungen
erbringt, dass sie an seinen Patienten Aknebehandlungen vornimmt, die der Arzt mit einem Pauschalbetrag
vergütet, eine heilberufliche Tätigkeit im Sinne des § 4 Nr. 14 Satz 1
UStG 2000 ausübt.
Im vorliegenden Sachverhalt war die Kosmetikerin zu der Aknebehandlung auf Grund einer Zusatzausbildung in
Dermatologie befähigt. Außerdem handelte es sich um eine wissenschaftlich anerkannte und empfohlene
Zusatztherapie, die sie nach ärztlichen Vorgaben und unter ärztlicher Aufsicht ausführte. Die
Therapiemaßnahmen wurden nach der Gebührenordnung für Ärzte vom Hautarzt abgerechnet und von den
Beihilfestellen und den privaten Krankenkassen erstattet. Auch wenn die Klägerin keinen "Katalogberuf" ausübte
und auch nicht über die hierfür erforderliche berufliche Befähigung verfügte, ist dennoch von einem
Befähigungsnachweis der Klägerin für die Durchführung der Heilbehandlungen auszugehen, da diese Leistungen von
den Sozialversicherungsträgern finanziert werden. Die Leistungen dienen - gleichgültig ob sie durch einen Arzt
oder von der Klägerin erbracht werden - der Behandlung von Krankheiten (Akne).
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Solidaritätszuschlag ab 2007 verfassungswidrig? (03.12.2009)
Das Niedersächsische Finanzgericht hält die andauernde Erhebung des Solidaritätszuschlags für
verfassungswidrig und hat das Klageverfahren mit dem Aktenzeichen 7 K 143/08 dem
Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vorgelegt.
Das Gericht war davon überzeugt, dass die Ergänzungsabgabe nach dem Solidaritätszuschlagsgesetz (SolzG)
spätestens ab dem Jahr 2007 ihre verfassungsrechtliche Berechtigung verloren hat. Eine Ergänzungsabgabe dient
nach Auffassung des Gerichts nur zur Deckung vorübergehender Bedarfsspitzen. Mit dem Solidaritätszuschlag
sollen die Kosten der deutschen Einheit finanziert werden. Hierfür besteht jedoch nach Auffassung des Gerichts
kein vorübergehender, sondern ein langfristiger Bedarf, der nicht durch die Erhebung einer Ergänzungsabgabe
gedeckt werden darf.
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Zulagenantrag 2007 für Riester-Rente kann noch bis Ende
Dezember 2009 nachgeholt werden
(03.12.2009)
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) weist darauf hin, dass Altersvorsorgesparer, die im
Jahr 2007 einen Altersvorsorgevertrag abgeschlossen und bisher noch keinen Zulagenantrag gestellt haben, dies
über ihren Produktanbieter bis spätestens Ende Dezember 2009 nachholen müssen, um sich die Zulage für das Jahr
2007 zu sichern.
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Aufwendungen für einen Spanisch-Sprachkurs in Mexiko
können Werbungskosten sein
(03.12.2009)
Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 23.09.2009 (Aktenzeichen 2 K 1025/08)
entschieden, dass die Aufwendungen für einen Spanisch-Sprachkurs in Mexiko abzugsfähige Werbungskosten sein
können.
Bei dem Kläger handelte es sich um einen bei einer Fluglinie angestellten Steward, der die Position eines
Chefstewards anstrebte. Die Beförderung zum Chefsteward setzt neben Englisch die Beherrschung einer weiteren
Fremdsprache voraus.
Das Gericht kam zu der Ansicht, dass der Kurs, der außerhalb der EU stattgefunden hat, laut Vortrag des
Klägers zu deutlich geringeren Kosten geführt hat. Durch Vorlage des Stunden- und Kursplans konnte außerdem
überzeugend dargelegt werden, dass die Reise beruflich veranlasst und die Befriedigung privater Interessen von
lediglich untergeordneter Bedeutung gewesen ist. Weiterhin fand der Sprachkurs während eines vom Arbeitgeber
genehmigten Bildungsurlaubs statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision wurde nicht
zugelassen.
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Preisgelder eines Architekten (03.12.2009)
Gemäß einem Urteil des Finanzgerichts Münster vom 16.09.2009 (Aktenzeichen 10 K 4647/07 F)
gehören Preisgelder eines freiberuflichen Architekten zu dessen steuerpflichtigen Betriebseinnahmen, wenn die
Preisverleihung betriebsbezogen ist und das Preisgeld wirtschaftlich den Charakter eines leistungsbezogenen
Entgelts hat.
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Wichtige Steueränderungen ab 2010 (03.12.2009)
Folgende wichtige Steueränderungen werden sich ab 2010 ergeben:
- Einführung des Faktorverfahrens beim Lohnsteuerabzug
Bisher können Ehegatten zwischen den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV/IV wählen. Ab dem kommenden
Jahr wird eine weitere Steuerklassenkombination eingeführt: die Steuerklasse IV mit Faktor. Mit dem neuen
Faktorverfahren wird erreicht, dass bei jedem Ehegatten mindestens die ihm persönlich zustehenden
Steuerentlastungen beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden (Grundfreibetrag, Vorsorgepauschale). Diese
neue Steuerklassenkombination kann beim zuständigen Finanzamt gegen Vorlage beider Steuerkarten der Eheleute
beantragt werden.
- Verbesserter Abzug von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung
Bisher waren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge nur begrenzt steuerlich absetzbar. Auf Grund eines
Urteils des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) hatte die Regierung mit dem Bürgerentlastungsgesetz den
vollen Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen ab 2010 beschlossen. Arbeitnehmer, die Anspruch
auf Krankengeld haben, müssen dabei jedoch einen Abzug i.H.v. 4 % in Kauf nehmen. Ursprünglich
sollte im Gegenzug der Abzug weiterer Versicherungen wie Unfall-, Haftpflicht-, oder bestimmte Renten- oder
Kapitallebensversicherungen gestrichen werden. Dieses Vorhaben wurde zwar nicht umgesetzt, dafür aber der
Abzug für diese Versicherungen der Höhe nach begrenzt. Hier gilt ein Höchstbetrag i.H.v.
1.900 Euro für alle, die einen steuerfreien Zuschuss zur Krankenversicherung erhalten oder
einen Beihilfeanspruch haben und diesen Betrag nicht bereits bei den Kranken- und
Pflegeversicherungsbeiträgen ausgeschöpft haben, und von 2.800 Euro für diejenigen, die ihre
Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge allein zahlen müssen.
- Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag wird auf 8.004 Euro für Alleinstehende und auf 16.009 Euro für
Verheiratete angehoben.
- Kindergeldanspruch
Der Höchstbetrag der unschädlichen Einkünfte und Bezüge von volljährigen Kindern, für die Anspruch auf
Kindergeld besteht, wird von bisher 7.680 Euro auf 8.004 Euro angehoben.
- Kindergeld, Kinderfreibetrag
Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung aus CDU/CSU und FDP sieht eine Anhebung des Kindergeldes um
weitere 20 Euro auf 184 Euro vor. Im gleichen Zug steigt der Kinderfreibetrag von
6.024 Euro auf 7.008 Euro.
- Rürup-Rente
Beiträge in eine Basisversicherung, wie zum Beispiel in eine Rürup-Rente, sind 2010 mit 70 %
von maximal 20.000 Euro als Sonderausgaben absetzbar. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag
(§ 10 Abs. 3 Einkommensteuergesetz - EStG).
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Solidaritätszuschlag verfassungsgemäß? (03.12.2009)
Vor dem Niedersächsischen Finanzgericht ist derzeit unter dem Aktenzeichen 7 K 143/08 ein
Verfahren anhängig, in dem geklärt werden soll, ob der Solidaritätszuschlag auch noch für das Jahr 2007
festgesetzt werden durfte. Ein Termin zur mündlichen Verhandlung wurde auf den 25.11.2009 anberaumt.
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Verfassungsbeschwerde gegen die Einbeziehung des
Mindestelterngeldes in den
Progressionsvorbehalt eingelegt
(03.12.2009)
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) und der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) unterstützen die
Verfassungsbeschwerde eines Steuerzahlers aus Bayern in Bezug auf die Frage, ob das Mindestelterngeld i.H.v.
300 Euro (sogenannter Sockelbetrag) dem Progressionsvorbehalt unterliegt.
Nach Ansicht der beiden Verbände stellt das Mindestelterngeld eine reine Sozialtransferleistung und keine
Lohnersatzleistung dar. Damit wäre das Mindestelterngeld nicht steuersatzerhöhend zu berücksichtigen. Es wird
empfohlen, bis zur endgültigen Klärung der Rechtslage gegen entsprechende Steuerfestsetzungen Einspruch
einzulegen und das Ruhen des Verfahrens zu beantragen. Zur Begründung sollten die Steuerzahler auf die beim
Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anhängige Beschwerde verweisen.
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Aberkennung der Gemeinnützigkeit bei Zahlungen an
Vereinsvorstand (03.12.2009)
Ein gemeinnütziger Verein, der nicht ausdrücklich die Vergütung des Vorstandes regelt und dennoch
Tätigkeitsvergütungen zahlt, verstößt damit gegen das Gebot der Selbstlosigkeit. Laut Bundesministerium der
Finanzen (s. BMF-Schreiben vom 14.10.2009) kann von einer Aberkennung der Gemeinnützigkeit aus
Billigkeitsgründen abgesehen werden, wenn bis zum 14.10.2009 keine unangemessen hohen Zahlungen geleistet
wurden und die Mitgliederversammlung bis zum 31.12.2010 eine entsprechende Satzungsänderung beschließt, die
Tätigkeitsvergütungen zulässt.
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Vorsorgeuntersuchungen sind kein Arbeitslohn (03.12.2009)
Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf vom 30.09.2009 (Aktenzeichen
15 K 2727/08 L) liegt keine Zuwendung von Arbeitslohn durch den Arbeitgeber vor, wenn er seinen
Mitarbeitern die kostenlose Teilnahme an ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen ("Gesundheits-Check" bzw.
"Manageruntersuchung") anbietet.
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Adoptionskosten sind keine außergewöhnlichen Belastungen
(03.12.2009)
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 15.09.2009 (Aktenzeichen 3 K 1841/06)
können Adoptionskosten steuerlich nicht als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden.
Im vorliegenden Fall hatten die Kläger in ihrer Einkommensteuerveranlagung die Kosten für die Adoption
ihres Sohnes bei den außergewöhnlichen Belastungen geltend gemacht. Dies wurde vom Finanzamt mit der
Begründung abgelehnt, dass Adoptionskosten nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) keine
außergewöhnlichen Belastungen darstellen. Im Klageverfahren trugen die Kläger vor, dass das Lebensbild des
kinderlosen Singles oder des kinderlosen Ehepaares als anstößig, egoistisch und unsolidarisch gelte. Daher
würden sich auch ungewollt Kinderlose dem gesellschaftlichen Makel der Kinderlosigkeit ausgesetzt sehen.
Diesem latenten Vorwurf könnten sich ungewollt Kinderlose nur durch Adoption entziehen, was die
Berücksichtigung der Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen rechtfertige.
Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht und führte aus, dass es keine Rechtspflicht gibt, Kinder zu
haben. Eine Zwangsläufigkeit aus sittlichen Gründen ist ebenfalls nicht gegeben. Sittliche Motive müssten so
stark sein, dass eine andere Entscheidung kaum möglich sei, d. h. der Steuerpflichtige müsste bei
Unterlassung der Adoption vor anderen als "unsittlich" oder "unanständig" gelten. Im Streitfall fehlt es an
einer solchen sittlichen Verpflichtung der Kläger.
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Kein Unterschied zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft bei
VBL (03.12.2009)
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat mit Beschluss vom 07.07.2009 (Aktenzeichen
1 BvR 1164/07) entschieden, dass die Regelung zur Hinterbliebenenrente in der Satzung der VBL
(§ 38 VBLS), die nur verheiratete Arbeitnehmer begünstigt, gegen das Grundgesetz verstößt. Die
betriebliche Hinterbliebenenversorgung für verheiratete Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes im Rahmen der
Zusatzversorgung der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder muss rückwirkend ab dem 01.01.2005 auch auf
eingetragene Lebenspartner angewendet werden.
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Privatnutzung des Betriebs-Pkw durch Gesellschafter-
Geschäftsführer bei Nutzungsverbot
(03.12.2009)
Das Finanzgericht Niedersachsen hat mit Urteil vom 19.03.2009 (Aktenzeichen 11 K 83/07)
entschieden, dass in den Fällen, in denen ein Gesellschafter-Geschäftsführer einen Betriebs-Pkw ohne
entsprechende Genehmigung der Gesellschaft für private Zwecke nutzt, eine verdeckte Gewinnausschüttung
anzusetzen ist. Ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug ist in diesen Fällen nicht gegeben. Gegen das Urteil wurde
Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegt (Aktenzeichen VI R 43/09).
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Verfassungsmäßigkeit der Gebührenpflicht für verbindliche
Auskünfte (03.12.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat bekanntgegeben, dass das unter dem Aktenzeichen VIII R 22/08
anhängige Verfahren zur Verfassungsmäßigkeit der Gebührenpflicht für verbindliche Auskünfte aus
verfahrensrechtlichen Gründen ohne Sachentscheidung erledigt ist.
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Abschaffung der Lohnsteuerkarte aus Papier (01.11.2009)
Die Lohnsteuerkarte 2010 ist die letzte Lohnsteuerkarte aus Papier, die wir in unserem Briefkasten finden.
Ab 2011 wird sie durch ein elektronisches Verfahren zur Erhebung der Lohnsteuer ersetzt.
Die Einführung des elektronischen Verfahrens erfolgt stufenweise. Die Lohnsteuerkarte 2010 wird bis in das
Jahr 2011 hinein gültig sein. Arbeitgeber dürfen die Karte also nicht bereits Ende 2010 vernichten, sondern
behalten sie noch ein weiteres Jahr. Bei Wechsel der Arbeitsstelle nimmt der Arbeitnehmer die Lohnsteuerkarte
wie bisher mit. Für alle Änderungen und Eintragungen ist ab 2011 das Finanzamt zuständig.
Ab dem Jahr 2012 wird die Finanzverwaltung dem Arbeitgeber die notwendigen Merkmale für die Besteuerung des
Arbeitnehmers übermitteln. Alle Daten werden dann beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) gespeichert. Der
Arbeitgeber fragt beim BZSt nach den notwendigen Daten, um sie dann in das Lohnkonto des Beschäftigten zu
übernehmen. Diese Daten werden auch Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) genannt. Der Arbeitnehmer muss bei
Beginn des Arbeitsverhältnisses lediglich seine steuerliche Identifikationsnummer und das Geburtsdatum
angeben.
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Inkrafttreten neuer Regelungen zur Zusammenfassenden
Meldung (01.11.2009)
Ab dem 01.01.2010 sind Unternehmer verpflichtet, in ihrer Zusammenfassenden Meldung auch die gem.
§ 3a Abs. 2 Umsatzsteuergesetz (UStG) 2010 im übrigen Gemeinschaftsgebiet ausgeführten
steuerpflichtigen sonstigen Leistungen, für die der in einem anderen Mitgliedstaat ansässige
Leistungsempfänger die Steuer dort schuldet, anzugeben (§ 18a Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 UStG 2010).
Weiterhin sind gem. § 18a Abs. 4 UStG in der ab dem 01.01.2010 geltenden Fassung für
innergemeinschaftliche Warenlieferungen, innergemeinschaftliche sonstige Leistungen und innergemeinschaftliche
Dreiecksgeschäfte gesonderte Angaben in der Zusammenfassenden Meldung zu machen.
Weitere Informationen hierzu und die ab dem 01.01.2010 anzuwendenden Vordrucke der Zusammenfassenden
Meldungen finden Sie auf den Internetseiten des Bundeszentralamtes für Steuern (BZSt):
→
Zusammenfassende Meldung (ZM)
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Anwendungszeitpunkt des neuen Förderhöchstbetrags für
Handwerkerleistungen
(01.11.2009)
Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz verhandelt demnächst unter dem Aktenzeichen 3 K 2002/09, ob
eine Panne des Gesetzgebers dazu führt, dass Bürger ihre Handwerkerkosten bereits rückwirkend für das Jahr
2008 bis zum Höchstbetrag von 1.200 Euro von der Steuerschuld abziehen können. Seit 2009 beträgt
der Steuervorteil 20 % des in den Rechnungen ausgewiesenen Handwerkerlohns, maximal
1.200 Euro. In den Jahren zuvor berücksichtigte das Finanzamt nur bis zu 600 Euro
(§ 35a Abs. 3 Einkommensteuergesetz - EStG).
Ende des Jahres 2008 wurde die entsprechende Vorschrift in zwei verschiedenen Änderungspaketen
überarbeitet. Da die Übergangsregelungen nicht genau aufeinander abgestimmt wurden, besteht Hoffnung, dass der
neue Höchstbetrag von 1.200 Euro eventuell bereits für das Jahr 2008 anzuwenden ist. Betroffene
Steuerzahler sollten daher gegen den Steuerbescheid für 2008 Einspruch einlegen und außerdem einen Antrag auf
Ruhen des Verfahrens stellen. Die Finanzverwaltung wird Anträgen auf Ruhen des Verfahrens aus Gründen der
Zweckmäßigkeit stattgeben.
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Finanzverwaltung gewährt Aussetzung der Vollziehung
bezüglich der Aufwendungen für ein
häusliches
Arbeitszimmer (01.11.2009)
Mit Schreiben vom 06.10.2009 (Aktenzeichen IV A 3 - S 0623/09/10001) weist das
Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Finanzämter an, Anträgen auf Aussetzung der Vollziehung, in denen ab
Veranlagungszeitraum 2007 Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht werden,
stattzugeben.
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Ausschluss aus freiwilliger Arbeitslosenversicherung
(01.11.2009)
Das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen hat mit Urteil vom 05.10.2009 (Aktenzeichen
19 AL 74/08) entschieden, dass wer drei Monate mit seinen Beiträgen zur freiwilligen
Arbeitslosenversicherung in Verzug gerät, den Versicherungsschutz auch ohne Mahnung der Bundesagentur für
Arbeit verliert.
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Progressionsvorbehalt beim Elterngeld für Sockelbetrag
rechtmäßig (01.11.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Beschluss vom 21.09.2009 (Aktenzeichen VI B 31/09)
entschieden, dass nach dem eindeutigen Gesetzeswortlaut das nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
(BEEG) gezahlte Elterngeld dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Dies gilt auch dann, wenn lediglich der
Sockelbetrag nach § 2 Abs. 5 BEEG geleistet wird.
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Aufwendungen für den Diensthund können Werbungskosten
sein (01.11.2009)
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen vom 29.07.2009 (Aktenzeichen 14 K 20/08)
ist der Diensthund eines Polizei-Hundeführers ein Arbeitsmittel. Er dient unmittelbar der Erledigung der
dienstlichen Aufgaben des Diensthundführers; die Haltung des Diensthundes ist keine Angelegenheit der
persönlichen Lebensführung.
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Aufwendungen eines Polizisten für Hallenhandball sind keine
Werbungskosten
(01.11.2009)
Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 19.06.2009 (Aktenzeichen 5 K 2517/07)
entschieden, dass ein Polizeibeamter Aufwendungen für eine sportliche Betätigung nur dann als Werbungskosten
abziehen kann, wenn fest steht, dass die sportliche Betätigung nahezu ausschließlich beruflich veranlasst
ist.
Im vorliegenden Fall legte der Polizeivollzugsbeamte seinen Antrag und die von seinem Dienstvorgesetzten
unterschriebene Genehmigung vor, die sportliche Betätigung "Hallenhandball" als dienstliche Veranstaltung i.S.
der §§ 30 ff. Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) anzuerkennen. Desweiteren einen "Sporterlass"
des Landes Nordrhein-Westfalen, in dem ausgeführt wurde, dass es zur Erhaltung der körperlichen Fitness
erforderlich ist, dass die Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten auch in ihrer Freizeit Sport
betreiben.
Eine Trennung der entstandenen Aufwendungen in einen beruflichen und einen privaten Bereich oder die
Aufteilung nach objektiven Merkmalen ist jedoch nach Auffassung der Gerichts nicht möglich, denn das
körperliche Training ist für alle Lebensbereiche gleichermaßen sinnvoll und dient der allgemeinen Fitness und
Gesundheitsvorsorge.
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Faktorverfahren für Ehegatten online berechnen (25.10.2009)
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) stellt auf seinen Internetseiten in Kürze eine
Berechnungsmöglichkeit für das neue Verfahren für den Lohnsteuerabzug durch Arbeitnehmer-Ehegatten
(sogenanntes "Faktorverfahren") bereit. Damit sollen Arbeitnehmer-Ehegatten die steuerlichen Auswirkungen der
jeweiligen Steuerklassenkombination prüfen können.
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Finanzverwaltung gewährt Aussetzung der Vollziehung
hinsichtlich der Aufwendungen für ein
häusliches
Arbeitszimmer (25.10.2009)
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat die Finanzämter angewiesen, Anträgen auf Aussetzung der
Vollziehung stattzugeben, mit denen im Rechtsbehelfsverfahren begehrt wird, Aufwendungen für ein häusliches
Arbeitszimmer über die Regelungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Einkommensteuergesetz (EStG)
i. d. F. des Steueränderungsgesetzes 2007 hinaus steuermindernd zu berücksichtigen (siehe hierzu
BMF-Schreiben vom 06.10.2009 - IV A 3 - S 0623/09/10001).
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Rückwirkende Einbeziehung von Gebäuden in den
Spekulationsgewinn (25.10.2009)
In seinem Beschluss vom 17.08.2009 (Aktenzeichen 10 K 3918/05 E) hält das Finanzgericht
Münster die für Grundstücksveräußerungen nach dem 31.12.1998 geltende Änderung des
§ 23 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) durch das Steuerbereinigungsgesetz vom
22.12.1999 für verfassungswidrig. Es hat das finanzgerichtliche Verfahren ausgesetzt und die Frage der
Verfassungswidrigkeit der die Rückwirkung vorsehenden Anwendungsregelung des § 52 Abs. 39 EStG
dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vorgelegt.
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Fälligkeit von Umsatzsteuervorauszahlungen nach dem
10. Januar (25.10.2009)
Die vom Bundesfinanzhof (BFH) begründete Ausnahmeregelung, dass Umsatzsteuervorauszahlungen als regelmäßig
wiederkehrende Ausgaben zu qualifizieren sind, ist nicht anzuwenden, wenn sich deren Fälligkeit durch
§ 108 Abs. 3 Abgabenordnung (AO) auf einen Zeitpunkt nach dem 10. Januar verschiebt.
Das ist am 10.01.2009 (Samstag) und 10.01.2010 (Sonntag) der Fall.
Als "kurze Zeit" ist nach ständiger Rechtsprechung ein Zeitraum von höchstens zehn Tagen anzusehen. Der
Zeitraum kann auch in besonderen Einzelfällen nicht erweitert werden. Nach diesen Grundsätzen fällt eine wegen
§ 108 Abs. 3 AO i.V.m. § 18 Abs. 1 Satz 3 Umsatzsteuergesetz (UStG) zu einem
Zeitpunkt nach dem 10. Januar fällige Umsatzsteuervorauszahlung nicht in den Anwendungsbereich des
§ 11 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 11 Abs. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG). In diesem
besonderen Fall sind daher die allgemeinen Grundsätze des § 11 Abs. 1 Satz 1 bzw.
§ 11 Abs. 2 Satz 1 EStG zu befolgen. Eine Berücksichtigung der Umsatzsteuererstattung bzw.
-zahlung im Kalenderjahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit scheidet aus. Diese Behandlung entspricht
insbesondere dem Grundsatz, dass es sich bei den Regelungen des § 11 Abs. 1 Satz 2 bzw.
§ 11 Abs. 2 Satz 2 EStG um eng begrenzte und nicht verallgemeinerungsfähige Ausnahmeregelungen
vom Zu- und Abflussprinzip handelt.
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Die Rentenförderung bei der Riester-Rente verstößt gegen
Europarecht
(25.10.2009)
Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 10.10.2009 (Aktenzeichen C269/07) wird durch die
Regelungen zur Riester-Rente die freie Wahl des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes in der Europäischen Union
(EU) unzulässig eingeschränkt. Deutschland muss daher in drei entscheidenden Punkten eine Neuregelung
treffen:
- "Mallorca-Rentner": Bisher mussten Rentner, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen wollten
und ausländische Arbeitnehmer, die nach dem Ende ihrer beruflich aktiven Zeit wieder in die Heimat
zurückkehrten, die Riester-Förderung - zumindest teilweise - zurückzahlen.
- "Inlandsimmobilie": Das im Riester-Verfahren angesparte Kapital durfte bisher nur für den Kauf
einer Immobilie in Deutschland verwendet werden.
- "Grenzgänger": Bislang wurden nur solche Riester-Sparer gefördert, die auch in Deutschland
uneingeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. Arbeitet ein Steuerpflichtiger, der im Ausland wohnt, in
Deutschland und zahlt auch im Ausland Einkommensteuer, war er bisher von der staatlichen Riester-Förderung
ausgeschlossen.
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Kosten für ein Erststudium nach abgeschlossener
Berufsausbildung (25.10.2009)
Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 16.09.2009 (Aktenzeichen VI R 14/07) sind die
durch das Studium veranlassten Kosten dann Werbungskosten, wenn dem Studium bereits eine berufliche Ausbildung
vorangegangen ist.
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Gehaltsnachzahlungen vor Geburt des Kindes (25.10.2009)
Nach einem Urteil des Landessozialgerichts (LSG) Nordrhein-Westfalen vom 26.08.2009 (Aktenzeichen
L 13 EG 25/09) erhöht vor der Geburt eines Kindes nachgezahltes Gehalt das Elterngeld auch dann,
wenn es sich um eine Nachzahlung aus dem vorangegangenen Kalenderjahr handelt. Bei der Bemessung des
Elterngeldes nicht berücksichtigt werden dagegen Gehaltsnachzahlungen, die Eltern erst nach der Geburt des
Kindes erhalten.
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Rechnungsberichtigungen bei Hauswasseranschlüssen
(25.10.2009)
Soweit Wasserversorgungsunternehmer bisher für das Legen von Hausanschlüssen in ihren Rechnungen die
Umsatzsteuer mit dem Regelsteuersatz offen ausgewiesen haben, schulden sie den höheren Steuerbetrag nach
§ 14c Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG). Eine entsprechende Rechnungsberichtigung, die u. a. einen
Zugang der berichtigten Rechnung beim Leistungsempfänger voraussetzt, ist möglich (siehe hierzu
Kurzinformation der Oberfinanzdirektion Rheinland vom 26.08.2009).
↑ nach oben
Regelungen zum Arbeitszimmer grundgesetzkonform?
(25.10.2009)
Nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 25.08.2009 (Aktenzeichen VI B 69/09) ist
es ernstlich zweifelhaft, ob das ab dem Jahr 2007 geltende Abzugsverbot des
§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Einkommensteuergesetz (EStG) mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Das
Verbot verhindert, dass Aufwendungen, die ein häusliches Arbeitszimmer verursacht, steuerlich geltend gemacht
werden können. Nur wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen
Betätigung bildet, ist ein Abzug möglich.
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Leistungsort bei Schönheitsoperationen (25.10.2009)
Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 22.07.2009 (Aktenzeichen 5 K 3371/05 U)
entschieden, dass eine Ärztin ohne eigene Arztpraxis und mit Wohnadresse in Deutschland, die
schönheitschirurgische Operationsaufträge für niederländische Klinikbetriebe durchführt, ihren Leistungsort in
den Niederlanden hat und daher keine Umsatzsteuer in Deutschland schuldet.
Das Finanzgericht beurteilte im Streitfall die schönheitschirurgischen Kliniken in Holland, in denen die
Ärztin ihre Leistungen tatsächlich erbrachte, als Betriebsstätten der Ärztin i.S. von
§ 3a Abs. 1 Satz 2 Umsatzsteuergesetz (UStG) bzw. als feste Niederlassungen gemäß
Art. 9 Abs. 1 der 6. EG-Richtlinie und damit als Leistungsorte der erbrachten
Umsätze. Die schönheitschirurgischen Leistungen werden von den Spezialregelungen des
§ 3a Abs. 2 bis 5 UStG nicht erfasst. Daher bestimmt sich der Ort der Leistungen (für das
Streitjahr 2002) nach § 3a Abs. 1 UStG.
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Reinigungs- und Bügelkosten für Dienstkleidung (25.10.2009)
Das Finanzgericht Köln hat mit Urteil vom 28.04.2009 (Aktenzeichen 12 K 839/08) entschieden,
dass es sich bei Dienstkleidung, die sich nur durch ein unauffälliges, 1,5 cm x 4 cm großes
Firmenemblem auf der Brust von bürgerlicher Kleidung unterscheidet, nicht um typische Berufskleidung, sondern
um private Kleidung handelt. Der Abzug von Reinigungskosten für diese Kleidung als Werbungskosten scheidet
daher aus.
↑ nach oben
Abruf der Stammdaten von Bankkonten durch das
Bundeszentralamt für Steuern
(27.09.2009)
Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat zwischen Januar und Ende Juni 2009 insgesamt 20.415 Stammdaten
von Bankkonten abgerufen.
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Vorbereitung auf Abitur durch Nichtschüler ist
Berufsausbildung (27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 18.03.2009 (Aktenzeichen III R 26/06)
entschieden, dass die ernsthafte Vorbereitung auf das Abitur für einen Nichtschüler - zumindest ab dem Monat
der Anmeldung zur Prüfung - als Berufsausbildung anzusehen ist.
Bereitet sich ein Kind ernsthaft auf das Abitur für Nichtschüler vor, ist es nicht gerechtfertigt, im
Hinblick auf die fehlende schulische Mindestorganisation eine Berufs- bzw. Schulausbildung des Kindes zu
verneinen und kein Kindergeld zu gewähren; denn in einem solchen Fall wird die Leistungsfähigkeit der Eltern
durch Unterhaltsaufwendungen für das Kind ebenso gemindert wie bei der Abiturvorbereitung auf einem
Gymnasium.
↑ nach oben
Umsatzsteuerliche Behandlung der Abwrackprämie
(27.09.2009)
Das Bayerische Landesamt für Steuern (BayLfSt) weist in einer aktuellen Pressemitteilung darauf hin, dass
die Umweltprämie nicht das nach § 10 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) maßgebliche
umsatzsteuerliche Entgelt für das Neufahrzeug mindert.
Die Prämie wird dann gewährt, wenn ein Neuwagenkäufer ein Altfahrzeug (Erstzulassung des Altfahrzeugs vor
mehr als 9 Jahren) verschrotten lässt, welches mindestens ein Jahr auf seinen Namen zugelassen
war. Sie kann auch nur von den Neuwagenkäufern selbst beantragt werden. In der praktischen Abwicklung von
Neuwagenumsätzen mit gleichzeitiger Beantragung der Umweltprämie wird jedoch der Anspruch auf Zahlung der
Umweltprämie teilweise an den Autohändler abgetreten. Diese mindert nicht das nach § 10 Abs. 1
UStG maßgebliche umsatzsteuerliche Entgelt für das Neufahrzeug. Die an den Autohändler direkt ausgezahlte
Umweltprämie ist vielmehr als Teil des Gesamtentgeltes zu werten, welches über einen abgekürzten Zahlungsweg
entrichtet wird.
↑ nach oben
Leistungen aus einer Praxisausfallversicherung sind nicht zu
versteuern
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 20.05.2009 (Aktenzeichen VIII R 6/07)
entschieden, dass eine sogenannte Praxisausfallversicherung, die im Falle einer Erkrankung des
Betriebsinhabers die fortlaufenden Betriebskosten erstattet, eine private Versicherung darstellt. Die
Versicherungsleistung ist nicht zu versteuern. Analog sind die an die Versicherung gezahlten Beiträge für die
Praxisausfallversicherung nicht als Betriebsausgaben abziehbar.
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Ermäßigter Steuersatz für Popcorn und Nachos im Kino
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 18.02.2009 (Aktenzeichen V R 90/07) zur
umsatzsteuerlichen Behandlung von für Kinobesucher erwärmtem Popcorn und Nachos Stellung genommen. Danach
setzt ein qualitatives Überwiegen der Dienstleistungen über die Aufbereitung von Lebensmitteln hinaus
wenigstens ein weiteres Dienstleistungselement - wie z. B. das Zurverfügungstellen von
Verzehrmöglichkeiten - voraus.
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Fehlerhafte Ermittlung des Ertragsanteils einer Leibrente als
offenbare Unrichtigkeit
(27.09.2009)
Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat mit Urteil vom 26.01.2009 (Aktenzeichen 6 K 150/06)
entschieden, dass die falsche Berechnung des Ertragsanteils einer Leibrente durch das Finanzamt, die aufgrund
eines offenkundigen Schreibfehlers des Steuerpflichtigen erfolgte, eine offenbare Unrichtigkeit darstellt,
welche nach § 129 Abgabenordnung (AO) zu korrigieren ist. Dies gilt selbst dann, wenn das
Versehen dem zuständigen Bearbeiter in mehreren Veranlagungszeiträumen unterlaufen ist.
↑ nach oben
Krankenversicherungsbeiträge mindern kindergeldschädliche
Einkünfte (27.09.2009)
Das Finanzgericht Münster hat mit Urteil vom 04.06.2009 (Aktenzeichen 3 K 840/08 Kg)
entschieden, dass Beiträge des Kindes zu einer freiwilligen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie
unvermeidbare Beiträge für eine private Kranken- und Pflegeversicherung die Einkünfte und Bezüge des Kindes
auch dann unter den erforderlichen Grenzbetrag senken, wenn das Kind im Rahmen einer Familienversicherung
mitversichert ist.
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Steuerliche Behandlung des Elterngeldes (27.09.2009)
Zur Zeit sind mehrere Klageverfahren anhängig, in denen geklärt werden soll, ob das Elterngeld auch in Höhe
des Sockelbetrags dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Unter Hinweis auf diese Verfahren werden bei den
Finanzämtern vermehrt Einsprüche eingelegt und ein Ruhen des Verfahrens beantragt. Diesen Anträgen kann nach
Auffassung der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster aus Zweckmäßigkeitsgründen entsprochen werden (OFD Münster,
Kurzinformation Einkommensteuer Nr. 020/2008 vom 08.05.2008).
↑ nach oben
Lottogewinn als Bezug bei der Ermittlung des
Jahresgrenzbetrags (27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 26.11.2008 (Aktenzeichen III S 65/08)
entschieden, dass die Festsetzung von Kindergeld wegen der Überschreitung des Jahresgrenzbetrags
(§ 32 Abs. 4 Satz 2 Einkommensteuergesetz - EStG) aufzuheben und das gezahlte Kindergeld
zurückzufordern ist, wenn das Kind einen Lottogewinn in Höhe von ca. 65.000 Euro erzielt hat. Bei
dem Lottogewinn handele es sich um einen Bezug, der zur Bestreitung des Unterhaltes und der Ausbildung des
Sohnes geeignet gewesen sei.
↑ nach oben
Der Bundesrat fordert, dass Steuerberatungskosten wieder
absetzbar werden sollen
(27.09.2009)
In einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf für ein Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung verlangt der
Bundesrat, den 2006 abgeschafften Sonderausgabenabzug für private Steuerberatungskosten bei der
Einkommensteuer wieder einzuführen.
Da die Abschaffung des Sonderausgabenabzugs zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand bei Finanzbehörden und
Steuerberatern geführt habe, da die Steuerberatungskosten nun auf Erwerbs- und Privatsphäre aufzuteilen seien,
sei das Ziel einer Steuervereinfachung verfehlt worden.
↑ nach oben
Anspruch auf Ausbildungsfreibetrag erst ab Volljährigkeit
(27.09.2009)
Das Finanzgericht Köln hat mit Urteil vom 18.03.2009 (Aktenzeichen 7 K 2854/08) entschieden,
dass die Altersgrenze für die Gewährung des Ausbildungsfreibetrags auch zu beachten ist, wenn ein Kind
aufgrund seiner Hochbegabung bereits vor Erreichen der Volljährigkeit mit einem auswärtigen Studium
beginnt.
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Die EU bietet einen neuen Online-Dienst zur Überprüfung der
USt-ID-Nummer
(27.09.2009)
Die EU-Kommission bietet einen neuen Online-Dienst an, um die Rechtssicherheit für Wirtschaftsbeteiligte,
die unfreiwillig in Betrugsfälle (insbesondere Karussellbetrug) verwickelt werden, zu erhöhen. Mit Hilfe
dieses Dienstes kann ein Steuerpflichtiger eine Bescheinigung erhalten, mit der er den Nachweis erbringen
kann, dass er eine USt-Identifikationsnummer zu einem bestimmten Zeitpunkt auf ihre Gültigkeit überprüft hat.
Diese Bescheinigung kann als Nachweis dafür verwendet werden, dass gegebenenfalls auf Lieferungen an
Unternehmen in anderen Mitgliedstaaten keine Mehrwertsteuer erhoben wurde.
Der neue Dienst stellt eine Verbesserung der bereits online vorhandenen MwSt-Datenbank MIAS dar.
Den neuen Online-Dienst finden Sie hier:
→ Europäische Kommission
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Berechnung der Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten
(27.09.2009)
Durch Artikel 8 des Bürgerentlastungsgesetzes wird die Umsatzgrenze für die Berechnung der
Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Versteuerung) auf bundeseinheitlich 500.000 Euro
angehoben. Die Neuregelung wird rückwirkend zum 01.07.2009 in Kraft treten und ist bis zum 31.12.2011
befristet. Im Vorgriff auf die zu erwartende gesetzliche Regelung können Anträge auf Anwendung der
Ist-Versteuerung unter Berücksichtigung der neuen Umsatzgenze ab sofort vom Finanzamt genehmigt werden.
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Steuerliche Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein
Erststudium (27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seiner Entscheidung vom 02.07.2009 (Aktenzeichen VI R 14/07)
zu dem vom Bund der Steuerzahler (BdSt) unterstützten Musterverfahren bezüglich der Erststudienkosten
mitgeteilt, dass die Entscheidung des Niedersächsischen Finanzgerichts aufgehoben wird. Damit hatte die
Revision des Musterklägers Erfolg.
Zu entscheiden war der Fall eines Steuerzahlers, der nach abgeschlossener Berufsausbildung ein Studium
aufgenommen hatte. Die Aufwendungen für dieses Studium wollte das Finanzamt lediglich als Sonderausgaben bis
zu einem Betrag von maximal 4.000 Euro im Jahr anerkennen. Dieser Auffassung folgte der BFH
jedoch nicht. Nun muss das Finanzgericht in Niedersachsen die Sache, nach Maßgabe der richterlichen Vorgaben
des BFH, erneut verhandeln. Welche Folgen die Entscheidung des BFH für die Aufnahme eines Studiums direkt nach
dem Abitur haben wird, kann zur Zeit noch nicht beurteilt werden.
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Ärztlich verordnetes Funktionstraining umsatzsteuerfrei
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 30.04.2009 (Aktenzeichen V R 6/07) entschieden,
dass ein Funktionstraining, das von den Krankenkassen nach § 3 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch
(SGB V) in Verbindung mit der "Gesamtvereinbarung über den Rehabilitationssport und das
Funktionstraining" vergütet wird, umsatzsteuerfrei sein kann.
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Pkw-Nutzung durch Gesellschafter-Geschäftsführer stellt
Arbeitslohn dar
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 23.04.2009 (Aktenzeichen VI R 81/06) entschieden,
dass die unentgeltliche bzw. verbilligte Überlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den
Arbeitnehmer zur Privatnutzung zum Arbeitslohn zählt. Das gilt auch dann, wenn es sich bei dem Arbeitnehmer um
den beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH handelt, dem die private Nutzung des Pkw im
Anstellungsvertrag ausdrücklich gestattet worden ist. Der Ansatz einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) in
Höhe der Vorteilsgewährung kommt in einem solchen Fall dagegen nicht in Betracht.
Eine vGA liegt dagegen vor, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer den betrieblichen Pkw ohne
entsprechende Genehmigung der Gesellschaft für private Zwecke nutzt.
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Finanzgericht Baden-Württemberg bejaht den Anspruch auf
Eigenheimzulage für Zweitwohnung im
EU-Ausland
(27.09.2009)
Gemäß Urteil des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 23.04.2009 (Aktenzeichen 3 K 3441/08)
ist die Eigenheimzulage auch für eine in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union belegene
Zweitwohnung zu gewähren, wenn der Antragsteller im Inland seinen Erstwohnsitz hat und nach
§ 1 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist.
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Zeitliche Begrenzung der Ausübung des Wahlrechts zur
Gewinnermittlungsart
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 19.03.2009 (Aktenzeichen IV R 57/07) unter
Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, dass das Recht zur Wahl einer Gewinnermittlung durch
Einnahmen-Überschussrechnung erst mit der Erstellung eines Abschlusses und nicht bereits mit der Einrichtung
einer Buchführung oder der Aufstellung einer Eröffnungsbilanz entfällt.
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Steuerliche Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein
Erststudium (27.09.2009)
Der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. (BdSt) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass am
18.06.2009 vor dem Bundesfinanzhof (BFH) die Verhandlung eines vom BdSt unterstützten Musterverfahrens zur
steuerlichen Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein Erststudium stattfindet. Das Verfahren richtet sich
gegen die Einstufung der Aufwendungen für ein Erststudium als nur begrenzt abzugsfähige Sonderausgaben statt
als grundsätzlich unbegrenzt abzugsfähige Werbungskosten.
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Grundsatzurteil zur Gebührenpflicht für einen PC mit
Internetzugang (27.09.2009)
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen hat mit zwei Urteilen vom 26.05.2009 (Aktenzeichen
8 A 2690/08 und 8 A 732/09) entschieden, dass für einen PC mit Internetzugang, der
im privaten Bereich verwendet wird, Rundfunkgebühren entrichtet werden müssen, wenn ansonsten kein
herkömmliches Rundfunkempfangsgerät vorhanden ist. Das OVG hat die Revision zum Bundesverwaltungsgericht
(BVerwG) zugelassen.
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Keine Kombination von Entfernungspauschale und
tatsächlichen Fahrtkosten bei Behinderten
(27.09.2009)
Mit Beschluss vom 05.05.2009 (Aktenzeichen VI R 77/06) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass Behinderte nach dem eindeutigen Wortlaut des § 9 Abs. 2 Satz 3
Einkommensteuergesetz (EStG) nur die Wahl haben, die Wegekosten entweder einheitlich nach den
Entfernungspauschalen oder einheitlich nach den tatsächlichen Aufwendungen zu ermitteln. Eine Kombination von
Entfernungspauschale und tatsächlichen Aufwendungen bei der Bemessung der Wegekosten ist mit
§ 9 Abs. 2 Satz 3 EStG nicht vereinbar.
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Nachwuchsförderpreis für fachliche Leistung ist Arbeitslohn
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 23.04.2009 (Aktenzeichen VI R 39/08) entschieden,
dass die Verleihung eines Nachwuchsförderpreises an einen Arbeitnehmer zu Arbeitslohn führt, wenn er für
dessen fachliche Leistungen und nicht für die Persönlichkeit des Arbeitnehmers vergeben worden ist.
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Aufteilung der Anschaffungskosten beim Grundstückskauf
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinem Urteil vom 01.04.2009 (Aktenzeichen IX R 35/08)
entschieden, dass bei Aufnahme verschiedener Darlehen zur Finanzierung unterschiedlicher Grundstücksteile, die
eigenständige Wirtschaftsgüter bilden, der Zuordnungszusammenhang zu den einzelnen Grundstücksteilen nicht
gegeben ist, wenn die Valuten sämtlicher Darlehen auf ein Girokonto fließen, und von diesem der
Steuerpflichtige dann den gesamten Kaufpreis an den Verkäufer überweist. In diesem Fall sind die entstandenen
Schuldzinsen grundsätzlich nach dem Verhältnis der Wohn-/Nutzflächen aufzuteilen.
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Finanzämter sollen in Krisenzeiten Kulanz zeigen
(27.09.2009)
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat in einem Brief an die Finanzminister der Länder darum gebeten,
dass die Finanzämter in Krisenzeiten Kulanz gegenüber Unternehmern und Selbständigen zeigen sollen.
Die Finanzämter sollen vor allem bei Anträgen auf Stundung, Erlass, Vollstreckungsaufschub sowie der
Herabsetzung der Vorauszahlungen ihren Ermessensspielraum möglichst großzügig ausschöpfen.
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Rechtsprechungsänderung bei doppelter Haushaltsführung in
Wegverlegungsfällen
(27.09.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit zwei Urteilen vom 05.03.2009 (Aktenzeichen VI R 23/07 und
VI R 58/06) seine Rechtsprechung zur doppelten Haushaltsführung nach Wegverlegung des
Familienwohnsitzes vom Beschäftigungsort geändert.
Zu den Werbungskosten gehören die notwendigen Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer wegen einer aus
beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen. Bisher verneinte aber die Rechtsprechung
die berufliche Veranlassung einer doppelten Haushaltsführung, wenn der Steuerpflichtige die Familienwohnung
aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt hatte und anschließend von einer Zweitwohnung am
Beschäftigungsort seiner bisherigen Beschäftigung weiter nachging.
Nach neuer Rechtsprechung schließt nun eine solche Wegverlegung des Familienwohnsitzes aus privaten Gründen
die Anerkennung einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung nicht mehr aus. Eine doppelte
Haushaltsführung setzt voraus, dass aus beruflicher Veranlassung am Beschäftigungsort ein zweiter Haushalt
begründet wird. Eine berufliche Veranlassung liegt vor, wenn der Steuerpflichtige diesen Haushalt nutzt, um
seinen Arbeitsplatz von dort aus zu erreichen. Wird ein solcher beruflich veranlasster Zweithaushalt am
Beschäftigungsort eingerichtet, ist damit auch die doppelte Haushaltsführung aus beruflichem Anlass begründet.
Dies soll selbst dann gelten, wenn der Haupthausstand aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt
und eine Wohnung am Beschäftigungsort aus beruflichen Gründen als Zweithaushalt genutzt wird, da der Haushalt
am Beschäftigungsort nur aus beruflichen Motiven unterhalten wird.
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Aufteilung einer zinslosen Forderung in Tilgungs- und
Zinsanteil (27.09.2009)
Nach einem Beschluss des Finanzgerichts Münster vom 06.04.2009 (Aktenzeichen 12 V 446/09 E)
ist es ernstlich zweifelhaft, ob eine länger als ein Jahr zinslos gestundete Ausgleichsforderung beim
Anspruchsinhaber zu Einkünften aus Kapitalvermögen führt.
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Abgrenzung vom Arbeitszimmer zu anderweitig beruflich
genutzten Räumen
(27.09.2009)
Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 26.03.2009 (Aktenzeichen VI R 15/07) sind die
Aufwendungen eines Arbeitnehmers für die Nutzung von Räumen zu beruflichen Zwecken, die nicht dem Typus des
häuslichen Arbeitszimmers zugeordnet werden können, grundsätzlich uneingeschränkt als Werbungskosten
abzugsfähig.
Nach Ansicht des BFH ist bei Arbeitnehmern, die den Werbungskostenabzug für mehrere in ihre häusliche
Sphäre eingebundene Räume begehren, die Qualifizierung als häusliches Arbeitszimmer für jeden Raum gesondert
vorzunehmen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn die Räume eine funktionale Einheit bilden.
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Neuregelung zum Arbeitszimmer ab 2007 zumindest teilweise
verfassungswidrig
(27.09.2009)
Das Finanzgericht Münster hält die ab dem Jahr 2007 geltende Regelung zum Abzug von Werbungskosten für ein
häusliches Arbeitszimmer wegen eines Verstoßes gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz zumindest teilweise
für verfassungswidrig (Aktenzeichen 1 K 2872/08 E). Dies gilt zumindest insoweit, als die
Neuregelung die Berücksichtigung der Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer ausschließt, obwohl für die
berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Zur Frage der Verfassungsmäßigkeit des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Einkommensteuergesetz (EStG)
in der Fassung des Steueränderungsgesetzes 2007 (StÄndG 2007) ist bereits ein weiteres Verfahren vor dem
Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen VI R 13/09 anhängig. Die Finanzverwaltung setzt die
Einkommensteuer daher insoweit bereits vorläufig fest. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz und auch das
Finanzgericht Berlin-Brandenburg haben die Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung zuvor bejaht.
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Der Bundesrat fordert, dass Steuerberatungskosten wieder
absetzbar werden sollen
(21.05.2009)
In einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf für ein Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung verlangt der
Bundesrat, den 2006 abgeschafften Sonderausgabenabzug für private Steuerberatungskosten bei der
Einkommensteuer wieder einzuführen.
Da die Abschaffung des Sonderausgabenabzugs zu einem erhöhten Verwaltungsaufwand bei Finanzbehörden und
Steuerberatern geführt habe, da die Steuerberatungskosten nun auf Erwerbs- und Privatsphäre aufzuteilen seien,
sei das Ziel einer Steuervereinfachung verfehlt worden.
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Anspruch auf Ausbildungsfreibetrag erst ab Volljährigkeit
(21.05.2009)
Das Finanzgericht Köln hat mit Urteil vom 18.03.2009 (Aktenzeichen 7 K 2854/08) entschieden,
dass die Altersgrenze für die Gewährung des Ausbildungsfreibetrags auch zu beachten ist, wenn ein Kind
aufgrund seiner Hochbegabung bereits vor Erreichen der Volljährigkeit mit einem auswärtigen Studium
beginnt.
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Digitale Betriebsprüfung in der Gastronomie (21.05.2009)
Das Finanzgericht Köln hat mit Urteil vom 27.01.2009 (Aktenzeichen 6 K 3954/07) klargestellt,
dass eine ordnungsgemäße Buchführung durch einen sogenannten Zeitreihenvergleich nicht erschüttert werden
kann. Im vorliegenden Fall hatte der Betriebsprüfer bei der Prüfung einer Gaststätte die Ein- und Verkäufe
aller Speisen und Getränke wochenweise gegenübergestellt und Schwankungen beim Rohgewinnaufschlagsatz
festgestellt. Weiterhin gab es kleinere Beanstandungen in der Kassenführung.
Das Gericht hielt die Buchführung der Gaststätte trotz einzelner Beanstandungen bei der Kassenführung für
formell ordnungsmäßig.
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Entfernungspauschale (10.05.2009)
Das Gesetz zur Fortführung der Gesetzeslage 2006 bei der Entfernungspauschale ist am 23.04.2009 im
Bundesgesetzblatt (BGBl 2009 I S. 774) verkündet worden. Danach sind rückwirkend ab dem
Veranlagungszeitraum 2007 Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeits- bzw.
Betriebsstätte wieder ab dem ersten Entfernungskilometer steuerlich abziehbar. Ferner können die
Entfernungspauschale übersteigende Aufwendungen, die durch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
entstanden sind, sowie Unfallkosten wieder steuerlich berücksichtigt werden.
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Pfändungsfreibetrag auf Girokonto ab 2010 geschützt
(10.05.2009)
Mit der Reform des Kontopfändungsschutzes wird erstmalig ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto ("P-Konto")
eingeführt. Auf diesem Konto soll ein Schuldner für sein Guthaben einen automatischen Basispfändungsschutz in
Höhe seines Pfändungsfreibetrages (985,15 Euro pro Monat bei Ledigen ohne
Unterhaltsverpflichtungen) erhalten. Jeder Kunde kann von seiner Bank oder Sparkasse verlangen, dass sein
Girokonto als P-Konto geführt wird. Der Bundestag hat am 23.04.2009 den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur
Reform des Kontopfändungsschutzes beschlossen. Das Gesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates. Damit die
Kreditwirtschaft ausreichend Zeit zur Umstellung hat, soll das Gesetz erst 12 Monate nach der Verkündung in
Kraft treten. Voraussichtlich wird das P-Konto deshalb Mitte 2010 zur Verfügung stehen.
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Das Bundesverfassungsgericht verwirft Beschwerde gegen
Fallbeileffekt beim Kindergeld
(10.05.2009)
Kindergeld wird für volljährige Kinder in Berufsausbildung oder Studium nur gezahlt, wenn deren Einkünfte
und Bezüge den derzeitigen Grenzbetrag von 7680 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Sowie die
Einkünfte und Bezüge der Kinder den Grenzbetrag auch nur um einen Euro übersteigen, geht das Kindergeld
komplett verloren.
Gegen diese Regelung hatte eine betroffene Mutter Verfassungsbeschwerde eingelegt. Diese wurde vom
Bundesverfassungsgericht (BVerfG) jedoch mit Beschluss vom 06.04.2009 als unzulässig verworfen (Aktenzeichen
2 BvR 1874/08).
Das BVerfG sah die Begründung der Klägerin, inwieweit sie durch die Regelung in ihren Grundrechten verletzt
sei, als unzureichend an. Es betonte aber, dass man eine Entscheidung zur Verfassungsmäßigkeit der
Fallbeilregelung nicht getroffen habe.
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Steuerabzug (Kapitalertragsteuer) bei losen
Personenzusammenschlüssen
(10.05.2009)
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat entschieden, dass es aus Vereinfachungsgründen nicht zu
beanstanden ist, wenn bei losen Personenzusammenschlüssen (z.B. Sparclubs, Schulklassen, Sportgruppen) unter
bestimmten Voraussetzungen vom Steuerabzug im Rahmen des Kapitalertragsteuerverfahrens Abstand genommen
wird.
Bei losen Personenzusammenschlüssen, die aus mindestens sieben Mitgliedern bestehen, kann hiernach im
Rahmen des Kapitalertragsteuerverfahrens auch nach dem 31.12.2008 vom Steuerabzug i.S. des
§ 43 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) Abstand genommen werden, wenn das Konto neben dem Namen
des Kontoinhabers einen Zusatz enthält, der auf den Personenzusammenschluss hinweist, die Kapitalerträge bei
den einzelnen Guthaben des Personenzusammenschlusses im Kalenderjahr den Betrag von 10 Euro,
vervielfältigt mit der Anzahl der Mitglieder, höchstens aber 300 Euro im Kalenderjahr, nicht
übersteigen und Änderungen der Anzahl der Mitglieder dem Kreditinstitut zu Beginn eines Kalenderjahres
mitgeteilt werden.
Als "loser Personenzusammenschluss" im Sinne dieser Vereinfachungsregel gelten jedoch nicht
Grundstücksgemeinschaften, Erbengemeinschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften und Mieter im Hinblick auf
gemeinschaftliche Mietkautionskonten.
Die Verpflichtung zur Erstellung einer Steuerbescheinigung i.S. des § 45a Abs. 2 EStG bleibt
hiervon unberührt. (BMF-Schreiben vom 27.04.2009 - IV C 1 - S 2252/08/10003)
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Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuchs bei Abweichungen von
den Ergebnissen eines
Routenplaners (10.05.2009)
Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 07.11.2008 (Aktenzeichen 12 K 4479/07 E)
entschieden, dass Abweichungen der Streckenlängen von den Ergebnissen eines Routenplaners mit einer Quote von
1,5 % nicht zur Verwerfung der Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuchs führen. Das Finanzgericht
führte aus, dass die Aufzeichnungen im Fahrtenbuch eine hinreichende Gewähr für ihre Vollständigkeit und
Richtigkeit bieten müssen. Sie müssen mit vertretbarem Aufwand auf ihre materielle Richtigkeit hin überprüfbar
sein. Jedoch führen kleinere Mängel nicht zur Verwerfung des Fahrtenbuchs und Anwendung der 1%-Regelung, wenn
die Angaben insgesamt plausibel sind. Im Streitfall wichen bei mehreren Stichproben die Kilometerangaben
teilweise erheblich von den Ergebnissen eines Routenplaners ab. Dies sei nach Auffassung des Finanzgerichts
Düsseldorf jedoch unerheblich. Insgesamt belaufe sich die Differenz bei über drei Monaten auf
66 Kilometer. Rechnet man diese auf das gesamte Jahr hoch, ergäbe sich eine Differenz von
lediglich 264 Kilometer. Bei einer Gesamtfahrleistung von 17.994 Kilometer mache
diese Differenz kaum 1,5 % aus, daher sei sie zu vernachlässigen. Gegen die uneingeschränkte
Übernahme von Daten aus einem Routenplaner sprächen auch die Schwierigkeiten des großstädtischen Verkehrs. Es
sei daher angebracht, das unterschiedliche Verkehrsaufkommen sowie Verkehrshindernisse wie z.B. Baustellen mit
einem Zuschlag von 20 % auf die von einem Routenplaner empfohlene längste Strecke zu erfassen. In
einer Großstadt könnte sich unter Umständen sogar ein noch höherer Zuschlag anbieten.
↑ nach oben
Neue Kfz-Steuer online berechnen (26.04.2009)
Am 01.07.2009 tritt die reformierte Kfz-Steuer nun endgültig in Kraft. Mit dem Online-Rechner des
Bundesministeriums der Finanzen (BMF) kann ab sofort unverbindlich die Höhe der Kraftfahrzeugsteuer für einen
Pkw mit Erstzulassung zwischen dem 01.07.2009 und dem 31.12.2011 ausgerechnet werden. Erforderlich ist die
Eingabe der Antriebsart, des Hubraums und des CO2-Wertes. Der CO2-Wert ist im Feld V.7 der
Zulassungsbescheinigung Teil I zu finden. Achtung, für Pkw mit bivalenten Antrieben (z.B. Gas und Benzin) kann
es zwei CO2-Werte geben. Entscheidend ist der Wert im Feld V.7 der Zulassungsbescheinigung Teil I.
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Kein Abzug für Arbeitszimmer eines Kapitalanlegers im Jahr
2006 (26.04.2009)
Lt. Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27.03.2009 (Aktenzeichen VIII B 184/08) darf ein
Steuerpflichtiger, der im Veranlagungszeitraum 2006 Geldanlageentscheidungen ausschließlich in seinem
Arbeitszimmer trifft, die Aufwendungen für dieses häusliche Arbeitszimmer nicht bei den Einkünften aus
Kapitalvermögen in voller Höhe abziehen. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Einkommensteuergesetz (EStG) in
der bis zum Veranlagungszeitraum 2006 geltenden Fassung muss gemäß § 9 Abs. 5 EStG auch auf
Kapitaleinkünfte sinngemäß so angewendet werden, dass bei der Bestimmung des Mittelpunkts der gesamten
betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit auf die gesamte der Erzielung von Einkünften dienende Tätigkeit des
Steuerpflichtigen abzustellen ist.
↑ nach oben
Absenkung der Altersgrenze für Kinder in der
Berufsausbildung ist verfassungsgemäß
(26.04.2009)
Gemäß Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen vom 18.11.2008 (Aktenzeichen 15 K 101/08) ist
die Absenkung der Altersgrenze für den Bezug von Kindergeld von 27 auf 25 Jahre für Kinder, die sich in der
Ausbildung befinden (§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a Einkommensteuergesetz - EStG,
Art. 1 Nr. 11 Steueränderungsgesetz - StÄndG 2007), verfassungsrechtlich nicht zu
beanstanden.
Beim Bundesfinanzhof (BFH) wurde Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt.
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Einbeziehung von Elterngeld in den Progressionsvorbehalt
(19.04.2009)
Mittlerweile ist beim Finanzgericht Münster unter dem Aktenzeichen 2 K 4856/06 ein Verfahren
zur Einbeziehung des Elterngeldes in den Progressionsvorbehalt anhängig. Es ist demnach strittig, ob das
Elterngeld in vollem Umfang in den Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs. 1 Nr. 1j
Einkommensteuergesetz - EStG) einzubeziehen oder als reine Sozialtransferleistung geleistetes
Mindestelterngeld (Sockelbetrag) dabei nicht zu erfassen ist. Die Oberfinanzdirektion Münster vertritt derzeit
die Auffassung, dass das Elterngeld in voller Höhe dem Progressionsvorbehalt unterliegt.
Gegen entsprechende Steuerbescheide sollte Einspruch eingelegt werden.
↑ nach oben
Bundesrat verabschiedet Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
(BilMoG) (19.04.2009)
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 03.04.2009 den Weg für die größte HGB-Reform seit 20 Jahren frei
gemacht und das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts - Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)
verabschiedet.
Der Deutsche Bundestag hatte bereits am 26.03.2009 das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz nach mehr als vier
Jahren Beratungen und Diskussionen verabschiedet. Nun hat es auch den Bundesrat passiert.
Gegenüber den bisherigen Entwürfen zeichnen sich erhebliche Änderungen ab: Die bisher geplante Bewertung
von zum Handel gehaltenen Finanzinstrumenten mit dem beizulegenden Zeitwert wird nicht realisiert, aktive
latente Steuern bleiben ein Wahlrecht und selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände müssen doch nicht
verpflichtend aktiviert werden.
Folgende wesentliche Änderungen sind geplant:
- Einzelkaufleuten die handelsrechtliche Buchführungspflicht zu erlassen, wenn der Umsatz weniger als
500.000 Euro und der Gewinn weniger als 50.000 Euro beträgt,
- die Schwellenwerte für die Größenklassen um 20 % anzuheben,
- Rückstellungen künftig abzuzinsen und Preis- und Kostensteigerungen einzuberechnen,
- die umgekehrte Maßgeblichkeit nach § 5 Abs. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG)
anzupassen,
- viele handelsrechtliche Wahlrechte abzuschaffen, z.B. die Abschreibung für künftige Wertschwankungen
oder den Bruttoausweis ausstehender Einlagen.
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Geldauflagen zur Schadenswiedergutmachung sind
Werbungskosten (19.04.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 15.01.2009 (Aktenzeichen VI R 37/06) entschieden,
dass Bewährungsauflagen zur Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens als Werbungskosten
abgezogen werden können.
Im Urteilsfall war der Kläger wegen unzulässiger Preisabsprachen zu einer Gesamtstrafe von zehn Monaten
verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Mit Beschluss vom gleichen Tage hatte das
Strafgericht dem Kläger zur Auflage gemacht, eine Schadenswiedergutmachung zu Gunsten eines Geschädigten in
Höhe von 100.000 DM zu leisten. Diesen an den Geschädigten gezahlten Betrag in Höhe von
100.000 DM machte der Kläger als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger
Arbeit geltend. Das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung ab.
Der BFH befand dagegen, dass das Abzugsverbot für Geldstrafen (§ 12 Nr. 4
Einkommensteuergesetz - EStG) dem Werbungskostenabzug einer Bewährungsauflage nicht entgegen stehe. Zahlungen
zum Ausgleich von Schäden fallen nicht unter die Vorschrift, auch wenn sie im strafgerichtlichen Verfahren zur
Schadenswiedergutmachung auferlegt werden. Betrieblich oder beruflich veranlasster Schadensersatz sei
Erwerbsaufwand, der einkünftemindernd zu berücksichtigen sei.
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Keine pauschale Besteuerung von Betriebsveranstaltung bei
geschlossenem Teilnehmerkreis
(19.04.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 15.01.2009 (Aktenzeichen VI R 22/06) entschieden,
dass eine nur Führungskräften eines Unternehmens vorbehaltene Abendveranstaltung mangels Offenheit des
Teilnehmerkreises keine Betriebsveranstaltung i.S. des § 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2
Einkommensteuergesetz (EStG) darstellt. Die Möglichkeit der Lohnsteuer-Pauschalierung scheidet aus.
↑ nach oben
Keine Pflicht zur Gewinnermittlung auf amtlichem Vordruck
(19.04.2009)
Das Finanzgericht Münster hat in seinem Urteil vom 17.12.2008 (Aktenzeichen 6 K 2187/08)
entschieden, dass ein Unternehmer, der seinen Gewinn nicht durch Bilanzierung, sondern durch
Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, nicht dazu verpflichtet ist, hierfür den amtlich vorgeschriebenen
Vordruck "Anlage EÜR" zu verwenden.
Für eine Gewinnermittlung auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck fehle es an einer wirksamen
Rechtsgrundlage. Darüber hinaus werde mit der Verpflichtung zur Abgabe einer Gewinnermittlung nach amtlichem
Vordruckmuster das Besteuerungsverfahren nicht vereinfacht, sondern jedenfalls für diejenigen Unternehmer
erschwert, die ihre Gewinne bislang mittels elektronischer Standard-Systeme ermittelt haben. Weiterhin führe
der mit der Einführung der Anlage EÜR verfolgte Zweck einer Kontroll- und Plausibilitätsprüfung durch die
Finanzverwaltung zu einer Ungleichbehandlung, da für Unternehmer, die ihren Gewinn durch Bilanzierung
ermitteln, den Finanzbehörden derzeit kein entsprechendes Instrument zur Verfügung stehe.
Gegen das Urteil ist Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen X R 18/09
anhängig.
↑ nach oben
Einbau eines Treppenlifts kann außergewöhnliche Belastung
sein (19.04.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 30.10.2008 (Aktenzeichen III R 97/06, nv)
entschieden, dass die Aufwendungen der Eltern für den erforderlichen Einbau eines Treppenlifts wegen
unfallbedingter Querschnittslähmung ihres volljährigen und einkommenslosen Sohnes als außergewöhnliche
Belastung abziehbar sein können.
Zwar sei der Sohn verpflichtet, zunächst verwertbares Vermögen für den Einbau einzusetzen. Jedoch könne ihm
die Verwertung seines einzigen Vermögensgegenstandes, einer Forderung in Höhe von etwa
56.000 Euro gegen den Unfallversicherer, nicht zugemutet werden, wenn er hierauf zur
Altersvorsorge und zur Abdeckung seines weiteren lebenslangen behinderungsbedingten Mehrbedarfs angewiesen
ist.
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Rückkehr zur alten Pendlerpauschale (29.03.2009)
Der Bundestag hat am 19.03.2009 eine Rückkehr zur alten Pendlerpauschale rückwirkend zum 01.01.2007
beschlossen. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen. Er wird sich voraussichtlich am 03.04.2009 mit
dem Gesetz befassen, seine Zustimmung gilt in Fachkreisen als sicher.
Bis zum Jahr 2006 hatte die Entfernungspauschale (Pendlerpauschale) für Fahrten zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte 0,30 Euro je Entfernungskilometer betragen. Die ab 2007 eingeführte Kürzung hatte
das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) verworfen.
Es soll nun die Entfernungspauschale von 2006 weitergeführt werden.
Für die Zukunft schließen die Fraktionen von Union und SPD jedoch eine grundlegende Neuregelung (auch die
erneute Einführung des Werkstorprinzips) in ihrer Gesetzesbegründung ausdrücklich nicht aus.
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1%-Regelung Umrüstung auf Gasbetrieb steuerpflichtig
(29.03.2009)
Das Finanzgericht Münster hat mit Urteil vom 23.01.2009 (Aktenzeichen 10 K 1666/07 L)
entschieden, dass die Aufwendungen für die Umrüstung eines Fahrzeugs von Benzin- auf Flüssiggasbetrieb als
Kosten der Sonderausstattung in die Bemessungsgrundlage für die sog. 1%-Regelung bei privater Kfz-Nutzung
einzubeziehen sind.
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Die Nennung der Ehefrau in Steuerbescheiden an zweiter
Stelle ist grundgesetzkonform
(29.03.2009)
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 14.01.2009 (Aktenzeichen
3 K 1147/06 B) entschieden, dass es Ehefrauen, die mit ihrem Ehemann zusammen zur Steuer
veranlagt werden und daher gemeinsame Steuerbescheide erhalten, hinnehmen müssen, dass ihr Name in den
Bescheiden sowie im sonstigen Schriftwechsel mit den Finanzbehörden erst an zweiter Stelle nach dem Namen des
Mannes genannt wird.
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Werbungskostenabzug für Depotgebühren (29.03.2009)
Für Depotgebühren und andere im Zusammenhang mit der Konto- und Depotführung regelmäßig wiederkehrende
Leistungen gilt grundsätzlich der Zehn-Tage-Zeitraum (§ 11 Abs. 2 Satz 2 Einkommensteuergesetz -
EStG). Sie gelten dann in dem Jahr als abgeflossen, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Wurden diese
Aufwendungen Anfang 2009 getätigt, handelt es sich um nachträgliche Werbungskosten des Jahres 2008. Da ab dem
01.01.2009 die Werbungskosten nur noch in Höhe des Sparer-Pauschbetrags nach § 20 Abs. 9 EStG
pauschal berücksichtigt werden, ist es nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums sachgerecht, den
Zehn-Tage-Zeitraum bis zum 31.01.2009 zu verlängern, damit derartige Aufwendungen noch dem
Veranlagungszeitraum 2008 zugeordnet werden können.
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Umsatzsteuersatz bei Abgabe von Speisen durch einen
Party-Service (29.03.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 18.12.2008 (Aktenzeichen V R 55/06) zu der
Abgrenzung von Lieferung und sonstiger Leistung bei Abgabe von Speisen und der Gestellung von Geschirr und
Besteck durch einen Party-Service Stellung genommen.
Danach gehe die Abgabe der Speisen an die Kunden des Party-Services mit einer Reihe verschiedener
Dienstleistungen einher, die sich von der reinen Lieferung von Lebensmitteln unterscheiden. Der Party-Service
habe die Speisen verzehrfertig zubereitet an den von seinen Kunden genannten Ort zur vereinbarten Zeit
verbracht und seinen Kunden darüber hinaus Geschirr und Besteck überlassen, welches anschließend abgeholt und
gereinigt wurde. Es liege daher eine einheitliche Leistung vor, die als sonstige Leistung zu qualifizieren und
mit dem Regelsteuersatz von 19 % zu besteuern sei.
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Angabe des Lieferzeitpunkts als Pflichtangabe in der
Rechnung (29.03.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 17.12.2008 (Aktenzeichen XI R 62/07) entschieden,
dass in einer Rechnung der Zeitpunkt der Lieferung (§ 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 Umsatzsteuergesetz -
UStG) auch dann zwingend anzugeben ist, wenn dieser mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist.
Allein bei Rechnungen über An- oder Vorauszahlungen kann diese Angabe entfallen.
Die Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer eine ordnungsgemäß ausgestellte
Rechnung besitzt (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG), d. h. eine Rechnung, die alle im Gesetz
geforderten Angaben enthält (§§ 14, 14a UStG).
Fehlt die Angabe des Leistungszeitpunkts, entfällt damit nach dem Willen des BFH der Vorsteuerabzug.
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Rückstellungspflicht für Bestandskundenpflege durch
Versicherungsmakler
(23.03.2009)
Das Finanzgericht Münster hat mit Urteil vom 02.12.2008 (Aktenzeichen 9 K 4216/07 K)
entschieden, dass ein Versicherungsmakler, der zur Betreuung von Altverträgen rechtlich verpflichtet ist, ohne
für diese Bestandspflege eine Vergütung zu erhalten, für künftige Betreuungsaufwendungen eine Rückstellung für
ungewisse Verbindlichkeiten bilden muss. Das Urteil bestätigt ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) aus dem
Jahr 2004, welches vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) mit einem Nichtanwendungserlass belegt wurde.
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Interprofessionelle Freiberufler-Personengesellschaft
(23.03.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 28.10.2008 (Aktenzeichen VIII R 69/06)
entschieden, dass die mittelbare Beteiligung eines Berufsfremden an einer Personengesellschaft, deren weitere
Gesellschafter Freiberufler sind, dazu führt, dass die Gesellschaft insgesamt gewerbliche Einkünfte erzielt
und daher gewerbesteuerpflichtig ist. Auch ein relativ geringer Beteiligungsumfang eines Berufsfremden (im
entschiedenen Fall 3,35 %) sei kein Grund, von der oben genannten Rechtsfolge abzuweichen.
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Elterngeld: Progressionsvorbehalt für Sockelbetrag?
(23.03.2009)
Das Elterngeld unterliegt als steuerfreie Lohnersatzleistung grundsätzlich dem sogenannten
Progressionsvorbehalt. Es wird zwar steuerfrei ausgezahlt, erhöht aber den Steuersatz für das übrige
Einkommen.
Fraglich sei nun, ob diese steuererhöhende Wirkung auch für den Sockelbetrag von 150 bzw.
300 Euro gelten soll, der grundsätzlich auch dann gezahlt wird, wenn der betroffene Elternteil
vor der Geburt des Kindes kein oder nur geringes Einkommen erzielt hat. Diese Frage wird derzeit vor dem
Finanzgericht Münster (Aktenzeichen 2 K 4856/08E) überprüft.
Da derzeit aber noch kein Verfahren beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig ist, besteht kein Rechtsanspruch
auf Verfahrensruhe.
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Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung
(BürgerEntlastG) sieht Verbesserungen bei der
steuerlichen
Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen vor
(23.03.2009)
Das Bundeskabinett hat am 18.02.2009 einen Gesetzentwurf beschlossen, der die steuerliche Absetzbarkeit von
Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung deutlich verbessern soll.
Der Gesetzentwurf sieht ab 2010 die steuerliche Berücksichtigung aller Aufwendungen vor, die im
Wesentlichen ein der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegepflichtversicherung entsprechendes
Leistungsniveau absichern. Sonderleistungen wie Krankengeld sollen jedoch von der neuen Regelung ausgenommen
sein. Es besteht dann zum ersten Mal die Möglichkeit, die Beiträge für Kinder, die bei ihren Eltern privat
mitversichert sind, vollständig abzusetzen.
Gleichzeitig soll die Umgestaltung der gesetzlichen Regelung jedoch zu einem Abzugsverbot für alle weiteren
sonstigen Vorsorgeaufwendungen, wie z.B. die Beiträge für Haftpflicht-, Arbeitslosen-, Berufsunfähigkeits-
oder Unfallversicherungen führen.
Die Beiträge zugunsten einer Krankenversicherung werden nur berücksichtigt, wenn der Steuerpflichtige
gegenüber dem Versicherungsunternehmen, dem Träger der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung oder der
Künstlersozialkasse in eine Datenübermittlung eingewilligt hat (§ 10 Abs. 2 Satz 3 i.V.m.
Abs. 2a Einkommensteuergesetz-Entwurf - EStG-E). Die Einwilligung gilt jedoch als erteilt, wenn
die Beiträge mit der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung oder der Rentenbezugsmitteilung übermittelt
werden.
Zur Vermeidung von Schlechterstellungen gegenüber der alten Rechtslage soll bis zum Jahr 2019 eine
Günstigerprüfung erfolgen.
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Renovierung bei Umzug als haushaltsnahe Dienstleistung
(25.02.2009)
Eine Verfügung der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster vom 30.01.2009 äußert sich dazu, wann Dienst- und
Handwerkerleistungen noch im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, wenn der Haushalt in eine andere
Wohnung verlegt wurde und die Maßnahmen die Spuren der bisherigen Haushaltsführung beseitigen sollen.
Entscheidend für die Anerkennung der Haushaltsnähe ist demnach die zeitliche Nähe der erbrachten
Dienstleistungen zum Umzug.
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Rente aus einer Arbeitgeber-Gruppenunfallversicherung stellt
Arbeitslohn dar
(25.02.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 11.12.2008 (Aktenzeichen VI R 9/05) entschieden,
dass die Versicherungsleistung, die ein Arbeitnehmer nach einem Unfall aus einer Gruppenunfallversicherung,
für die sein Arbeitgeber die Beiträge gezahlt hat und auf deren Ersatzleistung er keinen eigenen
unentziehbaren Rechtsanspruch hat, erhält, im Zeitpunkt der Auszahlung als Arbeitslohn zu qualifizieren ist.
Das Urteil hat zur Folge, dass alle Zukunftssicherungsleistungen des Arbeitgebers (mit oder ohne eigenen
Rechtsanspruch des Arbeitnehmers) zu Arbeitslohn führen, wenn sie ausgezahlt werden.
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Meldebescheinigung der Agentur für Arbeit für Kindergeld
nicht zwingend erforderlich
(25.02.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 25.09.2008 (Aktenzeichen III R 91/07)
entschieden, dass Eltern auch dann Kindergeld erhalten, wenn das Kind belegen kann, dass es sich tatsächlich
bei der Arbeitsvermittlung als Arbeitsuchender gemeldet bzw. diese Meldung alle drei Monate erneuert hat. Das
arbeitsuchende Kind muss nicht zwingend eine Bescheinigung der Agentur für Arbeit darüber vorlegen, dass es
als arbeitsuchend registriert ist.
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Antragsformular zur Umwelt- bzw. Abwrackprämie
(25.02.2009)
Das Bundeskabinett hat die Ausgestaltung der am 14.01.2009 beschlossenen Umwelt- bzw. Abwrackprämie
gebilligt. Damit können Personen, die sich für die Verschrottung ihres alten Pkw und den Kauf eines Neuwagens
entscheiden, einen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro erhalten.
Anträge für die Prämie können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.
Der Antrag ist ausschließlich unter Verwendung des offiziellen Antragsvordrucks zu stellen. Dieser
Antragsvordruck kann von der Internetseite des → BAFA
heruntergeladen werden.
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Keine 1%-Regelung für zur Privatnutzung ungeeigneten
Werkstattwagen (25.02.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 18.12.2008 (Aktenzeichen VI R 34/07) entschieden,
dass von der sog. 1%-Regelung solche Fahrzeuge auszunehmen sind, die nach ihrer objektiven Beschaffenheit und
Einrichtung für private Zwecke nicht geeignet sind.
Im Streitfall war dem Arbeitnehmer eines Heizungs- und Sanitärunternehmens ein zweisitziger Kastenwagen
überlassen worden, dessen fensterloser Aufbau mit Materialschränken und -fächern sowie Werkzeug ausgestattet
und mit einer auffälligen Werbebeschriftung versehen war. Für die private Nutzung dieses Wagens setzte das
Finanzamt einen Nutzungswert nach der 1%-Regelung an. Der BFH folgte der Auffassung des Finanzamtes nicht. Er
ging davon aus, dass ein Fahrzeug solcher Bauart und Ausstattung typischerweise nicht für private Zwecke
eingesetzt wird. Ob ein solches Fahrzeug dennoch privat genutzt wird, bedarf einer Feststellung im Einzelnen.
Die Feststellungslast dafür obliegt dem Finanzamt, das sich insoweit nicht auf den Beweis des ersten Anscheins
berufen kann.
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Geldgeschenk ohne konkrete Auflage gefährdet Kindergeld
(25.02.2009)
Das Finanzgericht München hat mit Urteil vom 30.07.2008 (Aktenzeichen 10 K 2984/07)
entschieden, dass eine Geldschenkung an ein volljähriges Kind in Ausbildung ohne weitere Zweckbindung
kindergeldrechtlich als Bezug zu berücksichtigen ist. Im entschiedenen Fall schenkte die Großmutter ihrer
Enkelin 10.000 Euro und vererbte ihr weitere 25.000 Euro. Geldbeträge seien aber nur
dann nicht als Bezüge zu erfassen, wenn es sich um eine zweckgebundene Geldzuwendung handelt, die zur
Kapitalanlage bestimmt ist. Während sich diese Abgrenzung beispielsweise bei der Zuwendung einer Immobilie
bereits aus der Art des Gegenstands ergibt, bedarf es bei Geldzuwendungen einer eindeutigen Zweckbindung durch
den Zuwendenden.
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Erhalt des Jahresurlaubs auch nach langer Krankheit
(25.02.2009)
Kann ein Arbeitnehmer aufgrund einer Erkrankung seinen Urlaub nicht innerhalb eines Kalenderjahres oder bis
zum Ende des anschließenden Übertragungszeitraums (in der Regel bis zum 31. März des Folgejahres)
nehmen, bleibt sein Anspruch auf Erholungsurlaub trotzdem bestehen. Die offenen Urlaubstage können später
genommen werden. Der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub kann bei einem ordnungsgemäß krankgeschriebenen
Arbeitnehmer auch nicht davon abhängig gemacht werden, dass der Arbeitnehmer während des Bezugzeitraums
gearbeitet hat (Europäischer Gerichtshof - EuGH, Urteil vom 20.01.2009 - Rs. C-350/06).
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Steuerklassenwechsel für höheres Elterngeld ist kein
Rechtsmissbrauch
(25.02.2009)
Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen hat mit Urteilen vom 12.12.2008 und 16.01.2009 (Aktenzeichen
L 13 EG 40/08 und L 13 EG 51/08) klargestellt, dass Ehegatten vor der Geburt eines
Kindes die Steuerklasse wechseln dürfen, um höheres Elterngeld zu beziehen. Einen Steuerklassenwechsel zur
Erhöhung des Nettoeinkommens vor der Geburt, nach dem sich die Höhe des Elterngeldes richtet, schließt nach
Auffassung des Landessozialgerichts weder das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) noch das
Steuerrecht aus. Ein Rechtsmissbrauch könne den betroffenen Eltern nicht vorgeworfen werden, wenn sie eine
legale steuerrechtliche Gestaltungsmöglichkeit nutzten. Hätte der Gesetzgeber den Steuerklassenwechsel
ausschließen wollen, hätte er dies im Gesetz bestimmen können. Das Landessozialgericht verwies zum Vergleich
auf die Regelungen zum Arbeitslosengeld (§ 133 Abs. 3 Sozialgesetzbuch - SGB - III), die einen
gezielten Steuerklassenwechsel zur Erhöhung des Arbeitslosengeldes ausdrücklich ausschließen.
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Schadensersatzrente wegen Tötung des Ehegatten unterliegt
nicht der Einkommensteuer
(25.02.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 26.11.2008 (Aktenzeichen X R 31/07) entschieden,
dass eine Schadensersatzrente nach § 844 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), die materiellen
Unterhaltsschaden ausgleicht, der durch den Tod des Ehegatten eingetreten ist, nicht der Einkommensteuer
unterliegt.
Der Ehemann der Klägerin war an den Folgen eines ärztlichen Fehlers verstorben. Die Versicherung des Arztes
zahlte ihr daraufhin zum Ausgleich des materiellen Unterhaltsschadens und des Haushaltsführungsschadens eine
Unterhaltsrente nach § 844 Abs. 2 BGB. Das Finanzamt erkannte an, dass der Ersatz des
Haushaltsführungsschadens zu nicht steuerbaren Bezügen führt. Soweit die Schadensersatzrente auf den
materiellen Unterhaltsschaden entfalle, unterliege sie jedoch der Einkommensbesteuerung nach
§ 22 Nr. 1 Einkommensteuergesetz (EStG). Dieser Auffassung widersprach der BFH. Nach Auffassung
des BFH ist der Besteuerungstatbestand des § 22 Nr. 1 EStG regelmäßig nur dann erfüllt, wenn die
Leistungen andere steuerbare Einnahmen ersetzen. Die Unterhaltsrente nach § 844 Abs. 2 BGB sei
daher nicht steuerbar. Sie sei zwar kein Unterhalt, sondern Schadensersatz, stütze sich aber unmittelbar auf
unterhaltsrechtliche Regeln. Die Unterhaltsrente gleiche keine steuerbaren Einnahmen, sondern den vom
Getöteten geschuldeten fiktiven Unterhalt aus.
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Gelder aus dem Spielbanktronc sind keine steuerfreien
Trinkgelder (03.02.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 18.12.2008 (Aktenzeichen VI R 49/06) entschieden,
dass aus dem Tronc-Aufkommen einer Spielbank an dort beschäftigte Arbeitnehmer ausbezahlte Gelder nicht als
Trinkgelder i.S. des § 3 Nr. 51 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfrei sind.
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Abgabefrist der Steuererklärungen für das Kalenderjahr 2008
(24.01.2009)
Mit Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 02.01.2009 hat die Finanzverwaltung die Termine für
die Abgabe der Steuererklärungen für das Kalenderjahr 2008 festgesetzt. Die Erklärungen für die Einkommen-,
Körperschaft-, Gewerbe-, Umsatzsteuer sowie zur gesonderten und einheitlichen Feststellung müssen bis zum
31.05.2009 abgegeben werden. Sofern die Erklärung von einem Steuerberater abgegeben wird, verlängert sich die
Frist bis zum 31.12.2009.
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Einigung auf Konjunkturpaket II (24.01.2009)
Der Koalitionsausschuss im Kanzleramt hat sich auf folgende wesentliche Maßnahmen des Konjunkturpaketes II
geeinigt:
- Senkung der Einkommensteuer
Der Grundfreibetrag wird rückwirkend ab dem 01.01.2009 um 170 Euro auf 7.834 Euro
erhöht.
Zur gezielten Entlastung der untersten Einkommen wird außerdem ab dem 01.01.2009 der Eingangssteuersatz von
15 % auf 14 % gesenkt.
Zusätzlich erfolgt ab 2010 eine weitere Anhebung des Grundfreibetrages auf dann
8.004 Euro.
- Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
Die Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenversicherung werden ab dem 01.06.2009 von 15,5 % auf
14,9 % gesenkt.
- Familienbezogene Leistungen
Über die Familienkassen wird an alle Kindergeldbezieher eine Einmalzahlung von 100 Euro je Kind
ausgezahlt (Kinderbonus). Sie wird nicht mit den Bedarfssätzen der Bezieher von Sozialleistungen verrechnet.
Die Einmalzahlung wird bei der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2009 mit den Kinderfreibeträgen
verrechnet.
Die abgeleiteten Regelsätze für Kinder im SGB II und SGB XII werden stärker
differenziert. Für Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren soll die Förderung auf 70 % des
Eckregelsatzes mit Wirkung zum 01.07.2009 erhöht werden.
- Stärkung der Pkw-Nachfrage
Private Autohalter können ab Kabinettsbeschluss eine Umweltprämie beantragen, wenn ein mindestens neun
Jahre altes Fahrzeug, das für mindestens ein Jahr auf den Halter zugelassen war, verschrottet und
gleichzeitig ein umweltfreundlicher Neu- oder Jahreswagen ab Euro-4-Norm gekauft und zugelassen
wird. Die Umweltprämie beträgt 2.500 Euro und wird für Zulassungen bis zum 31.12.2009
gewährt.
- Beschäftigungssicherung
Den Arbeitgebern werden in den Jahren 2009 und 2010 bei Kurzarbeit die von ihnen allein zu tragenden
Sozialversicherungsbeiträge hälftig durch die Bundesagentur für Arbeit erstattet. Für Zeiten der
Qualifizierung während der Kurzarbeit können den Arbeitgebern auf Antrag die vollen
Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden. Die Antragstellung und das Verfahren werden vereinfacht.
Weitere Einzelheiten zu den Beschlüssen des Koalitionsausschusses zum Konjunkturpaket II sind auf der
Internetseite der Bundesregierung
→ www.bundesregierung.de
nachzulesen.
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Appartment als Arbeitszimmer in einem Mehrfamilienhaus
abzugsfähig (24.01.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 10.06.2008 (Aktenzeichen VIII R 52/07)
entschieden, dass ein Eigentümer, der sein Mehrfamilienhaus in der Weise nutzt, dass er in einer Wohnung mit
seiner Familie lebt, eine Wohnung an Dritte vermietet und ein Ein-Raum-Appartment, welches auf einer anderen
Etage als die Familienwohnung liegt, für seine selbständige Tätigkeit verwendet, die Aufwendungen für das
Appartment abziehen kann. Es handelt sich bei dem Appartment um ein außerhäusliches Arbeitszimmer und wird
deshalb nicht von der Abzugsbeschränkung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b des Einkommensteuergesetzes
(EStG) erfasst. Die Mietwohnung kann auch an Angehörige vermietet werden, sofern der Mietvertrag einem
Fremdvergleich standhält.
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Besteuerung der Altersrenten verfassungsmäßig (24.01.2009)
Mit Urteil vom 26.11.2008 (Aktenzeichen X R 15/07) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden,
dass es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist, dass die Besteuerung der Alterseinkünfte auf das System
der nachgelagerten Besteuerung umgestellt wurde. Geklagt gegen die nachgelagerte Besteuerung hatte ein
Rechtsanwalt, der jeweils eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und eine Rente aus dem
Versorgungswerk der Rechtsanwälte bezieht.
Der BFH führte aus, dass es sich insoweit um die Regelung komplexer Lebenssachverhalte handelt, bei denen
dem Gesetzgeber gröbere Typisierungen und Generalisierungen zugestanden werden müssten.
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Behindertengerechter Umbau eines Kfz als außergewöhnliche
Belastung abziehbar
(24.01.2009)
Nach einer Verfügung der Oberfinanzdirektion Frankfurt/Main vom 13.11.2008 (Aktenzeichen
S 2284 A - 46 - St 216) dürfen Kosten, die behinderten Menschen im Zusammenhang mit ihrem Kfz
entstehen, nicht uneingeschränkt neben den einschlägigen Pauschbeträgen berücksichtigt werden. Derartige
Kosten sollen grundsätzlich mit dem Pauschbetrag von 0,30 Euro pro Kilometer abgegolten sein.
Die Aufwendungen für eine behindertengerechte Kfz-Umrüstung können jedoch im Wege der Verteilung auf die
Nutzungsdauer des Kfz neben den Fahrkosten als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.
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Rücknahme verkaufter Umzugskartons gegen Entgelt als neue
Lieferung (24.01.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 12.11.2008 (Aktenzeichen XI R 46/07) entschieden,
dass das Angebot eines Umzugsunternehmens, von ihm zuvor verkaufte Umzugskartons vom Kunden gegen Entgelt
zurückzunehmen, bei Inanspruchnahme durch die Kunden nicht zu einer Berichtigung der Bemessungsgrundlage für
die ursprüngliche Lieferung führt. Umsatzsteuerlich liegt vielmehr eine selbständige (Rück-)Lieferung vor.
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Verpflegungspauschale bei doppelter Haushaltsführung
unbeschränkt? (24.01.2009)
Seit Ende Oktober 2008 ist beim Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen VI R 10/08 ein
Revisionsverfahren anhängig, in dem überprüft werden soll, ob es mit dem Grundgesetz vereinbar ist, dass
Mehraufwendungen für Verpflegung bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung bei berufstätigen
Ehegatten nur für die ersten drei Monate als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Die
Oberfinanzdirektion Frankfurt/Main hat verfügt (Aktenzeichen 14.11.2008 - S 2352 A - 9 - St 211),
dass bis zu einer Entscheidung alle Einsprüche ruhen, sofern sie sich auf dieses Verfahren stützen. Aussetzung
der Vollziehung wird allerdings nicht gewährt.
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Aufwendungen für Arbeitszimmer bei Unternehmensberater
nicht abzugsfähig
(24.01.2009)
Der inhaltliche Schwerpunkt der Tätigkeit eines Unternehmensberaters, der außerhalb seines Arbeitszimmers
Einzelpersonen trainiert sowie Seminare und Workshops für Gruppen veranstaltet, liegt nach einem
rechtskräftigen Urteil des Finanzgerichts München vom 10.09.2008 (Aktenzeichen 10 K 2577/07)
nicht in seinem häuslichen Arbeitszimmer. Die Konzeption eines solchen Schulungsangebots ist lediglich als
Vorbereitungs- und Unterstützungsmaßnahme zur eigentlichen Kerntätigkeit des Vortragens zu qualifizieren. Dies
gilt insbesondere, wenn der Steuerpflichtige nach außen vor allem seine Rednerfähigkeiten hervorhebt.
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Nachzahlungszinsen nicht als Werbungskosten abziehbar
(24.01.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 02.09.2008 (Aktenzeichen VIII R 2/07)
entschieden, dass Zinsen auf Steuernachforderungen auch dann nicht als Werbungskosten abgezogen werden dürfen,
wenn der Steuerpflichtige den Nachzahlungsbetrag vor Fälligkeit der Nachzahlung zinsbringend angelegt und
daraus Kapitalerträge erzielt hat. Das grundsätzliche Verbot, bestimmte Steuern oder auf Steuern entfallende
Nebenleistungen als Werbungskosten abzuziehen, ist auch verfassungskonform.
↑ nach oben
Kein Vorsteuerabzug bei unzureichender
Leistungsbeschreibung (12.01.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 08.10.2008 (Aktenzeichen V R 59/07) entschieden,
dass die Leistungsbeschreibung "für technische Beratung und Kontrolle im Jahr 1996" für die Erlangung des
Vorsteuerabzugs unzureichend sein kann. Die vorgenannte Leistungsbeschreibung reicht nicht dazu aus, die damit
abgerechnete Leistung zu identifizieren, wenn diese sich weder aus den weiteren Angaben in der Rechnung noch
aus herangezogenen Geschäftsunterlagen weiter konkretisieren lässt.
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Liebhaberei bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit
(12.01.2009)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 28.08.2008 (Aktenzeichen VI R 50/06) entschieden,
dass auch eine nichtselbständige Tätigkeit ohne Einkunftserzielungsabsicht ausgeübt werden kann. Als
sogenannte Liebhaberei sind die Einkünfte dann einkommensteuerrechtlich unbeachtlich. Werbungskosten aus
dieser Tätigkeit bleiben damit ebenfalls steuerlich außer Ansatz. Zur Feststellung, ob der Steuerpflichtige
mit seiner Arbeit einen Überschuss erzielen will, ist nach dem vorgenannten Urteil eine
Totalüberschussprognose über das einzelne Dienstverhältnis zu erstellen. Fiktive weitere Einkünfte aus anderen
Tätigkeiten, die sich anschließen könnten, dürfen jedoch nicht berücksichtigt werden.
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Bei Lohnsteuerbescheinigungen 2009 weiter eTIN verwenden
(12.01.2009)
Es sind noch nicht alle Lohnsteuerkarten für das Jahr 2009 mit der neuen persönlichen Identifikationsnummer
ausgestattet. In Zukunft soll die Identifikationsnummer die bisher verwendete lohnsteuerliche elektronische
Transfer-Identifikations-Nummer, kurz "eTIN", ablösen. Den Zeitpunkt, ab dem die neue Identifikationsnummer
verbindlich verwendet werden muss, wird das Finanzministerium erst noch bekannt geben. Deshalb sollten
Arbeitgeber für die Datenübermittlung der Lohnsteuerbescheinigung zunächst wie bisher weiter die eTIN
verwenden.
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Nutzung eines Dienstwagens für Fahrten zwischen Wohnung
und Arbeitsstätte
(12.01.2009)
Wird einem Arbeitnehmer ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt, besitzt er die Genehmigung zur privaten
Nutzung und ist darüber hinaus auch im Besitz einer Jahreskarte für die Bahn, darf der 0,03%-Zuschlag zum
Sachbezug nicht grundsätzlich für die gesamte Wegstrecke angesetzt werden. Nach einem Urteil des
Bundesfinanzhofs (BFH) vom 28.08.2008 (Aktenzeichen VI R 52/07) wird durch die Bahnfahrkarte der
Anschein, dass der Dienstwagen für die gesamte Strecke zur Arbeit genutzt wird, erschüttert. Daher muss der
tatsächliche Umfang der Verwendung ermittelt werden. Ein gleichlautendes Urteil des BFH aus dem April 2008
wurde mit einem Nichtanwendungserlass belegt.
↑ nach oben
Arbeitgeber müssen die Kündigung minderjähriger
Arbeitnehmer gegenüber deren Eltern
aussprechen
(12.01.2009)
Nach einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 20.03.2008 (Aktenzeichen
2 Ta 45/08) müssen Arbeitgeber die Kündigung eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses mit
einem Minderjährigen gegenüber dessen Eltern als seinen gesetzlichen Vertretern erklären. Es genügt zwar, wenn
sie den minderjährigen Arbeitnehmer formlos bitten, das entsprechende Kündigungsschreiben den Eltern zu
übergeben. Jedoch trägt der Arbeitgeber in diesem Fall das Risiko, dass das Schreiben den Eltern tatsächlich
zugeht. Das Kündigungsschreiben muss an die Eltern gerichtet sein. Es reicht nicht aus, wenn diese nur
zufällig von dem Kündigungsschreiben erfahren.
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Die Kürzung der Pendlerpauschale ist verfassungswidrig
(09.12.2008)
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat mit Urteil vom 09.12.2008 (Aktenzeichen 2 BvL 1/07)
entschieden, dass die Kürzung der Pendlerpauschale verfassungswidrig ist.
Ab dem 1. Januar 2009 gilt damit automatisch wieder das bis zum 31.12.2006 geltende Recht. Die
Bundesregierung wird angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation keine Maßnahmen ergreifen, um die mit
der Umsetzung des heutigen Urteils einhergehenden Steuerausfälle von schätzungsweise
7,5 Mrd. Euro für die Jahre 2007 bis 2009 an anderer Stelle einzusparen.
Die Finanzämter sollen angewiesen werden, die von Amts wegen zu veranlassenden Rückzahlungen für das Jahr
2007 möglichst schon in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 zu leisten. Dies dürfte jedoch kaum zu
schaffen sein.
Wer in seiner Steuererklärung 2007 im Vertrauen auf die Gesetzesänderung keine Angaben zur Entfernung
zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und der Zahl der Arbeitstage gemacht hat, kann dies nunmehr seinem
Finanzamt mitteilen, das dann auch von Amts wegen die Änderung der Steuerfestsetzung für 2007 veranlasst.
↑ nach oben
Doch keine Einschränkung des Vorsteuerabzugs beim Kauf von
Dienstwagen
(06.12.2008)
Die ursprünglich im Jahressteuergesetz 2009 (JStG 2009) vorgesehene Begrenzung des
Vorsteuerabzugs auf 50 % bei nicht ausschließlich unternehmerisch genutzten Firmenfahrzeugen wird
entfallen. Union und SPD verständigten sich darauf, diese Regelung wieder aus dem JStG zu streichen.
↑ nach oben
Einkünfteerzielungsabsicht bei einer leer stehenden Wohnung
(06.12.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 28.10.2008 (Aktenzeichen IX R 1/07) entschieden,
dass derjenige, der Aufwendungen für seine zunächst selbst bewohnte, anschließend leer stehende und noch nicht
vermietete Wohnung als vorab entstandene Werbungskosten geltend machen will, seinen endgültigen Entschluss zur
Vermietung dieser Wohnung durch ernsthafte und nachhaltige Vermietungsbemühungen belegen muss.
↑ nach oben
Gutachtertätigkeit zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist
nicht umsatzsteuerfrei
(06.12.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 08.10.2008 (Aktenzeichen V R 32/07) entschieden,
dass die Erstellung von Gutachten im Auftrag des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung durch eine mit
entsprechender Zusatzausbildung versehene Krankenschwester, die der Feststellung von Art und Umfang der
Pflegebedürftigkeit der Versicherten dienen, nicht umsatzsteuerfrei ist.
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Ungünstigste Steuerklasse bei Nachzahlung von
Sozialversicherungsbeiträgen durch den
Arbeitgeber
(06.12.2008)
Das Sozialgericht Dortmund hat mit Urteil vom 08.09.2008 (Aktenzeichen S 25 R 129/06)
entschieden, dass der Arbeitgeber bei einer illegalen Beschäftigung für Mitarbeiter ohne Steuerkarte die
Sozialversicherungsbeiträge auf der Grundlage des (fiktiven) Bruttoarbeitsentgelts der ungünstigsten
Steuerklasse schuldet.
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Bundestag billigt Erbschaftsteuerreform (02.12.2008)
Der Deutsche Bundestag hat am 27.11.2008 in 2. und 3. Lesung das Erbschaftsteuerreformgesetz (ErbStRG)
gebilligt.
Für Erbfälle, die nach dem 31.12.2006 und vor dem Inkrafttreten der Reform eingetreten sind, ist ein
Wahlrecht zur Anwendung des alten Rechts vorgesehen. Dieses kann grundsätzlich bis zur Unanfechtbarkeit der
Steuerfestsetzung in Anspruch genommen werden. Ist die Steuerfestsetzung bereits unanfechtbar, kann das
Wahlrecht längstens bis zum 30.06.2009 ausgeübt werden. Am 05.12.2008 soll der Bundesrat den Gesetzentwurf in
einer Sondersitzung beschließen. Mit Widerstand in der Länderkammer wird jedoch noch gerechnet, denn dem
Vernehmen nach ist im Dezember ein Termin für einen möglichen Vermittlungsausschuss eingeplant worden.
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Umsatzsteuer-Vorauszahlungen als regelmäßig
wiederkehrende Ausgaben (02.12.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte mit Urteil vom 01.08.2007 (Aktenzeichen XI R 48/05)
entschieden, dass Umsatzsteuervorauszahlungen regelmäßig wiederkehrende Ausgaben sind. Daher müssen sie in dem
Kalenderjahr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten erfasst werden, in dem sie entstanden sind, sofern sie
innerhalb von 10 Tagen nach Beendigung dieses Kalenderjahres entrichtet wurden. Diese Grundsätze gelten für
Umsatzsteuererstattungen entsprechend. Ein neues Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom
10.11.2008 (Aktenzeichen IV C 3 - S 2226/07/10001) regelt die Anwendung des BFH-Urteils. Danach
sind die vorstehenden Regelungen auf alle offenen Fälle anzuwenden. Es ist jedoch nicht zu beanstanden, wenn
sämtliche Umsatzsteuervorauszahlungen und -erstattungen mit Zahlung oder Gutschrift vor dem 30.04.2008
(Veröffentlichung des BFH-Urteils im Bundessteuerblatt) einheitlich nicht als regelmäßig wiederkehrende
Ausgaben oder Einnahmen nach § 11 Einkommensteuergesetz (EStG) behandelt werden.
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Übernahme einer Geldbuße für den Arbeitnehmer stellt
Arbeitslohn dar
(02.12.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 22.07.2008 (Aktenzeichen VI R 47/06) entschieden,
dass ein gegen einen Arbeitnehmer verhängtes Bußgeld auch dann nicht zum Abzug von Werbungskosten führt, wenn
es im Rahmen beruflicher Aufgaben verursacht wird. Übernimmt ein Arbeitgeber eine Geldbuße für seinen
Arbeitnehmer, stellt dieser Betrag Arbeitslohn dar. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Arbeitgeber aus ganz
überwiegend eigenbetrieblichem Interesse handelt. Nach ständiger Rechtsprechung des BFH ist das
eigenbetriebliche Interesse umso geringer, je stärker der Arbeitnehmer aus seiner Sicht entlastet oder
bereichert wird. Im Streitfall ging es um eine gegen den Geschäftsführer einer GmbH verhängte Geldbuße wegen
des Verstoßes gegen lebensmittelrechtliche Bestimmungen.
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Einigung bei der Erbschaftsteuerreform wackelt (18.11.2008)
Am 06.11.2008 hat sich der Koalitionsausschuss auf eine Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts
geeinigt. Eingeführt wird eine Regelung, nach der Witwen, Witwer und Kinder des Erblassers keine
Erbschaftsteuer auf ein vererbtes Haus oder eine Wohnung zahlen müssen, solange sie diese mindestens
10 Jahre lang selbst nutzen (also weder vermieten, noch verpachten, noch verkaufen oder als
Zweitwohnsitz nutzen). Für Kinder gilt für die Steuerfreiheit zusätzlich die Auflage, dass die Wohnfläche
nicht größer als 200 Quadratmeter sein darf. Daneben können Ehegatten für ererbtes Geldvermögen
einen Freibetrag i.H.v. 500.000 Euro geltend machen, für Kinder gilt ein Freibetrag von
400.000 Euro.
Für Firmenerben wird es zukünftig zwei Optionen geben, deren Wahl bindend ist:
Option 1: Firmenerben, die den ererbten Betrieb im Kern sieben Jahre fortführen, werden von der
Besteuerung von 85 % des übertragenen Betriebsvermögens verschont, vorausgesetzt, die Lohnsumme
beträgt nach sieben Jahren nicht weniger als 650 % der Lohnsumme zum Erbzeitpunkt. Daneben darf
der Anteil des Verwaltungsvermögens am betrieblichen Gesamtvermögen höchstens 50 % betragen.
Option 2: Firmenerben, die den ererbten Betrieb im Kern zehn Jahre fortführen, werden komplett von
der Erbschaftsteuer verschont, vorausgesetzt, die Lohnsumme beträgt nach 10 Jahren nicht weniger als
1000 % der Lohnsumme zum Erbzeitpunkt. Daneben darf der Anteil des Verwaltungsvermögens am
betrieblichen Gesamtvermögen höchstens 10 % betragen.
Mittlerweile liegt jedoch ein Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zum Entwurf eines Gesetzes
zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts vor. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.
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Befreiung von der Kfz-Steuer (18.11.2008)
Wer bis zum 30.06.2009 einen neuen Pkw zulässt, muss ein Jahr lang keine Kfz-Steuer zahlen. Wird in diesem
Zeitraum ein umweltfreundlicher Pkw mit Euro-5- oder Euro-6-Norm erstmals zugelassen, verlängert sich die
Befreiung bis auf maximal zwei Jahre. Der Zeitraum der Nichterhebung endet jedoch in jedem Fall am 31.12.2010.
Je eher man also seinen begünstigten Pkw zulässt, desto länger profitiert man von der Steuerbefreiung.
Zusätzlich erhalten alle, die bereits einen besonders schadstoffarmen Pkw fahren, ab dem 01.01.2009 eine
Steuerbefreiung für ein Jahr. Voraussetzung ist, dass der Pkw seit dem Tage der Erstzulassung nach den
Vorschriften der Abgasstufe Euro 5 genehmigt sein muss.
Ab dem 01.01.2011 will die Bundesregierung eine Besteuerung einführen, die sich am Ausstoß des
klimaschädlichen Kohlendioxids ausrichtet. Je niedriger der CO2-Ausstoß, desto niedriger wird auch die
Steuerbelastung sein.
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Kindergeld bei Überschreiten des Jahresgrenzbetrages
(18.11.2008)
Seit dem 09.09.2008 ist eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) (Aktenzeichen
2 BvR 1874/08) zu der Frage anhängig, ob die Überschreitung des Jahresgrenzbetrages zum
vollständigen Wegfall des Kindergeldes führen darf oder eine langsame Reduzierung geboten ist. Betroffenen ist
dazu zu raten, Einspruch einzulegen und einen Antrag auf Ruhen des Verfahrens zu stellen.
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Abzugsbeschränkung bei Bewirtungsaufwendungen
(18.11.2008)
Durch Urteil vom 19.06.2008 (Aktenzeichen VI R 33/07) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass die Bewirtungsaufwendungen eines leitenden Angestellten mit variablen Bezügen, der seine
Arbeitskollegen, insbesondere ihm unterstellte Mitarbeiter, bewirtet, nicht der Abzugsbeschränkung gemäß
§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 9 Abs. 5 Einkommensteuergesetz (EStG)
unterliegen.
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Scheidungsunterhalt durch einmalige Abfindung (18.11.2008)
Gemäß Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.06.2008 (Aktenzeichen III R 57/05) darf bei
Zahlung einer einmaligen Abfindung statt laufender Unterhaltszahlungen an den getrennt lebenden Ehegatten der
unterhaltsverpflichtete Ehegatte nicht den gesamten Abfindungsbetrag als außergewöhnliche Belastung abziehen.
Stattdessen kann er nur entweder das Realsplitting (abhängig von der Zustimmung des geschiedenen Partners)
wählen oder 7.680 Euro pro Jahr als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Abs. 1
Einkommensteuergesetz (EStG) geltend machen.
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Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur
Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG)
verkündet
(06.11.2008)
Das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) ist am 28.10.2008
im Bundesgesetzblatt (BGBl 2008 I S. 2026) verkündet worden. Es tritt zum 01.11.2008 in
Kraft.
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NLP- und Supervisionskurse können Werbungskosten sein
(06.11.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in zwei Urteilen vom 28.08.2008 (Aktenzeichen VI R 44/04 und
VI R 35/05) seine Rechtsprechung in Bezug auf die Abgrenzung beruflich und privat veranlasster
Bildungsaufwendungen fortentwickelt. In beiden Urteilsfällen hatten leitende Angestellte NLP- bzw.
Supervisionskurse besucht. Nach den Entscheidungen des BFH können die Aufwendungen für den Besuch solcher
Kurse zu Werbungskosten führen.
Für die berufliche Veranlassung solcher Kurse spricht, wenn sie von einem berufsmäßigen Veranstalter
durchgeführt werden, ein homogener Teilnehmerkreis vorliegt und die erworbenen Kenntnisse auf die Verwendung
in der beruflichen Tätigkeit angelegt sind.
Die Möglichkeit, dass die vermittelten Inhalte privat angewendet werden können, ist unbeachtlich, wenn sie
sich lediglich als zwangsläufige und untrennbare Folge aus den im beruflichen Interesse gewonnenen Kenntnissen
und Fähigkeiten ergibt.
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Regierungsentwurf für ein Gesetz zur Förderung von Familien
und haushaltsnahen
Dienstleistungen (FamLeistG)
(06.11.2008)
Der Regierungsentwurf für ein Gesetz zur Förderung von Familien und haushaltsnahen Dienstleistungen
(FamLeistG) sieht eine Erhöhung des Kindergelds für das erste und zweite Kind um 10 Euro (von
154 Euro auf 164 Euro), für das dritte Kind um 16 Euro (von
154 Euro auf 170 Euro) und für das vierte und folgende Kinder um
16 Euro (von 179 Euro auf 195 Euro) vor.
Gleichzeitig soll der Kinderfreibetrag von 3.648 Euro auf 3.840 Euro erhöht
werden.
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Keine Rundfunkgebühr für internetfähigen Computer
(06.11.2008)
Das Verwaltungsgericht Münster hat mit Urteil vom 06.10.2008 (Aktenzeichen 7 K 1473/07)
entschieden, dass der Besitzer eines internetfähigen Computers nicht allein wegen dieser Tatsache
Rundfunkgebühren zahlen muss, da aus dem Besitz eines entsprechend ausgerüsteten PCs nicht automatisch auf
einen Rundfunkempfang geschlossen werden kann.
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Gewerbesteuermessbetrag nicht mehr vorläufig (06.11.2008)
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hatte bereits mit Urteil vom 15.01.2008 (Aktenzeichen
1 BvL 2/04) entschieden, dass es mit der Verfassung vereinbar ist, bestimmte Einkünfte nicht der
Gewerbesteuer zu unterwerfen. Ein am 08.04.2008 ergangenes Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) (Aktenzeichen
VIII R 73/05) ging in dieselbe Richtung. Die Richter sahen keine verfassungsrechtlichen Bedenken
gegen eine Gewerbesteuerpflicht kraft Rechtsform. Im Hinblick auf diese Entscheidungen hebt ein Erlass der
obersten Finanzbehörden der Länder vom 10.10.2008 jetzt ab sofort die Weisung auf, den
Gewerbesteuer-Messbetrag vorläufig festzusetzen.
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Noch immer keine Einigung bei der Erbschaftsteuerreform
(12.10.2008)
Am 09.10.2008 hat die Arbeitsgruppe zur Erbschaftsteuerreform bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche
getagt, doch auch diesmal konnte keine abschließende Einigung erzielt werden. Streitpunkte sind die geplanten
Regelungen für selbst genutzte Immobilien und die Höhe des zu gewährenden Freibetrages.
Bislang stand der Gesetzgeber unter erheblichem Zeitdruck, da man in Fachkreisen einhellig der Meinung war,
dass die Erbschaftsteuer automatisch ausläuft, wenn bis zum 31.12.2008 keine Neuregelung getroffen wird.
Mittlerweile gibt es aber Stimmen, die davon ausgehen, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
(BVerfG) nicht so zu verstehen ist, dass eine fehlende Neuregelung zu einem Auslaufen der Erbschaftsteuer
führt, da die Verfassungsrichter in ihrer Entscheidung bewusst eine andere Formulierung gewählt hatten, als
dies bei der Entscheidung zur Vermögensteuer im Jahr 1995 der Fall war. Diese wird mangels gesetzlicher
Neuregelung seit dem 31.12.1996 nicht mehr erhoben. Ob diese Einschätzung zutrifft, bleibt abzuwarten.
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Abzugsbeschränkung bei Bewirtungsaufwendungen
(12.10.2008)
Durch Urteil vom 19.06.2008 (Aktenzeichen VI R 33/07) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass die Bewirtungsaufwendungen eines leitenden Angestellten mit variablen Bezügen, der seine
Arbeitskollegen, insbesondere ihm unterstellte Mitarbeiter, bewirtet, nicht der Abzugsbeschränkung gemäß
§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 i.V.m. § 9 Abs. 5 Einkommensteuergesetz (EStG)
unterliegen.
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Scheidungsunterhalt durch einmalige Abfindung (12.10.2008)
Gemäß Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.06.2008 (Aktenzeichen III R 57/05) darf bei
Zahlung einer einmaligen Abfindung statt laufender Unterhaltszahlungen an den getrennt lebenden Ehegatten der
unterhaltsverpflichtete Ehegatte nicht den gesamten Abfindungsbetrag als außergewöhnliche Belastung abziehen.
Stattdessen kann er nur entweder das Realsplitting (abhängig von der Zustimmung des geschiedenen Partners)
wählen oder 7.680 Euro pro Jahr als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Abs. 1
Einkommensteuergesetz (EStG) geltend machen.
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Entscheidung des Bundesfinanzhofs über die Übertragung der
steuerfreien
Abgeordnetenpauschale auf andere Personen
(05.10.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat am 02.10.2008 im Anschluss an die mündliche Verhandlung vom September 2008 in
drei Verfahren (Aktenzeichen: VI R 63/04, VI R 81/04, VI R 13/06), die
die Übertragung der steuerfreien Abgeordnetenpauschale auf die Kläger jener Verfahren zum Gegenstand hatten,
die Revisionen der Kläger zurückgewiesen.
Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Landtags von Baden-Württemberg erhalten im Rahmen ihrer
Amtsausstattung eine Kostenpauschale zur Abgeltung bestimmter mandatsbedingter Aufwendungen, die als
Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 12 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerfrei
ist.
In den anhängigen Verfahren rügten die Kläger, die unterschiedlichen Berufsgruppen angehören
(Geschäftsführer, Rechtsanwalt und Steuerberater und Richter am Finanzgericht), eine gleichheitswidrige
Begünstigung Abgeordneter durch die Gewährung einer steuerfreien Kostenpauschale. Sie beantragten eine
Berücksichtigung des pauschalen Werbungskostenabzugs in ihrer Einkommensteuerveranlagung.
Der BFH bestätigte die Entscheidungen der Vorinstanzen. Danach steht den Klägern die steuerfreie
Kostenpauschale nicht zu, da sie nicht zu den Abgeordneten gehörten. Von einer Vorlage der steuerfreien
Kostenpauschale an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zur Überprüfung ihrer Verfassungsmäßigkeit sah der
BFH jedoch ab, da es hierauf für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit der angefochtenen Steuerbescheide nicht
ankam. Der BFH musste daher keine Entscheidung darüber treffen, ob und inwieweit die steuerfreie
Kostenpauschale den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt.
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Aufteilung des Pflegepauschbetrages nach § 33b EStG
(05.10.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 19.06.2008 (Aktenzeichen III R 34/07)
entschieden, dass der Pflegepauschbetrag auf diejenigen aufgeteilt wird, die persönlich Pflegeleistungen
erbracht haben. Teilen sich mehrere Personen die Pflege einer hilflosen Person, muss der Pauschbetrag auch
dann aufgeteilt werden, wenn nur einer den Pauschbetrag geltend macht, der andere jedoch den Abzug der
tatsächlichen Aufwendungen beantragt oder gänzlich auf eine Geltendmachung verzichtet. Der Pauschbetrag darf
nur anteilig angesetzt werden. Eine abweichende Aufteilung, wie z.B. nach Pflegezeit oder einem vereinbarten
Schlüssel, ist nicht möglich.
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Vollzeiterwerbstätigkeit im Rahmen der Berufsausbildung
(05.10.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Beschluss vom 31.07.2008 (Aktenzeichen III B 64/07)
klargestellt, dass nach gesicherter Rechtsprechung eine Vollzeiterwerbstätigkeit neben einem ernsthaft und
nachhaltig betriebenen Studium die Berücksichtigung als Kind in Berufsausbildung i.S. des
§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a Einkommensteuergesetz (EStG) bei den Eltern nicht ausschließt.
Die neben dem Studium erzielten Einkünfte aus der Vollzeiterwerbstätigkeit sind daher bei der Prüfung, ob der
Jahresgrenzbetrag überschritten wird, einzubeziehen.
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Kindergeldanspruch für ausbildungsplatzsuchendes Kind
(05.10.2008)
Beim Kindergeldbezug gilt der Nachweis, dass sich ein Volljähriger ernsthaft um einen Ausbildungsplatz
bemüht hat, dadurch als erbracht, dass er sich bei der Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit gemeldet
hat. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 19.06.2008 (Aktenzeichen III R 66/05) jedoch
entschieden, dass die Meldung nur für drei Monate fortwirkt. Danach muss sich das Kind erneut melden. Tut es
dies nicht, entfällt der Kindergeldanspruch. Der Nachweis der Ausbildungsplatzsuche kann aber auch durch
Vorlage von Zeitungsanzeigen und Kopien von Absagen auf Bewerbungen geführt werden.
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Veräußerungsverluste bei Gebrauchsgütern (05.10.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 22.04.2008 (Aktenzeichen IX R 29/06) entschieden,
dass die Veräußerung eines Gebrauchtwagens innerhalb eines Jahres nach Anschaffung als privates
Veräußerungsgeschäft steuerbar ist. Durch diese Entscheidung kann der Steuerpflichtige jedoch auch Verluste
aus Privatverkäufen abziehen. Dieses Urteil ist vor allem für Steuerpflichtige von Bedeutung, die Gewinne aus
privaten Veräußerungsgeschäften erzielt haben oder erzielen werden, da die Verluste aus privaten
Veräußerungsgeschäften nur mit aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielten Gewinnen verrechnet werden
dürfen.
Der BFH ging im Urteilsfall davon aus, dass von der Vorschrift des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
Einkommensteuergesetz (EStG) alle Wirtschaftsgüter des Privatvermögens erfasst werden. Die Finanzverwaltung
hatte bisher eine Anwendung der Vorschrift auf Wirtschaftsgüter des täglichen Lebens abgelehnt.
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Mündliche Verhandlung in Sachen Pendlerpauschale
(16.09.2008)
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat am 10.09.2008 zur Entfernungspauschale verhandelt. Seit dem Jahr
2007 können Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte grundsätzlich nicht mehr als Werbungskosten geltend
gemacht werden. Lediglich die Aufwendungen für Fahrten ab dem 21. Entfernungskilometer können wie
Werbungskosten geltend gemacht werden.
Nach Auffassung der Kläger sind die Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte
Erwerbsaufwendungen und daher bei der Bestimmung der finanziellen Leistungsfähigkeit nach dem objektiven
Nettoprinzip zum Abzug zu bringen.
Das Urteil des BVerfG wird bis zum Jahresende erwartet.
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Musterverfahren zum häuslichen Arbeitszimmer (16.09.2008)
Vor dem Finanzgericht Sachsen-Anhalt ist unter dem Aktenzeichen 4 K 980/08 ein neues
Musterverfahren anhängig, in dem sich der Bund der Steuerzahler gegen die Neuregelung zur Absetzbarkeit von
Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer wendet. Seit dem 01.01.2007 wird ein häusliches Arbeitszimmer
nur noch dann steuerlich berücksichtigt, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen
Tätigkeit darstellt. Damit entfällt die Abzugsfähigkeit des Arbeitszimmers z.B. für Handelsvertreter und
Lehrer, da bei diesen das Arbeitszimmer normalerweise nicht den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit bildet.
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Kein doppelter Haushalt bei Wohnen im Wohnmobil
(09.09.2008)
Mit Urteil vom 23.07.2008 (Aktenzeichen 2 K 1238/08) hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz
entschieden, dass kein Führen eines zweiten Haushalts am Beschäftigungsort bei einem Leben in einem Wohnmobil
vorliegt, wenn das Fahrzeug nicht am auswärtigen Standort verbleibt, sondern zu Wochenendheimfahrten bzw.
weiteren beruflichen oder privaten Fahrten verwendet wird.
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Umsatzsteuer bei der Auslagerung von Dienstleistungen durch
Banken (09.09.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 12.06.2008 (Aktenzeichen V R 32/06) zu der Frage
Stellung genommen, unter welchen Voraussetzungen Dienstleister beim Outsourcing gegenüber Banken
umsatzsteuerfreie Leistungen erbringen können.
Die Entscheidung betraf die Leistungen eines Rechenzentrums, das für Banken Datenverarbeitungsleistungen
erbrachte, die von den Banken insbesondere für Zwecke des steuerfreien Überweisungsverkehrs genutzt
wurden.
Der BFH stützte sich auf die vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) entwickelten Grundsätze zur Erbringung
steuerfreier Leistungen im Banken- und Finanzbereich. Steuerfreie Bank- und Finanzdienstleistungen können
demnach nicht nur durch Banken und Finanzinstitute, sondern auch durch andere Dienstleister wie z.B.
Rechenzentren gegenüber Banken oder Finanzinstituten erbracht werden. Die jeweilige Leistung muss jedoch
insgesamt die besonderen und wesentlichen Funktionen der steuerfreien Bank- oder Finanzdienstleistung
erfüllen. Im zu entscheidenden Fall hat der BFH aber die Leistungen des Rechenzentrums als steuerpflichtig
angesehen, da das Rechenzentrum auch allgemeine steuerpflichtige Leistungen erbracht hatte und keine
eindeutige Abgrenzung möglich war.
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Operation einer Fettschürze keine außergewöhnliche
Belastung (09.09.2008)
Das Finanzgericht Hamburg hat mit Urteil vom 06.06.2008 (Aktenzeichen 5 K 24/07) entschieden,
dass Aufwendungen für die operative Entfernung einer Fettschürze nicht als außergewöhnliche Belastung
abziehbar sind, wenn vor der Operation kein amts- oder vertrauensärztliches Attest eingeholt wurde, welches
die medizinische Notwendigkeit belegt.
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Erneut Klage zum Solidaritätszuschlag anhängig (09.09.2008)
Der Bund der Steuerzahler hat erneut eine Klage gegen die Erhebung des Solidaritätszuschlags eingereicht.
Das neue Verfahren ist beim Finanzgericht Niedersachsen (Aktenzeichen 7 K 143/08) anhängig und
betrifft das Streitjahr 2007.
Der Solidaritätszuschlag stellt eine Ergänzungsabgabe dar. Da solche aber nicht auf Dauer und nur in
Ausnahmesituationen erhoben werden dürfen, rügt der Bund der Steuerzahler die fortwährende Erhebung (seit
1995) des Solidaritätszuschlags.
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Die Leistungen eines Car-Sharing-Vereins unterliegen dem
Regelsteuersatz
(09.09.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 12.06.2008 (Aktenzeichen V R 33/05) entschieden,
dass die entgeltliche Überlassung eines Kfz durch einen Car-Sharing-Verein an seine Mitglieder nicht dem
ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %, sondern dem Regelsatz von 19 % unterliegt. Es
liegt insoweit ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vor. Die Tätigkeit des Vereins kann wegen des
Umweltschutzcharakters gemeinnützig sein. Jedoch sind die Voraussetzungen für einen Zweckbetrieb i.S.d.
§ 65 Abgabenordnung (AO) nicht erfüllt, da der Umweltschutz auch anders als durch Car-Sharing
gefördert werden kann.
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Vertragsarztzulassung als immaterielles Wirtschaftsgut
(09.09.2008)
Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) vom 26.03.2007
(siehe hierzu Bundesgesetzblatt 2007 I, S. 378) hat mit Wirkung vom 01.04.2007 zum Wegfall der
Zulassungsbeschränkungen für Zahnärzte geführt. In diesen Fällen ist eine Teilwertabschreibung nach
§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) auf die Vertragsarztzulassung zulässig, da
ab diesem Zeitpunkt mit der kassenärztlichen Zulassung kein verwertbarer wirtschaftlicher Vorteil mehr
verbunden ist. Näheres hierzu regelt eine Verfügung der Oberfinanzdirektion Frankfurt vom 04.06.2008
(S 2134 a A - 7 - St 210).
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Aufwendungen als Betreuer eines Angehörigen sind steuerlich
nicht abzugsfähig
(09.09.2008)
Das Finanzgericht Berlin hat mit Urteil vom 05.05.2008 (Aktenzeichen 13 K 9072/05 B)
entschieden, dass Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Bestellung als Betreuer für einen
Familienangehörigen anfallen, nicht steuermindernd berücksichtigt werden.
Im vorliegenden Fall waren einem der Söhne des zu betreuenden Vaters Fahrt- und Telefonkosten entstanden, die
er als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen wollte. Zu einer tatsächlichen Bestellung eines
Betreuers kam es wegen des Todes des Vaters nicht mehr.
Außergewöhnliche Belastungen sind gegeben, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als
der überwiegenden Zahl der Steuerpflichtigen in vergleichbarer Situation erwachsen. Das Gericht sah hier die
Zwangsläufigkeit nicht als gegeben an, da der Kläger weder rechtlich noch sittlich verpflichtet gewesen sei,
sich als Betreuer zur Verfügung zu stellen. Entscheidungserheblich war auch die Tatsache, dass der Kläger nach
zivilrechtlichen Vorschriften Ersatz für seine Aufwendungen hätte fordern können, aber keine dahingehenden
Bemühungen unternahm.
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Die neue Steueridentifikationsnummer ("Steuer-ID") kommt
(08.08.2008)
Bis zum 31.12.2008 sollen alle Bürger ein Mitteilungsschreiben erhalten, in dem die neue Steuer-ID und die
gespeicherten Eckdaten mitgeteilt werden. Es wird jedoch einige Monate dauern, bis jeder seine Steuer-ID
erhalten hat. Sie wird ab der Geburt erteilt und jeden ein Leben lang begleiten. Zur Steuer-ID werden
gespeichert: Familienname, frühere Namen, Vornamen, Doktorgrad, Tag und Ort der Geburt, Geschlecht,
gegenwärtige oder letzte bekannte Anschrift, zuständige Finanzbehörden und Sterbetag. So kann eine korrekte
Zuordnung erfolgen. Weitere Daten werden nicht gespeichert. Die ID muss künftig bei Anträgen, Erklärungen oder
Mitteilungen gegenüber Finanzbehörden angegeben werden. Die Daten werden spätestens 20 Jahre nach dem Tod
eines Steuerpflichtigen gelöscht. Bei Umzug wird die neue Adresse durch die Meldebehörde an das
Bundeszentralamt für Steuern übermittelt.
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
→ www.identifikationsmerkmal.de.
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Allgemeinverfügung bei Einsprüchen bezüglich Einkünften aus
Kapitalvermögen
(08.08.2008)
Einsprüche gegen die Festsetzungen der Einkommensteuer sowie gegen die gesonderten und einheitlichen
Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen, die am 22.07.2008 anhängig waren und in denen geltend gemacht wird,
dass die Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 Einkommensteuergesetz - EStG) gegen
das Grundgesetz verstößt, werden mit Allgemeinverfügung der obersten Finanzbehörden der Länder vom 22.07.2008
zurückgewiesen. Entsprechendes gilt für am 22.07.2008 anhängige, außerhalb eines Einspruchs- oder
Klageverfahrens gestellte und zulässige Anträge auf Aufhebung oder Änderung einer Einkommensteuerfestsetzung
oder einer gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen.
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Steuerfreiheit des Arbeitslohns aus einer geringfügigen
Beschäftigung
(08.08.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 29.05.2008 (Aktenzeichen VI R 57/05) entschieden,
dass die Beurteilung, ob ein nach § 3 Nr. 39 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfreies
Arbeitsentgelt aus einer geringfügigen Beschäftigung erzielt wird, ausschließlich nach
sozialversicherungsrechtlichen Maßstäben vorzunehmen ist. Die Geringfügigkeitsgrenze ist auch unter
Einbeziehung tariflich geschuldeter, aber tatsächlich nicht ausgezahlter Löhne zu bestimmen. Dies gilt auch
dann, wenn die Arbeitnehmer auf die Auszahlung einer arbeits- oder tarifvertraglich zugesicherten
Sonderzahlung verzichtet haben oder die Auszahlung des geschuldeten Arbeitsentgelts unterbleibt. Der
Einkommensteuer unterliegt jedoch auch bei einer geringfügigen Beschäftigung nur der tatsächlich zugeflossene
Arbeitslohn (sogenanntes Zuflussprinzip).
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Umsatzsteuerpflicht für Schwangerschaftsabbrüche
(08.08.2008)
Leistungen von Ärzten im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen mit sozialer Indikation können
umsatzsteuerpflichtig sein. Die Veröffentlichung eines entsprechenden BMF-Schreibens, in dem auch geregelt
wird, ob die Anwendung auf alle offenen Fälle zu erfolgen hat, steht noch aus. Nach § 4 Nr. 14
Umsatzsteuergesetz (UStG) sind Umsätze aus einer Tätigkeit als Arzt steuerfrei. Zur Tätigkeit als Arzt gehören
alle Maßnahmen, die der Diagnose, der Behandlung und der Heilung von Krankheiten dienen. Hierzu gehört auch
die medizinische Beratung bei Schwangerschaftsabbrüchen, nicht aber die Sozialberatung. Ob bei sozial
indizierten Schwangerschaftsabbrüchen ein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht, ist noch nicht
höchstrichterlich geklärt; dagegen dürfte bei medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbrüchen die
Umsatzsteuerfreiheit unstrittig sein.
↑ nach oben
Rückkehr des halben Vorsteuerabzugs für gemischt genutzte
Pkw (03.08.2008)
Im Regierungsentwurf des Jahressteuergesetzes 2009 (JStG 2009) ist die Wiedereinführung des
halben Vorsteuerabzugs für gemischt genutzte Pkw ab 01.01.2009 geplant.
↑ nach oben
Kaufzwang führt nicht zur Annahme außergewöhnlicher
Belastungen (03.08.2008)
Das Finanzgericht München hat mit Urteil vom 10.03.2008 (Aktenzeichen 13 K 2392/05)
entschieden, dass Aufwendungen eines manisch-depressiven Steuerpflichtigen zur Befriedigung seines
Kaufzwangs diesen nicht belasten, da er mit dem Kauf von Waren auch einen Gegenwert erhält.
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Vorauszahlungen zur Einkommensteuer ab 2009 (13.07.2008)
Vorauszahlungen zur Einkommensteuer sind ab dem Jahr 2009 erst dann festzusetzen, wenn sie mindestens
400 Euro im Kalenderjahr und mindestens 100 Euro je Quartal betragen. Außerdem
werden die Beträge für die Erhöhung von bereits festgesetzten Vorauszahlungen auf 100 Euro
sowie für eine nachträgliche Erhöhung von Vorauszahlungen auf 5.000 Euro angehoben.
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Wiedereinführung des halben Vorsteuerabzugs für gemischt
genutzte Kfz
(13.07.2008)
Der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2009 (JStG 2009) sieht die Wiedereinführung der
Beschränkung des Vorsteuerabzugs bei gemischt genutzten Fahrzeugen auf 50 % vor. Diese
Beschränkung soll unabhängig vom tatsächlichen Anteil der privaten Nutzung erfolgen.
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Leistungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des
Gesundheitszustandes des Arbeitnehmers
(13.07.2008)
Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2009 (JStG 2009, Entwurf im Bundeskabinett verabschiedet am
18.06.2008) soll mit dem § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) ein neuer Freibetrag für vom
Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn erbrachte Leistungen zur Gesundheitsförderung eingeführt werden.
Die Steuerbefreiung wird auf einen jährlichen Höchstbetrag von 500 Euro je Arbeitnehmer
beschränkt. Begünstigt sein soll auch die Zuwendung entsprechender Barzuschüsse an den Arbeitnehmer. Die
Bezuschussung von Beiträgen an Sportvereine und Fitnessstudios ist grundsätzlich nicht begünstigt, es sei
denn, die angebotenen Leistungen erfüllen die Anforderungen des Leitfadens Prävention der Krankenkassen.
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Entwurf eines Steuerbürokratieabbaugesetzes (13.07.2008)
Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens wurde
am 23.06.2008 veröffentlicht und sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:
- Pflicht zur elektronischen Übermittlung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für
Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2010 beginnen
- Pflicht zur elektronischen Abgabe der Einkommensteuererklärung für Steuerpflichtige mit
Gewinneinkünften, der Gewerbesteuererklärung, der Körperschaftsteuererklärung und der Erklärung zur
gesonderten Feststellung
- Schaffung einer Rechtsgrundlage, nach der Unternehmer Meldungen zur Aufnahme einer beruflichen und
gewerblichen Tätigkeit auch elektronisch abgeben können
Den vollständigen Referentenentwurf können Sie hier downloaden:
→
Referentenentwurf für ein Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Steuerverfahrens
(Steuerbürokratieabbaugesetz)
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Deutscher Bundestag beschließt Gesetz zur Modernisierung
des GmbH-Rechts
(29.06.2008)
Der Deutsche Bundestag hat am 26.06.2008 das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung
von Missbräuchen (MoMiG) beschlossen. Entgegen den ursprünglichen Entwürfen hat es beim nun beschlossenen
MoMiG aber erhebliche Änderungen gegeben. Zwar wird eine Einstiegsvariante der GmbH, die sogenannte
"haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft" eingeführt, die ohne ein bestimmtes Mindeststammkapital
gegründet werden kann. Diese Unternehmergesellschaft darf ihre Gewinne aber nicht voll ausschütten und soll
auf diese Weise das Mindeststammkapital der normalen GmbH ansparen.
Das Mindeststammkapital der normalen GmbH wird dagegen nicht wie geplant auf 10.000 Euro herabgesetzt. Hier
bleibt es bei 25.000 Euro.
Das MoMiG wird voraussichtlich ab Oktober/November 2008 in Kraft treten.
Die wichtigsten Punkte finden Sie hier:
→
Schwerpunkte des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen
(MoMiG)
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Ansparabschreibung mindert Gewinn für
Buchführungspflichtgrenze (29.06.2008)
Das Finanzgericht Brandenburg hat in seinem Urteil vom 16.11.2007 (Aktenzeichen 7K 7124/07)
entschieden, dass die den Gewinn mindernde Auswirkung einer Ansparabschreibung auch für die Unterschreitung
der Buchführungsgrenze zu berücksichtigen ist. Gemäß § 141 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Abgabenordnung
(AO) besteht Buchführungspflicht, wenn der Gewinn aus Gewerbebetrieb 50.000 Euro (Stand ab 01.01.2008) im
Wirtschaftsjahr überschreitet. Wird durch die Einstellung einer Ansparrücklage oder die Inanspruchnahme eines
Investitionsabzugsbetrags diese Grenze unterschritten, kann der Steuerpflichtige nicht zur Buchführung
aufgefordert werden.
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Verkauf eines Gebrauchtwagens als privates
Veräußerungsgeschäft (19.06.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 22.04.2008 (Aktenzeichen IX R 29/06) entschieden,
dass die Veräußerung eines Gebrauchtkraftwagens innerhalb eines Jahres nach Anschaffung nach
§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) steuerbar ist.
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Keine Zweitwohnungsteuer für Studenten (19.06.2008)
Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat mit Urteil vom 22.04.2008 entschieden, dass ein Student, der
mit Hauptwohnsitz im Haushalt seiner Eltern gemeldet ist, für seine am Studienort befindliche Nebenwohnung
nicht zur Zweitwohnungsteuer herangezogen werden kann.
Eine Zweitwohnungsteuer könne nur erhoben werden, wenn für eine weitere Wohnung ein besonderer Aufwand
betrieben werde, der über die Befriedigung des allgemeinen Lebensbedarfs hinausgehe und deshalb eine besondere
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen zu vermuten ist. Es fehle bei Studenten im
Allgemeinen am Wohnen in zwei Wohnungen, wenn diese in der elterlichen Wohnung melderechtlich ihren
Hauptwohnsitz beibehielten. An den ihnen von den Eltern überlassenen Räumen stehen Studenten normalerweise
keine tatsächliche und rechtliche Verfügungsmacht zu, so dass sie nicht als Inhaber einer Erstwohnung im
steuerrechtlichen Sinne anzusehen seien.
Gegen das Urteil des Oberverwaltungsgerichts ist die Revision zum Bundesverwaltungsgericht (BVerwG)
zugelassen.
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Fahrtkosten im Rahmen einer befristeten
Fortbildungsmaßnahme (19.06.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 10.04.2008 (Aktenzeichen VI R 66/05) ein weiteres
Urteil zur Ermittlung von Fahrtkosten zu einer nebenberuflichen Bildungsstätte erlassen.
Im Streitfall hatte ein Arbeitnehmer neben seiner Vollbeschäftigung an zwei Abenden in der Woche und am
Samstag vier Jahre lang an einer auswärtigen Bildungsmaßnahme teilgenommen. Das Finanzamt beurteilte das
Weiterbildungsinstitut als zusätzliche regelmäßige Arbeitsstätte des Klägers und berücksichtigte die
Fahrtkosten nur in Höhe der Entfernungspauschale.
Der BFH war dagegen der Meinung, dass eine Bildungseinrichtung im Allgemeinen nicht zu einer regelmäßigen
Arbeitsstätte im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Einkommensteuergesetz (EStG) alte Fassung
(jetzt: § 9 Abs. 2 EStG) wird, wenn ein vollbeschäftigter Arbeitnehmer eine längerfristige,
jedoch nur vorübergehende berufliche Fortbildungsmaßnahme durchführt. Die Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte
sind daher nicht mit der Entfernungspauschale, sondern in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten zu
berücksichtigen.
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Neuanlage eines Gartens führt nicht zu Werbungskosten beim
Arbeitszimmer
(19.06.2008)
Nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14.03.2008 (Aktenzeichen IX B 183/07)
zählen Aufwendungen, die für die Neuanlage oder Pflege eines Gartens entstehen, nicht zu den Kosten eines
Arbeitszimmers im selbstgenutzten Einfamilienhaus. Der Garten ist ein selbständiges Wirtschaftsgut.
Werbungskosten können daher nur dann entstehen, wenn auch der Garten für die Erzielung von
Vermietungseinkünften genutzt wird.
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Keine Verpflichtung zum Abgleich von Kontonummer und
Empfängernamen bei Online-Banking
(19.06.2008)
Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 18.06.2007 (Aktenzeichen 222 C 5471/07)
entschieden, dass Banken beim Online-Banking nicht dazu verpflichtet sind, abzugleichen, ob Empfängername und
Kontonummer übereinstimmen. Die Überweisung per Online-Banking beinhaltet den Verzicht des Kunden auf einen
solchen Datenabgleich. Bei Verwendung einer falschen Kontonummer können sich Bankkunden nicht darauf
verlassen, dass ihr Fehler von der Bank bemerkt oder gar berichtigt wird. Wenn die irrtümlich angegebene
Kontonummer tatsächlich existiert, kann der Überweisende den Betrag nach Bereicherungsrecht direkt vom
Empfänger zurückfordern. Im Streitfall war das Geld jedoch vom falschen Empfänger bereits verbraucht worden
und konnte nicht an den Überweiser zurückgezahlt werden.
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Solidaritätszuschlag ist nicht verfassungswidrig (04.06.2008)
Mit Beschluss vom 11.02.2008 hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Verfassungsbeschwerde gegen den
Solidaritätszuschlag, die sich gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 28.06.2006 richtete, nicht
zur Entscheidung angenommen. Der BFH hatte keine Revision wegen der Frage zugelassen, ob die Erhebung des
Solidaritätszuschlags im Jahr 2002 verfassungsgemäß war. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat daher
mit Schreiben vom 14.05.2008 die Anweisung aufgehoben, dass die Festsetzung des Solidaritätszuschlags
vorläufig erfolgt.
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Keine Aussetzung von Amts wegen im Hinblick auf die
Entfernungspauschale
(04.06.2008)
In seinem Schreiben vom 28.04.2008 lehnt das Bundesfinanzministerium (BMF) die Bitte der
Arbeitsgemeinschaft Klimatagung ab, die Festsetzung der Einkommensteuer für Veranlagungszeiträume ab 2007
hinsichtlich der Entfernungspauschale von Amts wegen auszusetzen. Einen gleichlautenden Vorschlag der
Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) hatte das Ministerium bereits im März 2008 zurückgewiesen.
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Sprecher von Werbespots sind keine Künstler (04.06.2008)
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 02.04.2008 (Aktenzeichen
3 K 2240/04) liegt keine künstlerische Tätigkeit vor, wenn ein Sprecher von Werbespots im Radio
lediglich die Rolle eines normalen Produktbenutzers spricht und den Gegenstand der Werbung anpreist, aber
darüber hinaus keine größere Rolle verkörpert, die eigenschöpferisch gestaltet werden kann. Das Gericht ging
im Urteilsfall davon aus, dass es sich um gewerbliche Einkünfte handelt.
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Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2009
(15.05.2008)
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 28.04.2008 den Referentenentwurf des Jahressteuergesetzes
2009 veröffentlicht. Die endgültige Verabschiedung des Gesetzes ist allerdings erst für den 19.12.2008
geplant.
Nähere Informationen finden Sie hier:
→
Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2009 vorgestellt
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Umsatzsteuerbefreiung für Hippotherapie (15.05.2008)
Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 30.01.2008 (Aktenzeichen XI R 53/06) stellt
die Hippotherapie, bei der sich der Patient an die Rückenschwingungen eines im Schritt gehenden Pferdes
anpasst, eine umsatzsteuerfreie Heilbehandlung nach § 4 Nr. 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) dar.
Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass diese Therapie von einem Krankengymnasten mit entsprechender
Zusatzausbildung auf ärztliche Verordnung hin durchgeführt wird.
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Sanierung eines dioxinbelasteten Einfamilienhauses
(15.05.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 20.12.2007 (Aktenzeichen III R 56/04)
entschieden, dass die Aufwendungen für die Sanierung eines mit Dioxin belasteten Einfamilienhauses
außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 Einkommensteuergesetz (EStG) darstellen können.
Voraussetzung für die Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastung ist, dass die Eigentümer kein
Verschulden trifft, die Belastung im Zeitpunkt des Grundstückserwerbs nicht bekannt war, es keine
Ersatzansprüche gegen Dritte gibt und der Eigentümer zur Sanierung bodenschutzrechtlich verpflichtet ist oder
ein amliches Gutachten über eine konkrete Gesundheitsgefährdung vorliegt.
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Aufwendungen für Allergiebettbezüge und Allergiematratzen
(14.05.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Beschluss vom 14.12.2007 (Aktenzeichen III B 178/06)
entschieden, dass Allergiebettbezüge und Allergiematratzen nicht zu den Heilmitteln im engeren Sinne gehören,
so dass eine Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastung gemäß § 33 Einkommensteuergesetz
(EStG) nicht ohne besondere Nachweise möglich ist. Die medizinische Notwendigkeit der Anschaffung ist
gegebenenfalls durch ein amts- oder vertrauensärztliches Attest nachzuweisen. Eine von einem Facharzt
ausgesprochene Empfehlung reicht dagegen nicht aus.
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Vorläufige Steuerfestsetzung im Hinblick auf anhängige
Musterverfahren
(05.05.2008)
Der Vorläufigkeitskatalog wurde nach dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 14.04.2008
(Aktenzeichen - IV A 4 - S 0338/07/0003) unter Nr. 2 um die Nichtabziehbarkeit von
Steuerberatungskosten als Sonderausgaben (Aufhebung des § 10 Abs. 1 Nr. 6 Einkommensteuergesetz
- EStG - durch das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm vom 22.12.2005) ergänzt. Der
Vorläufigkeitsvermerk ist im Rahmen der verfahrensrechtlichen Möglichkeiten sämtlichen
Einkommensteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume ab 2006 beizufügen.
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Gewinnzuschlag bei unterjähriger Auflösung der
Ansparabschreibung nach § 7g
EStG (05.05.2008)
Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 26.02.2008 (Aktenzeichen VIII R 82/05) können
Ansparrücklagen nach § 7g Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) sowohl bei Gewinnermittlung durch
Überschussrechnung ebenso wie bei Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich nur zum Ende eines
Wirtschaftsjahres, nicht jedoch während des laufenden Wirtschaftsjahres aufgelöst werden.
In dem vorliegenden Fall ging es um die Frage, ob ein Gewinnzuschlag nach § 7g Abs. 5 EStG
dadurch vermieden werden kann, dass die Rücklage unterjährig aufgelöst wird.
↑ nach oben
Verdeckte Gewinnausschüttung bei privater Pkw-Nutzung
durch einen
Gesellschafter-Geschäftsführer (05.05.2008)
Gemäß einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 23.01.2008 (Aktenzeichen I R 8/06) führt
eine vertraglich ausgeschlossene private Pkw-Nutzung durch den Gesellschafter-Geschäftsführer einer
Kapitalgesellschaft in Höhe der Vorteilsgewährung zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Dieser Vorteil ist
nicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) mit 1 % des
Listenpreises, sondern mit dem gemeinen Wert der Nutzungsüberlassung zuzüglich angemessenen Gewinnaufschlags
zu bewerten (Fremdvergleich).
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Fahrtkosten eines Polizisten zum Dienstsport (05.05.2008)
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Berlin vom 10.01.2008 (Aktenzeichen 6 K 993/05) kann ein
Polizist die Fahrtkosten zum Dienstsport als Werbungskosten abziehen, wenn er durch Dienstanweisung zur
Ausübung des Sports während der Dienstzeit verpflichtet ist und dieser auf Polizeisportanlagen und bestimmte
Sportarten wie Selbstverteidigung, Schwimmen, Retten etc. beschränkt ist.
In anderen Fällen, in denen sich die ausgeübten Sportarten als typischer Freizeitsport darstellten
(Fitnessstudio, Tennis etc.) wurden die Aufwendungen für Dienstsport jedoch nicht als Werbungskosten
anerkannt.
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Haushaltsnahe Dienstleistungen bei Haushalten in einem
Alten- oder Pflegeheim
(08.04.2008)
Bewohner von Alten-, Altenwohn- und Pflegeheimen können ebenfalls Aufwendungen für haushaltsnahe
Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Dafür ist jedoch Voraussetzung, dass in dem Heim grundsätzlich ein
eigenständiger und abgeschlossener Haushalt besteht. Die Oberfinanzdirektion Koblenz hat mit Verfügung vom
06.03.2008 (S 2296b A - St 32 3) die Merkmale eines Haushalts dargelegt und äußert sich zu dessen
räumlichen Grenzen innerhalb eines Heimes. Ein Haushalt ist dann gegeben, wenn der Steuerpflichtige ein
Apartment bewohnt, welches ihm eine eigene Wirtschaftsführung erlaubt. Ein Haushalt soll dann nicht vorliegen,
wenn der Steuerpflichtige lediglich ein Pflegezimmer ohne eigene Kochgelegenheit bewohnt.
↑ nach oben
Aufwendungen für Mediationsverfahren (08.04.2008)
Die Aufwendungen für ein Mediationsverfahren im Rahmen eines Ehescheidungsverfahrens sind nicht als
außergewöhnliche Belastungen nach § 33 Einkommensteuergesetz (EStG) berücksichtigungsfähig, so
die Oberfinanzdirektion Koblenz in einer Kurzinformation zur Einkommensteuer vom 04.03.2008.
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Grundqualifikation und Weiterbildung der Berufskraftfahrer
(18.03.2008)
Berufskraftfahrer, die als Fahrer im Personenverkehr tätig sind, sind nach dem neuen
Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) vom 14.08.2006 und der
Berufskraftfahrer-Qualifikations-Verordnung (BKrFQV) ab September 2008 gesetzlich verpflichtet, als
Berufseinsteiger neben dem Erwerb des Führerscheins der Klassen C und CE auch eine Grundqualifikation zu
durchlaufen. Fahrer, die bereits im Besitz des Führerscheins sind, genießen zwar Bestandsschutz, müssen aber
künftig alle fünf Jahre eine berufliche Weiterbildung ableisten. Bei diesen Weiterbildungskosten handelt es
sich um Werbungskosten.
Der Erwerb des Lkw-Führerscheins und der Grundqualifikation stellen ab 2008 Berufsausbildungskosten nach
§ 10 Abs. 1 Nr. 7 und § 12 Nr. 5 Einkommensteuergesetz (EStG) dar.
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Sonderausgabenabzug von Krankenversicherungsbeiträgen
verstößt gegen das Grundgesetz
(16.03.2008)
Durch Beschluss vom 13.02.2008 (Aktenzeichen 2 BvL 1/06) hat das Bundesverfassungsgericht
(BVerfG) entschieden, dass § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a in Verbindung mit
§ 10 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) sowie alle nachfolgenden Fassungen mit dem Grundgesetz
unvereinbar sind, soweit der Sonderausgabenabzug die Beiträge zu einer privaten Krankheitskostenversicherung
und einer privaten Pflegeversicherung nicht ausreichend erfasst. Steuermindernd berücksichtigt werden müssen
zumindest die Aufwendungen, die dem Umfang nach erforderlich sind, um dem Steuerpflichtigen und seiner Familie
eine sozialhilfegleiche Kranken- und Pflegeversorgung zu gewährleisten. Der Gesetzgeber ist verpflichtet,
spätestens mit Wirkung zum 1. Januar 2010 eine Neuregelung zu treffen. Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben jedoch
die betreffenden einkommensteuerrechtlichen Vorschriften sowie die Nachfolgeregelungen weiter anwendbar.
↑ nach oben
Keine Vererblichkeit des Verlustabzugs (16.03.2008)
Mit Beschluss vom 17.12.2007 (Aktenzeichen GrS 2/04) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass ein Erbe einen vom Erblasser nicht ausgenutzten Verlustvortrag nach § 10d des
Einkommensteuergesetzes (EStG) in Zukunft nicht mehr zur Minderung seiner eigenen Einkommensteuer geltend
machen kann. Er ist damit von der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung und der Handhabung der
Finanzverwaltung abgerückt. Aus Gründen des Vertrauensschutzes ist die neue, ungünstigere Rechtsprechung
jedoch erst in solchen Erbfällen anzuwenden, die nach Veröffentlichung dieses Beschlusses eintreten
werden.
↑ nach oben
Revisionsverfahren wegen privater Steuerberatungskosten
anhängig (15.03.2008)
Nunmehr ist das erste Revisionsverfahren beim Bundsfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen
X R 10/08 bezüglich der Abzugsfähigkeit privater Steuerberatungskosten ab dem
Veranlagungszeitraum 2006 anhängig. Durch die Anhängigkeit des Verfahrens beim BFH ruhen Einspruchverfahren
gegen Einkommensteuerbescheide, mit denen der Abzug privater Steuerberatungskosten beantragt wird, nach
§ 363 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO).
Einsprüche, die unter Hinweis auf das oben genannte Verfahren beim BFH auf dieselbe Rechtsfrage gestützt
werden, dürfen nicht zurückgewiesen werden.
↑ nach oben
Steuerpflicht des Preisgeldes für den Kandidaten einer
Fernsehshow (15.03.2008)
Mit Urteil vom 28.11.2007 (Aktenzeichen IX R 39/06) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden,
dass das von der Kandidatin einer Fernsehshow erzielte Preisgeld in Höhe von 250.000 Euro der
Einkommensteuerpflicht unterliegt. Das Preisgeld war ihr dafür versprochen worden, dass sie während der Show
ihre Angehörigen und Freunde davon überzeugte, einen vom Fernsehveranstalter bestimmten Mann während der
Sendung heiraten zu wollen.
Die Klägerin hat durch ihre Teilnahme an der Fernsehshow eine vertraglich vereinbarte Leistung erbracht und
dafür ein Entgelt in Form des Preisgeldes erhalten.
↑ nach oben
Einsetzen einer Spirale zur Empfängnisverhütung keine
umsatzsteuerfreie Leistung
(15.03.2008)
Mittel zur Empfängnisverhütung wie die Spirale gehören normalerweise nicht zu den medizinisch notwendigen
Heilbehandlungen. Das Einsetzen einer Spirale durch einen Arzt stellt daher in der Regel keine heilberufliche
Tätigkeit i.S.d. § 4 Nr. 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) dar und ist daher nicht
umsatzsteuerfrei.
↑ nach oben
Der Bezug von Arbeitslosengeld II ersetzt nicht die Meldung
als arbeitsuchend
(07.03.2008)
Das Finanzgericht Münster hat mit Urteil vom 15.01.2008 (Aktenzeichen 14 K 5119/06 Kg)
entschieden, dass der Bezug von Arbeitslosengeld II nicht die für die Gewährung von Kindergeld erforderliche
Meldung eines Kindes als arbeitsuchend ersetzt.
Für ein Kind, das das 18., aber noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat, wird Kindergeld gewährt, wenn das
Kind bei einer Agentur für Arbeit im Inland als arbeitsuchend gemeldet ist. Im Urteilsfall bezog das Kind zwar
Arbeitslosengeld II, hatte sich jedoch bei der zuständigen Arbeitsagentur nicht als arbeitsuchend
gemeldet.
Die Revision zum Bundesfinanzhof (BFH) ist zugelassen.
↑ nach oben
Reinigungskosten bei Bankangestellten (06.03.2008)
Die Aufwendungen eines Bankangestellten für die Reinigung seiner beruflich getragenen Anzüge stellen keine
Werbungskosten dar. Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber auf das Tragen von Anzügen besteht (siehe hierzu
Urteil des Finanzgerichts Saarland vom 28.01.2008, Aktenzeichen 2 K 1497/07).
↑ nach oben
Steuerschuldnerschaft für Tabaksteuer (06.03.2008)
Der Fahrer, in dessen Lkw ohne sein Wissen in den Frachtpapieren nicht aufgeführte Tabakwaren versteckt
sind, verbringt nach den Regelungen des Tabaksteuergesetzes (TabStG) Waren in das Steuergebiet und wird damit
Steuerschuldner.
↑ nach oben
Freiberuflichkeit einer ingenieurähnlichen Tätigkeit bei
technischen und
datenverarbeitenden Berufen (25.02.2008)
In den Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.04.2007 (Aktenzeichen XI R 29/06) und vom
14.06.2007 (Aktenzeichen XI R 11/06) wurde erneut zur Abgrenzung zwischen freiberuflicher und
gewerblicher Tätigkeit bei Autodidakten, die in technischen Berufen und auf dem Gebiet der elektronischen
Datenverarbeitung tätig sind, Stellung genommen. Der BFH hält an seiner Auffassung fest, dass es nicht nur auf
die praktische Arbeit des Autodidakten ankommt, die der eines Ingenieurs vergleichbar sein muss. Vielmehr ist
auch erforderlich, dass das theoretische Wissen und die Grundlagenkenntnisse, die ein Ingenieur hat, vorhanden
sein müssen. Verfügt der Steuerpflichtige über keinen Hoch- oder Fachhochschulabschluss in den entsprechenden
Fachrichtungen, und kann er auch nicht nachweisen, dass er sich vergleichbare Kenntnisse auf andere Weise
angeeignet hat, so sind seine Einkünfte als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu qualifizieren.
↑ nach oben
Besteuerung von Finanzinnovationen: Veräußerung von
Indexzertifikaten mit Garantiezusage
(24.02.2008)
Mit Urteil vom 04.12.2007 (Aktenzeichen VIII R 53/05) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass der Überschuss aus der Veräußerung von Indexzertifikaten mit einer garantierten
Mindestrückzahlung nur hinsichtlich des Teils steuerbar ist, der der garantierten Mindestrückzahlung
zuzuordnen ist.
Soweit der Anleger das der Höhe nach eindeutig bestimmbare Risiko eines Kapitalausfalls eingegangen ist,
entfällt der bei Veräußerung der Zertifikate erzielte Überschuss im Rahmen des § 20
Einkommensteuergesetz (EStG) auf den nicht steuerbaren Bereich. Die Höhe des steuerpflichtigen Teils des
insgesamt erzielten Überschusses bestimmt sich nach dem Verhältnis zwischen der Mindestrückzahlung und der
Differenz zwischen dem Nominalbetrag der Anlage und der Mindestrückzahlung.
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Einlagerung von Nabelschnurblut für spätere
Behandlungszwecke ist nicht zwangsläufig
(24.02.2008)
Nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15.10.2007 (Aktenzeichen III B 112/06)
sind Aufwendungen für die Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblut eines Neugeborenen nicht als
außergewöhnliche Belastung abziehbar, wenn keine konkrete Gesundheitsgefährdung vorliegt.
↑ nach oben
Kabinett beschließt Erbrechtsreform (05.02.2008)
Das Bundeskabinett hat am 30.01.2008 die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries vorgelegte Reform des
Erb- und Verjährungsrechts beschlossen.
Den Gesetzesentwurf finden Sie hier:
→
Gesetz zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts
↑ nach oben
Beschränkung der Kindergeldberechtigung von Ausländern ist
verfassungskonform
(05.02.2008)
Mit Urteil vom 22.11.2007 (Aktenzeichen III R 54/02) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass es von Verfassungs wegen nicht zu beanstanden sei, dass Ausländer, deren Aufenthalt in der
Bundesrepublik Deutschland lediglich geduldet ist, auch nach der Neuregelung der Kindergeldberechtigung
(§ 62 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) i.d.F. des AuslAnsprG vom 13.12.2006,
BGBl 2006 I S. 1915) keinen Anspruch auf Kindergeld haben.
Ebenso wenig bestehen verfassungsrechtliche Bedenken in Bezug darauf, dass die Anspruchsberechtigung von
Ausländern mit bestimmten Aufenthaltstiteln (§ 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c EStG n.F.) an die
Integration in den deutschen Arbeitsmarkt geknüpft ist.
↑ nach oben
Kindergeld und Kinderfreibetrag: Kürzung der Kindeseinkünfte
nur um
Sozialversicherungsbeiträge (05.02.2008)
Für ein volljähriges Kind in Ausbildung wird Kindergeld oder der Kinderfreibetrag nur dann gewährt, wenn
die Einkünfte und Bezüge des Kindes den Grenzbetrag von 7.680 Euro nicht überschreiten. Das
Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat bereits im Jahr 2005 erklärt, dass die gesetzlichen
Sozialversicherungsbeiträge eines volljährigen Kindes in Ausbildung seine Einkünfte und Bezüge mindern. Mit
Urteil vom 26.09.2007 (Aktenzeichen III R 4/07) hat der Bundesfinanzhof (BFH) dagegen
entschieden, dass die einbehaltene Lohn- und Kirchensteuer, die Beiträge zu einer privaten
Zusatzkrankenversicherung und zu einer Kfz-Haftpflichtversicherung die Einkünfte nicht mindern dürfen.
↑ nach oben
Das Bundesverfassungsgericht soll über die Abschaffung der
Pendlerpauschale entscheiden
(23.01.2008)
Der Bundesfinanzhof (BFH) ist in seiner am 23.01.2008 bekannt gegebenen Entscheidung zur Abschaffung der
Pendlerpauschale durch das Steueränderungsgesetz 2007 der Auffassung der Bundesregierung nicht gefolgt, dass
die Neuregelung der Entfernungspauschale verfassungsgemäß ist. Der BFH legt die Frage der Verfassungsmäßigkeit
der Neuregelung daher dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zur Entscheidung vor. Die Letztentscheidung über
die Frage der Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung der Entfernungspauschale obliegt somit allein dem BVerfG.
Dort sind bereits die Vorlagen des Niedersächsischen Finanzgerichts und des Finanzgerichts des Saarlandes zu
dieser Frage anhängig.
Das BVerfG wird sich daher in Kürze abschließend mit der Frage der Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung
befassen.
Bis zu einer Entscheidung des BVerfG können die Finanzämter auf Antrag des Steuerpflichtigen weiterhin die
Fahrtkosten zur Arbeit ab dem ersten Kilometer auf der Lohnsteuerkarte eintragen. Steuerbescheide bleiben bis
zu einer Entscheidung des BVerfG diesbezüglich offen.
↑ nach oben
Die Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte ist
verfassungsgemäß (23.01.2008)
Mit Beschluss vom 19.12.2007 hat der Bundesfinanzhof (BFH) seinen bereits im Jahr 2005 vertretenen
Standpunkt bestätigt, dass § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) i.d.F. ab 1999
nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Siehe hierzu Aktenzeichen IX B 219/07.
↑ nach oben
Aufwendungen für Tanzleiterkurs als Werbungskosten
(23.01.2008)
Grundsätzlich ist ein Werbungskostenabzug nur dann möglich, wenn zwischen den Aufwendungen und der
Berufstätigkeit ein konkreter Zusammenhang besteht. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom
18.10.2007 (Aktenzeichen VI R 62/04) ist dieser Zusammenhang zwischen einem Tanzleiterkurs in
"Internationaler Folklore" und dem Unterricht einer Grundschullehrerin konkret vorhanden. Somit sind die
Gebühren als Werbungskosten abzugsfähig, wenn der Musikunterricht aus Singen, Tanzen und Musik besteht und die
vermittelten Kursinhalte für den Unterricht der Lehrerin verwendbar sind.
↑ nach oben
Bundesfinanzhof verhandelt über Kürzung der
Pendlerpauschale (15.01.2008)
Seit 2007 können Fahrtkosten zum Arbeitsplatz nur noch ab dem 21. Entfernungskilometer
steuermindernd geltend gemacht werden. Diese umstrittene Kürzung der Pendlerpauschale beschäftigte am
10.01.2008 erneut den Bundesfinanzhof (BFH), der über die Klagen eines Ingenieurs und eines Bäckermeisters
entscheiden muss. Die sehen die Kürzung als verfassungswidrig an, da ein Verstoß gegen den Grundsatz der
Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorliege. Die Entscheidung der Finanzrichter soll
binnen zwei Wochen fallen.
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Wegfall der Zweijahresfrist bei Antragsveranlagung
(15.01.2008)
Der Antrag auf Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung war bisher nach § 46 Abs. 2 Nr. 8
Einkommensteuergesetz (EStG) bis zum Ablauf des auf den Veranlagungszeitraum folgenden zweiten Kalenderjahres
zu stellen. Nach einer Gesetzesänderung durch das Jahressteuergesetz 2008 (JStG 2008) kann der Antrag auf
Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung nunmehr innerhalb der Festsetzungsfrist gestellt werden. Hat das
Finanzamt jedoch bereits einen Antrag auf Einkommensteuerveranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG
abgelehnt, weil der Antrag erst nach Ablauf der bisherigen Zweijahresfrist eingegangen ist, und stellt der
Steuerpflichtige nach Bestandskraft des Ablehnungsbescheids einen erneuten Antrag, kann diesem nicht
stattgegeben werden, da § 52 Abs. 55j Satz 2 EStG i.d.F. des JStG 2008 ausdrücklich regelt, dass
§ 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG i.d.F. des JStG 2008 für Veranlagungszeiträume vor 2005 nur anzuwenden
ist, wenn über einen Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer am Tag der Verkündung des JStG 2008
(28.12.2007) noch nicht bestandskräftig entschieden ist.
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Umsatzsteuerliche Behandlung medizinischer Laborleistungen
(04.01.2008)
Die Finanzverwaltung hat mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 17.12.2007
(IV A 6 - S 7172/07/0001) zur umsatzsteuerlichen Behandlung medizinischer Laborleistungen
Stellung genommen.
Den Text des BMF-Schreibens finden Sie hier:
→
Umsatzsteuerliche Behandlung medizinischer Laboruntersuchungen
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Abzugsbeschränkung für Bewirtungsaufwand bei
Schulungsveranstaltungen
(04.01.2008)
Bewirtet ein Unternehmen im Rahmen einer Schulungsveranstaltung Teilnehmer dieser Veranstaltung, die nicht
seine Arbeitnehmer sind, so unterliegt der Bewirtungsaufwand der Abzugsbeschränkung gemäß
§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG).
Im Streitfall hatte die Klägerin Fachberater und Handelsvertreter, die für sie als freie Mitarbeiter tätig
waren, während der Veranstaltung bewirtet. Die Kosten der Veranstaltung wurden von der Klägerin getragen.
Siehe hierzu Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.09.2007, Aktenzeichen I R 75/06.
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Grundsteuererlass bei strukturell bedingter Ertragsminderung
(20.12.2007)
Eine Ertragsminderung, die das nach § 33 Abs. 1 Satz 1 Grundsteuergesetz (GrStG) erforderliche
Ausmaß erreicht, führt auch dann zu einem Grundsteuererlass, wenn sie strukturell bedingt und nicht nur
vorübergehender Natur ist.
Bei bebauten Grundstücken im Sinne des § 33 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 GrStG ist für die Berechnung
der Ertragsminderung zunächst danach zu unterscheiden, ob die von der Ertragsminderung betroffenen Räume zu
Beginn des Erlasszeitraums leer standen oder - wenn auch verbilligt - vermietet waren. Bei zu diesem Zeitpunkt
leer stehenden Räumen bildet die übliche Miete die Bezugsgröße, an der die Ertragsminderung zu messen ist. Bei
den vermieteten Räumen bildet die vereinbarte Miete diese Bezugsgröße, solange die Miete nicht um mehr als
20 % von der üblichen Miete abweicht.
Ist die Ertragsminderung durch einen Leerstand bedingt, hat sie der Steuerpflichtige nicht zu vertreten,
wenn er sich nachhaltig um eine Vermietung zu einem marktgerechten Mietzins bemüht hat (siehe hierzu Urteil
des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 24.10.2007, Aktenzeichen II R 5/05).
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Zuzahlung eines Arbeitnehmers zu Fahrzeug-
Anschaffungskosten des Arbeitgebers
(20.12.2007)
Die Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten eines dem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlassenen
Dienstwagens sind auch dann als Werbungskosten bei den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit zu
berücksichtigen, wenn der Nutzungsvorteil nach der 1%-Regelung besteuert wird (siehe hierzu Urteil des
Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.10.2007, Aktenzeichen VI R 59/06).
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Vom Arbeitnehmer getragene Benzinkosten bei der
pauschalierten Besteuerung nach
der 1%-Regelung
(20.12.2007)
Bei der pauschalierten Besteuerung des nach der 1%-Regelung ermittelten geldwerten Vorteils bleiben
vom Arbeitnehmer getragene Treibstoffkosten unberücksichtigt.
Der nach der sog. 1%-Regelung gemäß § 40 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) pauschaliert
besteuerte Vorteil eines vom Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zur Privatnutzung überlassenen Dienstwagens ist
nicht um die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Treibstoffkosten zu mindern. Übernommene individuelle
Kosten stellen kein Entgelt für die Einräumung der Nutzungsmöglichkeit dar (siehe hierzu Urteil des
Bundesfinanzhofs (BFH) vom 18.10.2007, Aktenzeichen VI R 96/04).
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Was ändert sich bei der Erbschaftsteuer? (12.12.2007)
Die Bundesregierung hat dem Gesetzesentwurf für die neue Erbschaftsteuer zugestimmt. Auch künftig soll
durchschnittliches Vermögen, darunter insbesondere privat genutztes Wohneigentum, beim Übergang auf enge
Familienangehörige nicht durch Steuern belastet werden. Außerdem wird die Unternehmensnachfolge bei
Erbschaften oder Schenkungen erleichtert, wenn dabei Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die wichtigsten
Änderungen finden Sie hier:
→
Wichtige Änderungen im Überblick
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Eckpunkte für Kfz-Steuerreform beschlossen (11.12.2007)
Das Kabinett hat am 05.12.2007 die Eckpunkte zur Umstellung auf eine CO2-bezogene Kraftfahrzeugsteuer
ab 01.01.2009 beschlossen. Die künftig CO2- und schadstoffabhängig bemessene Kraftfahrzeugsteuer soll zu
einer stärkeren Nachfrage nach klima- und umweltschonenden Pkw führen. Der Gesetzentwurf soll im ersten
Halbjahr 2008 folgen.
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Besuchskosten für ein Kind nicht als außergewöhnliche
Belastung abziehbar
(11.12.2007)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 27.09.2007 (Aktenzeichen III R 28/05) seine
bisherige Rechtsprechung bestätigt, dass Aufwendungen eines nicht sorgeberechtigten Elternteils für den
Umgang mit seinem Kind unabhängig von deren Höhe nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar sind.
Im Streitfall hatte der Kläger beantragt, Aufwendungen für die Besuche seiner bei der Mutter in den USA
lebenden Kindern als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen.
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Das Verschwinden eines Betriebsinhabers führt nicht zur
Betriebsaufgabe
(11.12.2007)
Mit Urteil vom 30.08.2007 (Aktenzeichen IV R 5/06) entschied der Bundesfinanzhof (BFH)
über den Fall eines plötzlich verschwundenen Landwirts. Dieser war für mehrere Jahre unauffindbar. Seiner
Familie hatte er einen Zettel hinterlassen, auf dem stand: "Ich will nicht mehr. Verkauft alles incl.
Ländereien und löst alles auf." Die Angehörigen hatten daraufhin das Inventar, zu dem auch Vieh gehörte,
und Teile des Grund und Bodens verkauft.
Der BFH verneinte eine sofortige Betriebsaufgabe, da es an einer aktiven Beteiligung an der Aufdeckung
der in den Wirtschaftsgütern ruhenden stillen Reserven durch Veräußerung oder Entnahme fehlte.
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Aufwendungen für eine Abmagerungskur (02.12.2007)
Nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 29.05.2007 (Aktenzeichen
III B 37/06) sind Aufwendungen für die Teilnahme an einem sogenannten "Optifast-Programm"
als außergewöhnliche Belastung nur dann abziehbar, wenn sich aus einem vor Behandlungsbeginn
ausgestellten amts- oder vertrauensärztlichen Attest zweifelsfrei ergibt, dass der Steuerpflichtige krank
ist und die Behandlung medizinisch indiziert ist.
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Datenzugriff des Finanzamtes auf Konten der
Finanzbuchhaltung (29.11.2007)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in zwei Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes dazu Stellung
genommen, in welchem Umfang ein Zugriff der Finanzverwaltung bei Außenprüfungen auf die mit Hilfe von
Datenverarbeitungssystemen geführte Buchhaltung eines Steuerpflichtigen zulässig ist. Eine Firma hatte
einige Einzelkonten ihrer Finanzbuchhaltung gegen den Zugriff durch den Betriebsprüfer gesperrt, weil
eine Prüfung dieser Konten allenfalls zur Festsetzung einer niedrigeren Steuer führen könnte. Die Firma
hatte sich außerdem geweigert, durch Scannen digitalisierte Ein- und Ausgangsrechnungen über das
EDV-System lesbar zu machen. Stattdessen wurde der Ausdruck auf Papier angeboten.
Der BFH hat sich nicht der Auffassung der AG angeschlossen und mit Beschluss vom 26.09.2007
(Aktenzeichen I B 53, 54/07) deren Antrag auf Aussetzung der Vollziehung der entsprechenden
Anordnungen des Finanzamtes abgelehnt. Es ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass sich das in
§ 147 Abs. 6 Abgabenordnung (AO) geregelte Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung auf
sämtliche Konten der Finanzbuchhaltung erstreckt und es nicht im Belieben des Steuerpflichtigen steht,
einzelne Konten vor dem Zugriff der Prüfer zu sperren. Auch ist nicht ernstlich zweifelhaft, dass der
Steuerpflichtige verpflichtet ist, den Prüfern die in elektronischen Formaten gespeicherten Ein- und
Ausgangsrechnungen mit Hilfe seines EDV-Systems über Bildschirm lesbar zu machen.
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Schulgeld für Schulen in EU-Mitgliedstaaten (29.11.2007)
Die Beschränkung des Sonderausgabenabzugs für Schulgeld auf Schulen in Deutschland verstößt gegen
europäisches Recht. Einerseits liegt ein Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit vor, andererseits wird
die Freizügigkeit beschränkt.
Der Sonderausgabenabzug i.H.v. 30 % des Schulgeldes ist bisher in der Regel nur beim
Besuch von Ersatz- und Ergänzungsschulen in Deutschland möglich, da nur diese Schulen die erforderliche
staatliche Genehmigung bzw. die landesrechtliche Erlaubnis oder Anerkennung erhalten können.
Eltern, die ihre Kinder auf Schulen im Ausland schicken, sollten gezahltes Schulgeld als Sonderausgabe
geltend machen und gegebenenfalls Einspruch gegen einen ablehnenden Steuerbescheid erheben.
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Umbau eines Großraumbüros in mehrere Einzelbüros
(29.11.2007)
Aufwendungen für den Einbau von Trennwänden in ein Großraumbüro sind sofort abzugsfähiger
Erhaltungsaufwand. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 16.01.2007 (Aktenzeichen
IX R 39/05) für einen Fall entschieden, in dem ein Großraumbüro durch Zwischenwände im
Rigips-Ständerwerk in vier Einzelbüros aufgeteilt wurde. Außerdem wurde die Elektroinstallation erneuert.
Da durch den Einbau weder die Nutzfläche vergrößert noch die Funktion oder das Wesen der Räume verändert
worden sei, handele es sich um sofort abzugsfähigen Aufwand. Auch die Elektroinstallation habe nicht zu
einer Erhöhung des Raumstandards geführt. Diese Entscheidung kann natürlich auch auf den umgekehrten Fall
(Abriss von Zwischenwänden) entsprechend angewandt werden.
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Bundeskabinett beschließt Sozialversicherungsrechengrößen
2008 (28.11.2007)
Das Bundeskabinett hat am 17.10.2007 die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2008
beschlossen. Diese bedürfen noch der Zustimmung des Bundesrates.
Die Rechengrößen finden Sie hier:
→
Rechengrößen der Sozialversicherung 2008
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Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat den
Kindergeldanspruch für ein Kind mit
eigenem Gewerbebetrieb
verneint (28.11.2007)
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 16.07.2007 (Aktenzeichen
10 K 2162/03) entschieden, dass für ein Kind, das nach Abschluss einer Berufsausbildung ein
eigenes gewerbliches Unternehmen betreibt, kein Anspruch auf Kindergeld besteht. Dies gilt auch dann,
wenn das Kind sich gleichzeitig um einen Ausbildungsplatz für eine Zweitausbildung bemüht.
Im vorliegenden Fall trug der Vater vor, dass er seinen erwerbstätigen Sohn weiterhin monatlich habe
unterstützen müssen. Diesen Umstand sah das Gericht aber nicht als ausreichend an, um einen Anspruch auf
Zahlung von Kindergeld zu bejahen. Zwar wird Kindergeld grundsätzlich auch für Kinder gewährt, die auf
der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind; das gilt nach Ansicht des Finanzgerichtes allerdings nicht,
wenn das Kind gleichzeitig in seinem zuvor erlernten Beruf selbständig tätig ist. In diesem Fall tritt
der Ausbildungswille hinter dem Erwerbswillen zurück, und zwar auch dann, wenn die Erwerbstätigkeit des
Kindes nur mit geringen Einkünften verbunden ist.
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Urteil zur Riester-Zulage (28.11.2007)
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat mit Urteil vom 13.06.2007 (Aktenzeichen
7 K 5216/05 B) bundesweit erstmals über die Altersvorsorgezulage im Rahmen der sogenannten
"Riester-Rente" entschieden.
Nach dem Altersvermögensgesetz haben in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte
Anspruch auf eine solche Altersvorsorgezulage zu ihren Altersvorsorgebeiträgen. Die Zulage wird gewährt,
wenn die Steuerpflichtigen die Altersvorsorgebeiträge auf einen auf ihren Namen lautenden Vertrag
leisten, der nach § 5 des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes (AltZertG)
zertifiziert ist, oder Beiträge im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung erbringen.
Der Entscheidung des Finanzgerichtes lag folgender Fall zu Grunde:
Eine Tierärztin (selbst nicht Mitglied der gesetzlichen Pflichtversicherung), deren Ehemann aber zum
begünstigten Personenkreis gehörte, hatte auf Gewährung einer Altersvorsorgezulage zu ihren
Altersvorsorgebeiträgen geklagt, obwohl sie selbst keinen entsprechenden Altersvorsorgevertrag
abgeschlossen hatte.
Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat die Klage abgewiesen, da zwar auch Ehegatten von begünstigten
Personen, die selbst eigentlich nicht begünstigt sind, die Altersvorsorgezulage in Anspruch nehmen
können. Dies ist aber nur dann möglich, wenn sie einen eigenen zertifizierten Vertrag abgeschlossen
haben. Zahlen sie dagegen nur über ihren Ehegatten als zulageberechtigten Steuerpflichtigen Beiträge in
ihre eigene betriebliche Altersversorgung ein, besteht kein Zulageanspruch.
Gegen das Urteil ist Revision eingelegt worden.
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Künstlersozialabgabe wird gesenkt (19.10.2007)
Die Künstlersozialabgabe wird von 5,1 % im Jahr 2007 auf 4,9 % im Jahr 2008
gesenkt.
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Umsatzsteuer-Vorauszahlung als wiederkehrende Ausgabe
(19.10.2007)
Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 01.08.2007 (Aktenzeichen XI R 48/05) ist
eine für das vorangegangene Jahr geschuldete und zu Beginn des Folgejahres entrichtete
Umsatzsteuer-Vorauszahlung als regelmäßig wiederkehrende Ausgabe im vorangegangenen Veranlagungszeitraum
abziehbar. Voraussetzung hierfür ist, dass die Umsatzsteuer innerhalb eines Zeitraums von 10 Tagen nach
dem Jahreswechsel bezahlt wird.
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Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll auf 3,9 %
sinken
(09.10.2007)
Nach einem Gesetz zur Änderung des Sozialgesetzbuchs Drittes Buch - SGB III (Bundesrats-Drucksache
633/07) soll der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung ab dem 01.01.2008 von 4,2 %
auf 3,9 % gesenkt werden. Die Verabschiedung durch den Bundesrat soll am 12.10.2007
erfolgen.
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Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements (09.10.2007)
Der Bundesrat hat am 21.09.2007 das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
verabschiedet. Rückwirkend ab 01.01.2007 treten damit u.a. folgende Änderungen in Kraft:
- Die Einführung eines allgemeinen Freibetrages für Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit im
gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich in Höhe von 500 Euro
- Die Anhebung der sog. steuerfreien Übungsleiterpauschale von 1.848 Euro auf
2.100 Euro
- Die Vereinheitlichung und Anhebung der Höchstgrenzen für den Spendenabzug von bisher
5 % bzw. 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte
(§ 10b Abs. 1 Sätze 1 und 2 Einkommensteuergesetz - EStG) auf 20 %
- Ein verbesserter Sonderausgabenabzug für Mitgliedsbeiträge an Kulturfördervereine
- Die Anhebung der Besteuerungsgrenze für die wirtschaftliche Betätigung gemeinnütziger
Körperschaften auf 35.000 Euro (bisher 30.678 Euro) Einnahmen im Jahr (ebenso
Anhebung der Zweckbetriebsgrenze bei sportlichen Veranstaltungen)
- Die Anhebung des Höchstbetrages für die Ausstattung von Stiftungen mit Kapital
(Vermögensstockspenden; § 10b Abs. 1a EStG) von 307.000 Euro auf
1.000.000 Euro
- Die Abschaffung des zeitlich begrenzten Vor- und Rücktrags bei Großspenden und der zusätzlichen
Höchstgrenze für Spenden an Stiftungen. Dafür soll ein zeitlich unbegrenzter Spendenvortrag eingeführt
werden
- Die Einführung eines vereinfachten Spendennachweises: Für Spenden bis zu 200 Euro
reicht künftig ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung als Nachweis aus
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Durch Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) bedingte Diätkosten
sind keine
außergewöhnlichen Belastung (09.10.2007)
Durch Urteil vom 21.06.2007 (Aktenzeichen III R 48/04) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass Aufwendungen für Diätverpflegung nach dem eindeutigen Wortlaut des
§ 33 Abs. 2 Satz 3 Einkommensteuergesetz (EStG) und der Entstehungsgeschichte der
Ausschlussnorm ausnahmslos nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar sind. Dies gilt auch für
Sonderdiäten, die - wie z.B. bei der Zöliakie - eine medikamentöse Behandlung ersetzen. Hiergegen
bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken.
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Halbabzugsverbot gemäß § 3c Abs. 2 Einkommensteuergesetz
verfassungsgemäß
(09.10.2007)
Gemäß Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.06.2007 (Aktenzeichen VIII R 69/05) ist
das Halbabzugsverbot des § 3c Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) mit dem Grundgesetz vereinbar.
↑ nach oben
Einkünfteerzielungsabsicht aus Vermietung und Verpachtung
(09.10.2007)
Mit Urteil vom 10.05.2007 (Aktenzeichen IX R 7/07) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass im Rahmen der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung die Einkünfteerzielungsabsicht
bei einer langfristigen Vermietung ausnahmsweise zu prüfen ist, wenn der Steuerpflichtige die
Anschaffungskosten oder Herstellungskosten des Vermietungsobjekts sowie anfallende Schuldzinsen
fremdfinanziert und somit Zinsen auflaufen lässt, ohne dass durch ein Finanzierungskonzept von vornherein
deren Kompensation durch spätere positive Ergebnisse vorgesehen ist (siehe hierzu auch BFH-Urteil vom
19.04.2005, Aktenzeichen IX R 15/04).
↑ nach oben
Krankengeldleistungen an freiwilliges Mitglied einer
gesetzlichen Krankenversicherung
unterliegen dem
Progressionsvorbehalt (25.09.2007)
Das Finanzgericht Düsseldorf hat mit Gerichtsbescheid vom 09.10.2006 (Aktenzeichen
11 K 5157/04 E) entschieden, dass Krankengeldzahlungen, die eine Krankenkasse aufgrund
sozialversicherungsrechtlicher Bestimmungen an Selbständige leistet, die freiwillig versichert sind, dem
Progressionsvorbehalt unterliegen. Die Krankengeldzahlungen aus einer privaten Versicherung sind dagegen
steuerfrei. Die Einbeziehung der Leistungen der Krankenkasse an freiwillig Versicherte in den
Progressionsvorbehalt und die damit verbundene Ungleichbehandlung gegenüber privat Versicherten ist
verfassungsgemäß, da sie im Ermessensspielraum des Gesetzgebers liegt und der Steuerpflichtige sich durch
seinen Beitritt freiwillig für den Beitritt in die gesetzliche Krankenversicherung entschieden hat.
Gegen dieses Urteil ist unter dem Aktenzeichen X R 53/06 Revision beim Bundesfinanzhof (BFH)
eingelegt worden.
↑ nach oben
Aufwendungen einer unverheirateten Frau für eine künstliche
Befruchtung als
außergewöhnliche Belastung (12.09.2007)
Aufwendungen einer nicht verheirateten empfängnisunfähigen Frau für Maßnahmen zur
Sterilitätsbehandlung (In-vitro-Fertilisation) sind in Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung als
außergewöhnliche Belastung abziehbar, wenn die Maßnahmen in Übereinstimmung mit den Richtlinien der
ärztlichen Berufsordnungen vorgenommen werden (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 10.05.2007,
Aktenzeichen III R 47/05). Bisher hatte der BFH Aufwendungen für die künstliche Befruchtung
einer unverheirateten Frau auch dann nicht zum Abzug zugelassen, wenn diese in fester Partnerschaft
lebte.
↑ nach oben
Diebstahl eines betrieblichen Pkw anlässlich einer Privatfahrt
wirkt nicht
gewinnmindernd (12.09.2007)
Wird der zum Betriebsvermögen gehörende Pkw eines selbständig tätigen Arztes während des privat
veranlassten Besuchs eines Weihnachtsmarktes auf einem Parkplatz abgestellt und dort gestohlen, ist der
Vermögensverlust der privaten Nutzung zuzurechnen und gemäß Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom
18.04.2007 (Aktenzeichen XI R 60/04) nicht gewinnmindernd zu berücksichtigen.
↑ nach oben
Bundeseinheitliches Identifikationsmerkmal für
Besteuerungsverfahren (IdNr.)
(07.09.2007)
Durch das Steueränderungsgesetz 2003 wurden die §§ 139a bis 139d zur Vergabe eines
Identifikationsmerkmals für jeden Steuerpflichtigen eingeführt. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF)
hat unter www.bundesfinanzministerium.de einen Fragen- und Antwortkatalog zur Verfügung gestellt:
→
Fragen und Antworten zur Identifikationsnummer (IdNr.)
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Vorläufiger Rechtsschutz im Lohnsteuer-Ermäßigungs-
verfahren bei Aufwendungen für
Wege zwischen Wohnung
und Arbeitsstätte (Pendlerpauschale) (07.09.2007)
Gemäß der ab 2007 geltenden Fassung des § 9 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG 2007) sind
Aufwendungen eines Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte grundsätzlich keine
Werbungskosten mehr und werden erst ab dem 21. Entfernungskilometer "wie Werbungskosten" zum
Abzug zugelassen. Die Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung hat bereits zu widersprüchlichen
Entscheidungen verschiedener Finanzgerichte geführt. In einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes
hat das Finanzgericht Niedersachsen die Eintragung eines Lohnsteuer-Freibetrages in Höhe der vollen
Fahrtkosten (ohne die Kürzung um 20 Kilometer) auf der Lohnsteuerkarte angeordnet. Die vom Finanzamt
hiergegen eingelegte Beschwerde hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Beschluss vom 23.08.2007 (Aktenzeichen
VI B 42/07) zurückgewiesen. Er bestätigte ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der
Ablehnung der Eintragung eines Lohnsteuer-Freibetrages in Höhe der vollen Kilometerpauschale, weil die
Verfassungsmäßigkeit des zugrunde liegenden § 9 Abs. 2 EStG 2007 ernstlich
zweifelhaft sei. Diese Zweifel ergäben sich aus beachtlichen Bedenken in der Fachliteratur,
widersprüchlichen Entscheidungen der Finanzgerichte und der Tatsache, dass die Streitfrage noch nicht
höchstrichterlich entschieden wurde. Der BFH folgte nicht der Auffassung der Finanzverwaltung, wonach die
erheblichen finanziellen Auswirkungen der Gesetzesänderung und das öffentliche Interesse an einer
geordneten Haushaltsführung höher zu bewerten seien als das individuelle Interesse der Antragsteller an
der Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes.
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Wohnungskosten bei doppelter Haushaltsführung
(06.09.2007)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit zwei Urteilen vom 09.08.2007 (Aktenzeichen VI R 10/06
und VI R 23/05) entschieden, dass es wegen örtlich stark schwankender Wohnungsmieten zwar
keine generelle betragsmäßige Höchstgrenze für die Abzugsfähigkeit der Mietaufwendungen einer Wohnung am
Beschäftigungsort geben kann. Der Abzug der Aufwendungen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben nach
§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Einkommensteuergesetz (EStG) für diese Wohnung ist jedoch auf
"notwendige" Mehraufwendungen begrenzt. Als "notwendig" wurden die Aufwendungen für eine Wohnung mit bis
zu 60 m² Wohnfläche und einem durchschnittlichen Wohnstandard angesehen.
Diese Flächenbegrenzung kann auch nicht mit der Begründung überschritten werden, dass z.B. ein Mangel an
kleineren Wohnungen besteht oder der Wohnungssuchende unter Zeitdruck stand.
↑ nach oben
Übernahme der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung
einer Rechtsanwältin durch
den Arbeitgeber ist Arbeitslohn
(06.09.2007)
Die Übernahme der Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung einer angestellten Rechtsanwältin durch
den Arbeitgeber führt zu Arbeitslohn. Die Rechtsanwältin ist gemäß § 51
Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) zum Abschluss der Versicherung verpflichtet, deshalb scheidet ein
überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers aus (siehe Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH -
vom 26.07.2007, Aktenzeichen VI R 64/06).
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Unternehmensteuerreformgesetz 2008 verkündet
(30.08.2007)
Das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14.08.2007 ist im Bundesgesetzblatt
(BGBl. 2007 I S. 1912) verkündet worden.
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Keine Gleichbehandlung eingetragener Lebenspartner mit
Ehegatten
(22.08.2007)
Mit Beschluss vom 20.06.2007 (Aktenzeichen II R 65/05) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass die Einordnung von Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft nach dem
Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz in die ungünstige Steuerklasse III nicht verfassungswidrig
ist.
Die unterschiedliche Behandlung von Ehegatten, die in die Steuerklasse I eingeordnet werden und einen
Freibetrag i.H.v. 307.000 Euro sowie einen Versorgungsfreibetrag erhalten gegenüber den
eingetragenen Lebenspartnerschaften, die einen Freibetrag i.H.v. 5.200 Euro erhalten,
verletze nicht das Gleichheitsgebot.
Es sei dem Gesetzgeber nicht verwehrt, die Ehe gegenüber anderen Lebensformen zu begünstigen.
↑ nach oben
Jahressteuergesetz 2008 (14.08.2007)
Am 08.08.2007 hat das Bundeskabinett den Entwurf des Jahressteuergesetzes 2008 (JStG 2008)
beschlossen. Es sieht mehr als 200 Änderungen vor und soll dem Bürokratieabbau und der Vereinfachung im
Steuerrecht dienen. Gleichzeitig soll es aber auch Steuerschlupflöcher schließen.
Vorgesehen ist insbesondere die Abschaffung der bisherigen Lohnsteuerkarte in Papierform und
die Umstellung auf ein elektronisches Verfahren ab 2011. Arbeitnehmer teilen dem Arbeitgeber dann nur
noch die steuerliche Identifikationsnummer und das Geburtsdatum mit. Der Arbeitgeber ist damit in der
Lage, sich die für die Lohnabrechnung erforderlichen Daten beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt)
elektronisch abzurufen. Datenschützer und Experten protestieren gegen dieses Vorhaben der
Bundesregierung, da sie den Datenschutz durch die Einführung der Steuerzentraldatei gefährdet sehen.
Für Verheiratete soll ein Anteilsverfahren für die Lohnsteuer eingeführt werden. Dadurch
erhalten Ehepaare die Möglichkeit, ihre Lohnsteuer anteilig zu verteilen. Wer also 20 % des
gemeinsamen Einkommens verdient, führt auch 20 % der gemeinsamen Lohnsteuer ab. Die
Prozentsätze werden auf Antrag vom Finanzamt auf den Lohnsteuerkarten eingetragen. Das Anteilsverfahren
soll ab 2009 gelten.
Weiterhin ist eine Verschärfung des § 42 Abgabenordnung (AO), der den "Missbrauch steuerlicher
Gestaltungsmöglichkeiten" verhindern soll, vorgesehen. Danach wird sich diese Vorschrift künftig gegen
"Steuergestaltungen" im allgemeinen richten. Jeder Steuerpflichtige, der eine steuersparende Gestaltung
wählt, muss dann im Zweifel darlegen können, welche außersteuerlichen Gründe ihn zu dieser Gestaltung
bewogen haben. Kann er dies nicht, wird die von ihm gewählte Gestaltung steuerlich nicht anerkannt.
↑ nach oben
Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung über 2008
hinaus
(14.08.2007)
Am 08.08.2007 hat das Bundeskabinett den Entwurf für ein Gesetz zur Förderung der betrieblichen
Altersversorgung beschlossen. Beiträge des Arbeitgebers an Pensionskassen, Pensionsfonds und
Direktversicherungen zum Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung sind - sofern bestimmte
Voraussetzungen erfüllt sind - sozialversicherungs- und lohnsteuerfrei. Bei der Erbringung dieser
Beiträge im Wege der Entgeltumwandlung war die Befreiung von der Sozialversicherung nur noch bis Ende
2008 vorgesehen. Mit dem o.g. Gesetzesentwurf soll die Sozialversicherungsfreiheit der Entgeltumwandlung
jedoch über 2008 hinaus wie bisher fortbestehen.
Das Gesetz muss noch vom Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.
Den Gesetzesentwurf finden Sie hier:
→
Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der betrieblichen Altersversorgung
↑ nach oben
Vorläufige Steuerfestsetzungen im Hinblick auf anhängige
Musterverfahren
(09.08.2007)
Die Finanzverwaltung setzt die Einkommensteuer insbesondere hinsichtlich folgender Punkte ab sofort
vorläufig fest:
- Beschränkte Abziehbarkeit von Vorsorgeaufwendungen für Veranlagungszeiträume vor 2005 und
ab 2005
- Nichtabziehbarkeit von Beiträgen zu Rentenversicherungen als vorweggenommene Werbungskosten
bei den sonstigen Einkünften
- Besteuerung der Einkünfte aus Leibrenten ab 2005
- Besteuerung der Einkünfte aus privaten Aktien- und Wertpapiergeschäften und Termingeschäften
ab 2000
- Anwendung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende ab 2004
- Anwendung des Haushaltsfreibetrags für die Jahre 2002 und 2003
- Anwendung der durch das Haushaltsbegleitgesetz 2004 geänderten Vorschriften
Siehe hierzu Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 03.08.2007.
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Nichtabziehbarkeit privater Steuerberatungskosten
(09.08.2007)
Seit dem Veranlagungszeitraum 2006 sind private Steuerberatungskosten nicht mehr als Sonderausgaben
gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 6 Einkommensteuergesetz a. F. abzugsfähig. Vor dem Finanzgericht
Niedersachsen (Aktenzeichen 10 K 103/07) und dem Finanzgericht Baden-Württemberg
(Aktenzeichen 5 K 187/07) sind diesbezüglich Klagen anhängig. Wird gegen einen
Einkommensteuerbescheid Einspruch eingelegt und unter Bezugnahme auf die o.g. Verfahren das Ruhen des
Verfahrens beantragt, kommt zwar ein Ruhen aus Zweckmäßigkeitsgründen gemäß
§ 363 Abs. 2 Satz 1 Abgabenordnung in Betracht, dies steht jedoch im Ermessen der
Finanzämter. Wie diese verfahren werden, ist derzeit ungewiss.
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Erster Prozess vor Finanzgericht wegen Gebührenbelastung
bei verbindlicher Auskunft
(09.08.2007)
Seit Ende des Jahres 2006 sind Anträge auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft beim Finanzamt
gebührenpflichtig (siehe hierzu § 89 Abs. 3 - 5 Abgabenordnung). Gegen das Finanzamt Calw
führt derzeit der Rektor der SRH Hochschule Calw vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg ein
Klageverfahren wegen der Gebührenfestsetzung für die Erteilung einer verbindlichen Auskunft (Aktenzeichen
1 K 46/07).
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Keine Mindesthöhen bei Hebesätzen für Gewerbe- und
Grundsteuer (29.07.2007)
Das Verwaltungsgericht Aachen hat mit Urteil vom 28.06.2007 (Aktenzeichen 4 K 142/06)
entschieden, dass das Land Nordrhein-Westfalen den Kommunen auch nicht im Wege einer
aufsichtsbehördlichen Anordnung eine Mindesthöhe der Hebesätze für die Gewerbe- und Grundsteuer
vorschreiben darf.
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Kölner Vergnügungssteuer rechtswirksam (29.07.2007)
Das Verwaltungsgericht Köln hat mit Urteil vom 11.07.2007 (Aktenzeichen 23 K 4180/04)
einige Klagen gegen die Erhebung einer "Sexsteuer" im Jahr 2004 abgewiesen. Die von der Stadt Köln
erlassene Vergnügungssteuersatzung ist im Wesentlichen rechtswirksam. Hierin ist festgelegt, dass die
gezielte Einräumung der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen in Bars, Sauna-, FKK- und Swingerclubs, in
Beherbergungsbetrieben, Wohnwagen etc. der Vergnügungssteuer zu unterwerfen ist.
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Unterhaltsleistungen an Verwandte im Ausland (19.07.2007)
Ab 2007 sind für die steuerliche Berücksichtigung von Unterhaltsaufwendungen an Angehörige im Ausland
neue Vorgaben und Formulare eingeführt worden. So wurden Vordrucke für Unterhaltserklärungen eingeführt,
die die Finanzverwaltung derzeit in 23 Sprachen anbietet. Die Formulare finden Sie im Internet unter
→ www.bundesfinanzministerium.de
(Service/Formulare A-Z/Sucheingabe: "Unterhaltserklärung").
Außerdem werden an Bargeldübergaben erhöhte Nachweispflichten geknüpft. So darf z.B. der Zeitraum
zwischen Bargeldabhebung vom eigenen Konto und der Übergabe an Verwandte nicht mehr als zwei Wochen
betragen.
Die Bedürftigkeit der unterstützten Person ist durch Vorlage eines Steuer- oder Rentenbescheides
nachzuweisen. Eine Nichtbeachtung der neuen Anforderungen kann dazu führen, dass die
Unterhaltsaufwendungen insgesamt nicht anerkannt werden (siehe hierzu Schreiben des
Bundesfinanzministeriums vom 09.02.2006).
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Unternehmenssteuerreform zum 01.01.2008 vom Bundesrat
beschlossen
(15.07.2007)
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 06.07.2007 das Unternehmenssteuerreformgesetz zum 01.01.2008
beschlossen. Ab 2008 ergeben sich somit u. a. folgende Änderungen:
- Die Gesamtsteuerbelastung (Körperschaftsteuer/Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und
Gewerbesteuer) für Unternehmer wird auf 29,83 % (heute 38,65 %) gesenkt. Für
Personenunternehmen gilt die verminderte Steuerbelastung nur für thesaurierte Gewinne. Eine
Nachversteuerung erfolgt, sobald die Gewinne entnommen werden. Die Unternehmen müssen also künftig
dokumentieren, wann und in welcher Höhe Entnahmen vorgenommen wurden.
- Es wird eine sogenannte Zinsschranke eingeführt. Hiernach wird der Zinsaufwand nur bis zur Höhe von
30 % des Rohgewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen berücksichtigt. Der Saldo aus
Zinseinnahmen und Zinskosten wird aber nur dann hinzugerechnet, wenn die verbleibenden Zinskosten eine
Million Euro übersteigen. Nicht abzugsfähige Zinsaufwendungen können vorgetragen werden. Der bisherige
§ 8a Körperschaftsteuergesetz wird abgeschafft.
- Die bisherige gewerbesteuerliche Regelung zu den Dauerschulden wird durch eine Hinzurechnung in
Höhe von 25 % aller Zinsen und Zinsanteile in Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzen
ersetzt (Freibetrag 100.000 Euro).
- Die bisher geltende Grenze für den Sofortabzug geringwertiger Wirtschaftsgüter i.H.v.
410 Euro wird ab 2008 auf 150 Euro abgesenkt. Für neue bewegliche
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zwischen
150 Euro und 1.000 Euro erfolgt ab 2008 die Bildung eines Sammelpostens für
alle Zugänge entsprechender Wirtschaftsgüter pro Kalenderjahr, der auf fünf Jahre verteilt
abzuschreiben ist.
- Die Gewerbesteuer ist nicht mehr als Betriebsausgabe abzugsfähig, gleichzeitig wird jedoch die
Gewerbesteuermesszahl von 5 % auf 3,5 % abgesenkt und der Anrechnungsfaktor
des § 35 Einkommensteuergesetz auf das 3,8fache erhöht.
- Die degressive AfA wird abgeschafft.
- Die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % auf Kapitalerträge wird ab 2009 eingeführt.
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Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
(15.07.2007)
Der Bundestag hat am 06.07.2007 das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements
verabschiedet. Danach sind rückwirkend ab 01.01.2007 u. a. folgende Änderungen vorgesehen:
- Die Einführung eines allgemeinen Freibetrages für Einnahmen aus nebenberuflicher Tätigkeit im
gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich in Höhe von 500 Euro
- Die Anhebung der sog. steuerfreien Übungsleiterpauschale von 1.848 Euro auf
2.100 Euro
- Die Vereinheitlichung und Anhebung der Höchstgrenzen für den Spendenabzug von bisher
5 %, bzw. 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte
(§ 10b Abs. 1 Sätze 1 und 2 Einkommensteuergesetz) auf 20 %
- Ein verbesserter Sonderausgabenabzug für Mitgliedsbeiträge an Kulturfördervereine
- Die Anhebung der Besteuerungsgrenze für die wirtschaftliche Betätigung gemeinnütziger
Körperschaften auf 35.000 Euro (bisher 30.678 Euro) Einnahmen im Jahr (ebenso
Anhebung der Zweckbetriebsgenze bei sportlichen Veranstaltungen)
- Die Anhebung des Höchstbetrages für die Ausstattung von Stiftungen mit Kapital
(Vermögensstockspenden, § 10b Abs. 1a Einkommensteuergesetz) von 307.000 Euro
auf 1.000.000 Euro
- Die Abschaffung des zeitlich begrenzten Vor- und Rücktrags bei Großspenden und der zusätzlichen
Höchstgrenze für Spenden an Stiftungen. Dafür soll ein zeitlich unbegrenzter Spendenvortrag eingeführt
werden
- Die Einführung eines vereinfachten Spendennachweises: Für Spenden bis zu 200 Euro
reicht künftig ein einfacher Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung als Nachweis aus
Die Zustimmung des Bundesrats zu diesem Gesetz steht noch aus, wird aber für Ende September 2007
erwartet.
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Das Bundesverfassungsgericht billigt Kontenabruf
(15.07.2007)
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe gab seine Entscheidung vom
13.06.2007 (Aktenzeichen 1 BvR 1550/03, 1 BvR 2357/04,
1 BvR 603/05) bekannt, nach der die Vorschriften zum automatischen Kontenabruf zwar
teilweise gegen den verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgrundsatz verstoßen. Jedoch betrifft dies nur den
Abruf bei vermutetem Sozialleistungsbetrug. Die Kontenabfragen durch Finanzbehörden bei mutmaßlichen
Steuersündern sind dagegen rechtens.
Gegenstand der Verfassungsbeschwerden, die unter anderem von einem inländischen Kreditinstitut, einem
Rechtsanwalt, einer Bezieherin von Wohngeld sowie einem Sozialhilfeempfänger angestrengt wurden, sind im
Wesentlichen die § 24c Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Kreditwesengesetz (KWG) sowie
§ 93 Abs. 7 und 8 Abgabenordnung (AO). Diese Normen ermächtigen die für die internationale
Rechtshilfe in Strafsachen sowie die für die Strafverfolgung zuständigen Behörden und Gerichte, die
Finanzbehörden sowie die Sozialbehörden zur automatisierten Abfrage von bestimmten Daten, die von den
Kreditinstituten vorgehalten werden müssen. Hierbei handelt es sich um die Kontostammdaten der Bankkunden
(z.B. Name, Geburtsdatum, Kontonummern, Depots) und sonstigen Verfügungsberechtigten.
Lediglich die Verfassungsbeschwerden der beiden Sozialleistungsempfänger waren erfolgreich, soweit sie
sich gegen § 93 Abs. 8 AO richten. Das BVerfG stellte fest, dass § 93 Abs. 8
AO, der die Erhebung von Kontostammdaten in sozialrechtlichen Angelegenheiten regelt, an einem
Bestimmtheitsmangel leidet. Diese Norm legt den Kreis der Behörden, die ein Ersuchen zum Abruf von
Kontostammdaten stellen können, und die Aufgaben, denen solche Ersuchen dienen sollen, nicht hinreichend
bestimmt fest. Im Übrigen aber ist die Eingriffsermächtigung des § 93 Abs. 8 AO
verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, insbesondere genügt sie dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit,
soweit sie in verfassungsgemäßer Weise auf die Sicherung der Erhebung von Sozialabgaben und die
Bekämpfung des Missbrauchs von Sozialleistungen begrenzt wird.
Der Gesetzgeber muss eine verfassungsgemäße Neuregelung bis zum 31.05.2008 treffen. Die bisherige
Regelung bleibt bis dahin mit der Maßgabe anwendbar, dass Abrufersuchen allein zu dem Zweck zulässig
sind, die Leistungsberechtigung für die im Anwendungserlass des Bundesministeriums für Finanzen vom
10.03.2005 genannten Sozialleistungen zu überprüfen. § 24c Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 KWG
(Kontenabfrage durch Strafverfolgungsbehörden) und § 93 Abs. 7 AO (Kontenabfrage durch
Finanzbehörden) hingegen sind mit dem Grundgesetz vereinbar. Diese Vorschriften dienten
"Gemeinwohlbelangen von erheblicher Bedeutung", zumal die durch die Regelungen ermöglichten Eingriffe in
das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht außer Verhältnis stünden. Die durch den Kontenabruf
erlangten Informationen hätten keine besondere Persönlichkeitsrelevanz, zumal die Behörde nichts über die
Kontoinhalte erfahre.
Eine Unangemessenheit der angegriffenen Regelungen ergibt sich auch nicht insoweit, als
Rechtsschutzmöglichkeiten infolge der Heimlichkeit des Abrufs begrenzt seien. Werden die Ermittlungen
gegenüber dem Betroffenen geheim gehalten, erhöht dies zwar die Intensität des Eingriffs in das Recht auf
informationelle Selbstbestimmung. Diesen Umstand muss die Behörde aber bei der Entscheidung darüber
berücksichtigen, ob ohne vorherige Information des Betroffenen auf seine Kontostammdaten zugegriffen
werden darf, oder ob eine offene Datenerhebung in Betracht kommt. Kontenabrufe stehen daher unter dem
Gebot der Erforderlichkeit.
Die Normen erlauben Kontenabrufe nur im Rahmen konkreter Verdachtsmomente. Routinemäßige oder Abrufe ohne
konkreten Anlass sind danach unzulässig.
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1%-Regelung für private Kfz-Nutzung auch bei fehlendem
Führerschein
(15.07.2007)
Das Finanzgericht München hat mit Urteil vom 17.04.2007 (Aktenzeichen K 2111/05)
entschieden, dass eine fehlende Fahrerlaubnis allein nicht den Anscheinsbeweis für privat veranlasste
Fahrten entkräftet.
Die 1%-Regelung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Einkommensteuergesetz ist nur dann nicht anwendbar,
wenn nachgewiesen wird, dass eine Privatnutzung des Pkw ausscheidet. An den Nachweis fehlender
Privatnutzung sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Es bedarf zwar nicht des vollen
Gegenbeweises, vielmehr genügt es, wenn ein Sachverhalt dargelegt wird, der die ernstliche Möglichkeit
eines anderen als des der allgemeinen Erfahrung entsprechenden Geschehensablaufs ergibt. Die fehlende
Fahrerlaubnis allein reicht hierfür jedoch nicht aus.
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Zufluss von Arbeitslohn durch Überlassung einer Jahresnetz-
karte
(07.07.2007)
Mit Urteil vom 12. April 2007 (Aktenzeichen VI R 89/04) hat der Bundesfinanzhof (BFH) den
sofortigen Zufluss von Arbeitslohn für den Fall angenommen, dass einem Steuerpflichtigen von seinem
Arbeitgeber eine Jahresnetzkarte überlassen wird.
Der dem Arbeitnehmer zugeflossene geldwerte Vorteil ist danach ausgehend vom Tarifwert der Netzkarte
durch Abzug der nach § 8 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes steuerfrei bleibenden Beträge zu
ermitteln.
Im Streitfall war der Kläger ein Beamter im Ruhestand. Sein Dienstherr überließ ihm im Jahr 2001 eine
Jahresnetzkarte für die von ihm angebotenen Verbindungen. Das Finanzamt setzte bei der Durchführung der
Veranlagung den auf der Lohnsteuerkarte bescheinigten geldwerten Vorteil an. Der BFH bestätigte den
sofortigen Zufluss von Arbeitslohn, da dem Kläger durch die Überlassung der Netzkarte das
uneingeschränkte Nutzungsrecht hinsichtlich der Verbindungen des Dienstherrn verschafft wurde.
Der BFH sah die Netzkarte als Wertpapier an, in dem der Beförderungsanspruch gegenüber dem Dienstherrn
verbrieft war.
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Die Kosten eines Ausländers für einen Deutschkurs sind
nichtabziehbare Aufwendungen
der Lebensführung
(07.07.2007)
Mit Urteil vom 15. März 2007 (Aktenzeichen VI R 14/04) hat der Bundesfinanzhof (BFH)
entschieden, dass die Kosten eines in Deutschland lebenden Ausländers für das Erlernen der deutschen
Sprache zu den nichtabzugsfähigen Aufwendungen der Lebensführung gehören. Dies soll auch dann gelten,
wenn ausreichende Deutschkenntnisse für einen angestrebten Ausbildungsplatz förderlich sind.
Die Klägerin war im Streitfall eine thailändische Staatsbürgerin, die seit ihrer Heirat mit einem
Deutschen in Deutschland lebte. Um einen Ausbildungsplatz zu erhalten, besuchte sie Deutschkurse an der
Volkshochschule. Die für die Sprachkurse angefallenen Kosten wollte die Klägerin steuerlich geltend
machen.
Der BFH sah die Kosten aufgrund des privaten Nutzens der Deutschkurse als nichtabziehbare Aufwendungen
der Lebensführung an. Die in den Deutschkursen erworbenen Sprachkenntnisse ermöglichten der Klägerin die
soziale Integration im privaten Alltag und eine erfolgreiche Kommunikation im engeren privaten
Umfeld.
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Steueridentifikationsnummer (28.06.2007)
Mit dem Steueränderungsgesetz 2003 wurde die Einführung eines bundeseinheitlichen Ordnungsmerkmals,
des sog. "steuerlichen Identifikationsmerkmals" beschlossen. Diese Identifikationsnummer soll bundesweit
einheitlich sein und jedem Einwohner in Deutschland dauerhaft zugeordnet werden. Sie soll der eindeutigen
Identifizierung des Steuerpflichtigen im Besteuerungsverfahren dienen und ihn ein Leben lang begleiten.
Die Zuordnung der Identifikationsnummer erfolgt über das Bundeszentralamt für Steuern. Die Mitteilungen
an die Steuerpflichtigen werden voraussichtlich ab dem 02.01.2008 versandt werden.
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Zweitwohnungsteuer für Zweitwohnung bei der Trennung von
Ehegatten
(28.06.2007)
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat mit Beschluss vom 05.06.2007 (Aktenzeichen
14 A 2608/05) entschieden, dass auch eine Zweitwohnung, die der Trennung vor der Scheidung
dient, der Zweitwohnungsteuer unterliegt. Dass der Kläger im vorliegenden Fall nur die Zweitwohnung und
nicht die Hauptwohnung tatsächlich nutzte, war unerheblich. Der Zweitwohnungsteuer hätte der Kläger nur
dadurch entgehen können, dass er seine angemeldete Nebenwohnung auch melderechtlich zu seiner
Hauptwohnung gemacht hätte.
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Geldwerter Vorteil bei Arbeitgeberdarlehen (28.06.2007)
Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 04.05.2007 (Aktenzeichen VI R 28/05) erlangt
der Arbeitnehmer keinen lohnsteuerlich zu erfassenden Vorteil, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer
ein Darlehen zu einem marktüblichen Zinssatz gewährt. Bislang hatte die Finanzverwaltung einen
steuerpflichtigen geldwerten Vorteil angenommen, soweit der vereinbarte Effektivzinssatz den Zinssatz von
5 % unterschritten hatte. Nunmehr ist keine feste Grenze mehr, sondern der marktübliche
Zinssatz zugrunde zu legen.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Marktzinssatz und dem vereinbarten Zinssatz ist künftig grundsätzlich
steuer- und sozialversicherungspflichtig (ggf. 44-Euro-Grenze beachten).
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Europäische Union: Anmeldepflicht für Barmittel in Höhe von
10.000 Euro oder mehr bei
Einreise oder Ausreise
(17.06.2007)
Ab 15.06.2007 müssen Reisende mitgeführte Barmittel von 10.000 Euro oder mehr bei der
Einreise in die Europäische Union oder Ausreise aus der Europäischen Union anmelden. Diese Anmeldepflicht
muss vom Reisenden eigenständig und ohne Aufforderung erfüllt werden.
Anzugeben sind der mitgeführte Betrag sowie die Art der Barmittel (Bargeld, Schecks etc.), die
Personalien des Anmeldepflichtigen, die Personalien des Eigentümers, die Personalien des Empfängers, der
Verwendungszweck und die Herkunft der Barmittel.
Ein Verstoß gegen die Anmeldepflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit nach
§ 31b Zollverwaltungsgesetz dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 1 Mio. Euro
geahndet werden kann.
Im grenzüberschreitenden Bargeldverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und anderen EU-Staaten
bleibt es bei der bisherigen Regelung, dass mitgeführtes Bargeld nur nach Aufforderung durch die
zuständigen Beamten und nur mündlich angezeigt werden muss. Der Wert, ab dem die Anzeigepflicht greift,
wird jedoch auf 10.000 Euro herabgesetzt.
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Bundesweite Service-Rufnummer der Bundesagentur für
Arbeit (11.06.2007)
Unter der Service-Nummer 01801-664466 erreichen Arbeitgeber von Montag bis Freitag in der
Zeit von 8.00 bis 18.00 Uhr den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Dieses Angebot richtet sich
insbesondere an die Arbeitgeber, die bisher noch keinen persönlichen Ansprechpartner mit eigener
Durchwahl haben, so die Bundesagentur. Sie verspricht einen persönlichen Ansprechpartner, der
ausschließlich Arbeitgeber berät. So könnten alle Fragen rund um die Besetzung offener Arbeits- und
Ausbildungsstellen oder zu Fördermöglichkeiten bei der Einstellung von Arbeitslosen beantwortet
werden.
Der Anruf bei der Agentur für Arbeit unter der oben angegebenen Rufnummer kostet 3,9 ct.
pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom.
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Gutachtenkosten im Zusammenhang mit der Anschaffung von
GmbH-Anteilen
(11.06.2007)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat seine Rechtsprechung zur Abgrenzung von Werbungskosten und
Anschaffungsnebenkosten im Zusammenhang mit dem Erwerb von GmbH-Geschäftsanteilen durch ein Urteil vom
27.03.2007 (Aktenzeichen VIII R 62/05) fortentwickelt. Hier wurde entschieden, dass
Gutachtenkosten, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von GmbH-Geschäftsanteilen anfallen, keine
sofort abziehbaren Werbungskosten, sondern Anschaffungsnebenkosten sind, sofern sie nach einer
grundsätzlich gefassten Erwerbsentscheidung entstehen und die Erstellung des Gutachtens nicht lediglich
eine Maßnahme zur Vorbereitung einer noch unbestimmten, erst später zu treffenden Erwerbsentscheidung
darstellt.
Im Streitfall hatte sich der nichtselbständig tätige Kläger bereits konkret zum Erwerb der
GmbH-Geschäftsanteile entschlossen und in diesem Zusammenhang ein Gutachten bei einer
Unternehmensberatung in Auftrag gegeben (sog. "Due Diligence"), um eine objektive Grundlage für die
Verhandlungen über den Kaufpreis der Anteile zu schaffen. Dieses Gutachten wurde auch von der zur
Finanzierung des Anteilserwerbs beauftragten Bank verlangt. Der Auffassung des Klägers, dass es sich bei
den Gutachtenkosten um Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen handele, folgte der
BFH nicht, sondern beurteilte die Aufwendungen als Anschaffungsnebenkosten des Erwerbs der
GmbH-Geschäftsanteile.
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Keine Existenzgründereigenschaft in Bezug auf die
Ansparrücklage bei Praxisvertretung
vor Niederlassung in
eigener Praxis (11.06.2007)
Die Erzielung von Gewinneinkünften aus Praxisvertretung im Vorgründungszeitraum schließt die
Existenzgründereigenschaft eines selbständigen Augenarztes nach seiner Niederlassung in einer eigenen
Praxis aus. Die Praxisvertretung ist nicht als Vorbereitungshandlung in Bezug auf die eigene
Praxiseröffnung anzusehen (Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2007, Aktenzeichen
15 K 3388/05).
↑ nach oben
Neuregelung der Künstlersozialversicherung (03.06.2007)
Am 11.05.2007 hat auch der Bundesrat der Dritten Novelle zur Künstlersozialversicherung zugestimmt.
Diese Novelle soll die Überprüfung der Abgabepflicht verbessern, indem diese Aufgabe künftig auf die
Deutsche Rentenversicherung übertragen wird.
Die Mitarbeiter des Prüfdienstes prüfen künftig zusätzlich zu der im vierjährigen Turnus durchgeführten
Überprüfung der Sozialabgabepflichten, ob ein Arbeitgeber auch nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz
abgabepflichtig ist und stellt die Höhe der Abgabe fest.
Eingeführt werden soll auch eine systematische Überprüfung der Angaben der Versicherten. Wegen meist
schwankender Honorarhöhe sollen die Versicherten auch künftig ihr voraussichtliches Arbeitseinkommen für
das folgende Kalenderjahr selbst einschätzen.
Ab 2008 führt die Künstlersozialkasse zusätzlich Stichproben bei mindestens fünf Prozent der Versicherten
durch. Diese erhalten einen Fragebogen, in dem verbindliche Angaben über das tatsächliche
Arbeitseinkommen der letzten vier Jahre verlangt werden. Gleichzeitig sind Nachweise des Einkommens in
Form von Einkommensteuerbescheiden bzw. Gewinnermittlungen vorzulegen.
↑ nach oben
Neues GmbH-Recht beschlossen (24.05.2007)
Das Bundeskabinett hat den Regierungsentwurf des Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur
Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) beschlossen. Das Gesetz wird vermutlich im ersten Halbjahr des Jahres
2008 in Kraft treten. Durch die Reform sollen Unternehmensgründungen erheblich vereinfacht und
beschleunigt werden. Das Mindeststammkapital soll von bisher 25.000 Euro auf
10.000 Euro herabgesetzt werden. Darüber hinaus ist eine Einstiegsvariante der GmbH,
die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft vorgesehen, die ohne ein bestimmtes Mindeststammkapital
gegründet werden kann. Künftig erwirtschaftete Gewinne sollen als Ausgleich nicht voll ausgeschüttet
werden dürfen, sondern dazu dienen, das Mindeststammkapital der normalen GmbH nach und nach anzusparen.
Jeder Geschäftsanteil soll künftig nur noch auf einen Betrag von mindestens einem Euro lauten. Für
Standardgründungen (Bargründungen mit bis zu drei Gesellschaftern) wird ein Mustergesellschaftsvertrag
eingeführt. Wird dieser verwendet, ist eine notarielle Beurkundung des Vertrages nicht mehr erforderlich
- vielmehr reicht eine öffentliche Beglaubigung der Unterschriften aus.
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Abziehbarkeit der privaten Steuerberatungskosten -
Deutscher Steuerberaterverband wird
Musterprozesse führen
(24.05.2007)
Durch das Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm hat der Gesetzgeber den damaligen
§ 10 Abs. 1 Nr. 6 Einkommensteuergesetz (EStG) gestrichen. Zur Begründung wurde das
Interesse an einer Rechtsvereinfachung, der Abbau von Ausnahmetatbeständen und die Verbreiterung der
Bemessungsgrundlage aufgeführt. Der Deutsche Steuerberaterverband ist der Ansicht, dass die Streichung
des Sonderausgabenabzugs ab dem Veranlagungszeitraum 2006 nicht nur gesellschaftspolitisch fragwürdig,
sondern auch rechtlich zweifelhaft ist. Die Kompliziertheit des Steuerrechts führt dazu, dass
Steuerberatungskosten als zwangsläufiger Aufwand anzusehen sind, der die Leistungsfähigkeit der
Steuerpflichtigen mindert.
Daher wird der Deutsche Steuerberaterverband die Streichung des § 10 Abs. 1 Nr. 6 EStG in
mehreren Musterprozessen einer gerichtlichen Überprüfung zuführen. Sobald die erste Klage vor einem
Finanzgericht anhängig ist, wird das Aktenzeichen vom Deutschen Steuerberaterverband unverzüglich
veröffentlicht.
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Pendlerpauschale - keine Aussetzung der Vollziehung
(19.05.2007)
Anträge auf Aussetzung der Vollziehung in Rechtsbehelfsverfahren gegen die Ablehnung der Eintragung
eines Freibetrages auf der Lohnsteuerkarte bzw. gegen die Festsetzung von Vorauszahlungen zur
Einkommensteuer oder gegen künftig ergehende Einkommensteuerbescheide für Veranlagungszeiträume ab 2007
sind gemäß einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 04.05.2007 (Aktenzeichen
IV A 7 - S 0623/07/002) abzulehnen, sofern begehrt wird, Wege zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte über die Regelungen des § 9 Abs. 2 und § 4 Abs. 5a Satz 4
Einkommensteuergesetz (EStG) hinaus steuermindernd zu berücksichtigen.
Nach Ansicht des BMF bestehen keine ernstlichen Zweifel im Sinne des § 362 Abs. 2 Satz 2
Abgabenordnung bzw. im Sinne des § 69 Abs. 2 Satz 2 Finanzgerichtsordnung, da
§ 9 Abs. 2 EStG nicht gegen das Grundgesetz verstoße.
↑ nach oben
Leichtfertige Steuerverkürzung mit Durchschreiten des
grünen Ausgangs
(19.05.2007)
Ein Reisender, der aus einem Drittland mit Waren nach Deutschland einreist, von denen er weiß oder es
für möglich halten müsste, dass diese anzumelden und für sie Einfuhrabgaben zu entrichten sind, ist
verpflichtet, sich über die Bedeutung des roten und des grünen Ausgangs auf Flughäfen zu informieren.
Unterlässt er dies und benutzt den grünen Ausgang in der Annahme, die erforderlichen zollrechtlichen
Erklärungen bei oder nach Durchschreiten des Ausgangs abgeben zu können, begeht er zumindest eine
leichtfertige Steuerverkürzung (Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 16.03.2007, Aktenzeichen
VII B 21/06).
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Grundsteuer für selbstgenutzte Einfamilienhäuser verfas-
sungsgemäß
(10.05.2007)
Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat mit Beschluss vom 25.04.2007
(Aktenzeichen 14 A 661/06) die Erhebung der Grundsteuer für selbstgenutzte Einfamilienhäuser
für verfassungsrechtlich unbedenklich erklärt.
Der Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes ist unanfechtbar, allerdings haben die Kläger bereits
angekündigt, dass sie Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht erheben wollen.
↑ nach oben
Keine Umsatzsteuerrechnung bei Schadensersatz- bzw. Aus-
gleichszahlungen aus einem
Leasingvertrag (10.05.2007)
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes vom 14.03.2007 (Aktenzeichen VIII ZR 68/06)
wird daran festgehalten, dass Schadensersatzleistungen, die der Leasingnehmer nach einer von ihm
schuldhaft veranlassten außerordentlichen Kündigung des Leasingvertrages zu erbringen hat, ohne
Umsatzsteuer zu berechnen sind, weil ihnen keine steuerbare Leistung (§ 1 Abs. 1 Nr. 1
Umsatzsteuergesetz) gegenübersteht und der Leasinggeber deshalb hierauf keine Umsatzsteuer zu entrichten
hat.
↑ nach oben
Grundsteuererlass bei strukturellem Leerstand (07.05.2007)
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat mit Beschluss vom 24.04.2007 (Aktenzeichen
GmS-OGB 1.07) die Meinung vertreten, dass ein Grundsteuererlass nach § 33 Abs. 1
Grundsteuergesetz auch bei nicht nur vorübergehender strukturell bedingter Ertragsminderung in Betracht
kommt.
Noch im Jahr 2001 hatte das BVerwG entschieden, dass ein Grundsteuererlass wegen einer Ertragsminderung
für Mietobjekte nicht in Betracht kommt, wenn diese auf die allgemeine Wirtschaftslage (struktureller
Leerstand) zurückzuführen ist. Hiervon seien alle Grundstückseigentümer betroffen. Der in der
Unvermietbarkeit zum Ausdruck kommende geringere Wert des Mietobjekts könne nur bei einer entsprechenden
Neufestsetzung des Einheitswerts berücksichtigt werden. Ein Grundsteuererlass sei deshalb nur in Fällen
atypischer und vorübergehender Ertragsminderung zu gewähren.
Der Bundesfinanzhof will von dieser Rechtsprechung in einem von ihm zu entscheidenden Fall abweichen.
In dem hierfür vorgesehenen Verfahren vor dem Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes hat
das BVerwG mitgeteilt, dass es nunmehr an seiner bisherigen Rechtsprechung nicht mehr festhalte.
↑ nach oben
Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung für Kinderlose ist
rechtmäßig
(07.05.2007)
Das Hessische Landessozialgericht hat mit Beschluss vom 17.04.2007 (Aktenzeichen
L 8 P 19/06) entschieden, dass die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Entlastung von
pflegeversicherten Eltern gegenüber kinderlosen Versicherten durch einen Beitragszuschlag für Kinderlose
rechtmäßig ist.
↑ nach oben
Werbungskostenabzug aus Teilnahme an "Anti-Mobbing"-
Selbsthilfegruppen
(30.04.2007)
Beiträge und Fahrtkosten für die Teilnahme an Treffen einer "Anti-Mobbing"-Selbsthilfegruppe sind als
Werbungskosten abzugsfähig, wenn der Steuerpflichtige glaubhaft macht, dass er sich in einer schwierigen
Arbeitssituation befand und sich durch Maßnahmen seines Dienstherrn grundlos schikaniert fühlte.
Wenn die Gespräche in der Gruppe der Bewältigung der beruflichen Problemsituation dienen, spricht dies
dafür, dass das Motiv zur Teilnahme an den Gesprächen darin bestand, das Dienstverhältnis trotz der
Belastung durch "Mobbing" fortzuführen. Somit können die Aufwendungen als Werbungskosten abzugsfähig sein
(Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen vom 08.06.2006).
↑ nach oben
Doppelte Haushaltsführung bei nicht ehelicher Lebensgemein-
schaft
(27.04.2007)
Mehraufwendungen für einen aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushalt können Werbungskosten
sein.
Eine aus beruflichem Anlass begründete doppelte Haushaltsführung wird in Fällen der Eheschließung
ausnahmsweise auch angenommen, wenn beide Ehegatten zum Zeitpunkt der Eheschließung an verschiedenen
Orten berufstätig sind, jeweils dort wohnen, und anlässlich ihrer Heirat eine der beiden Wohnungen oder
eine neue Wohnung an einem dritten Ort zum Familienhausstand machen.
Diese geltende Rechtsprechung ist nicht in jedem Fall auf nicht eheliche Lebensgemeinschaften
übertragbar. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat allerdings durch Urteil vom 15.03.2007 (Aktenzeichen
VI R 31/05) entschieden, dass die Gründung eines doppelten Haushalts unter Partnern einer
nicht ehelichen Lebensgemeinschaft dann beruflich veranlasst ist, wenn die Partner vor der Geburt eines
gemeinsamen Kindes an verschiedenen Orten berufstätig sind, dort wohnen und im zeitlichen
Zusammenhang mit der Geburt des Kindes eine der beiden Wohnungen zur Familienwohnung machen.
Der vorliegende Streitfall wurde jedoch durch den BFH abschlägig beschieden, da der Kläger seinen
Wohnsitz erst zwei Jahre nach der Geburt des gemeinsamen Kindes in die Wohnung seiner Partnerin verlegt
hatte.
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Veranlagung von Arbeitnehmern bei Eingang der Steuerer-
klärungen nach Ablauf der
Zweijahresfrist (25.04.2007)
Nach einer Kurzinformation der Oberfinanzdirektion Münster vom 23.03.2007 ist die Entscheidung über
den erstmaligen Antrag auf Einkommensteuerveranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8
Einkommensteuergesetz, welcher durch Abgabe einer Steuererklärung innerhalb der vierjährigen
Festsetzungsfrist, aber erst nach Ablauf der Zweijahresfrist gestellt wird, bis zur Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts zurückzustellen.
Entsprechende Einsprüche, die unter Hinweis auf die Vorlagebeschlüsse (Aktenzeichen
VI R 49/04 und VI R 46/05) gegen bisher ergangene Ablehnungsbescheide erhoben
werden, ruhen nach § 363 Abs. 2 Satz 2 Abgabenordnung (AO).
Wurde durch das Finanzamt der Antrag auf Einkommensteuerveranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8
AO mit Hinweis auf den Ablauf der Zweijahresfrist bereits bestandskräftig abgelehnt und wird nun unter
Hinweis auf die o. g. Vorlagebeschlüsse die Durchführung einer Einkommensteuerveranlagung erneut
beantragt, liegen die Voraussetzungen zur Durchbrechung der materiellen Bestandskraft des ablehnenden
Verwaltungsaktes nicht vor.
Ob betroffenen Steuerpflichtigen ein erneutes Antragsrecht einzuräumen ist, wird nach einer positiven
Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erörtert.
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Unbegrenzte steuerliche Abzugsfähigkeit von Studienkosten?
Vor dem Finanzgericht Niedersachsen ist derzeit ein vom Bund der Steuerzahler unterstützter
Musterprozess bezüglich der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kosten eines Erststudiums anhängig.
Das Finanzgericht hatte die Anerkennung der Kosten eines Erststudiums als vorweggenommene
Werbungskosten abgewiesen. Der Kläger vertritt die Auffassung, dass Berufsausbildungskosten zwingend zu
den unbegrenzt abzugsfähigen Betriebsausgaben oder Werbungskosten gehören, wenn sie mit einer zukünftig
zu erwartenden Tätigkeit in Zusammenhang stehen.
Derzeit ist der Abzug nur im Rahmen der Sonderausgaben und auf 4.000 Euro pro Jahr
beschränkt möglich.
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Zurückweisung von Aufhebungs- und Änderungsanträgen zur
Grundsteuer
Am 30.03.2007 anhängige, außerhalb eines Einspruchs- oder Klageverfahrens gestellte und zulässige
Anträge auf Aufhebung oder Änderung der Festsetzung eines Grundsteuermessbetrages oder der Feststellung
eines Einheitswerts für inländischen Grundbesitz werden, soweit sich diese auf eine Verfassungswidrigkeit
der Grundsteuer gestützt haben, durch Allgemeinverfügung gemäß § 172 Abs. 3 Abgabenordnung
zurückgewiesen. Für die Länder Berlin, Bremen und Hamburg gilt diese Regelung auch für Anträge auf
Aufhebung oder Änderung einer Grundsteuerfestsetzung.
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Keine vorläufigen Steuerfestsetzungen mehr hinsichtlich des
Behinderten-Pauschbetrags
Das Bundesverfassungsgericht hatte die Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Bundesfinanzhofes
vom 20.03.2003 zur Frage der Verfassungsmäßigkeit der Höhe des Behinderten-Pauschbetrags nicht zur
Entscheidung angenommen. Daher kommt auch ein Ruhenlassen außergerichtlicher Rechtsbehelfe wegen
eventueller Verfassungswidrigkeit der Höhe des Behinderten-Pauschbetrags nicht mehr in Betracht.
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Einschränkung der Pendlerpauschale verfassungswidrig?
Derzeit sind mehrere Verfahren anhängig, bei denen die Verfassungsmäßigkeit der Pendlerpauschale auf
Grund der steuerlichen Nichtberücksichtigung der ersten 20 Entfernungskilometer in Frage gestellt wird.
Das Niedersächsische Finanzgericht hält die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Kürzung der
Pendlerpauschale für verfassungswidrig (Beschluss vom 27.02.2007, Aktenzeichen 8 K 549/06).
Die Frage wurde vom Finanzgericht nun dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zur Prüfung vorgelegt.
Das Finanzgericht Saarland hat dem BVerfG ebenfalls die Frage vorgelegt, ob die Kürzung der
Entfernungspauschale gemäß Steueränderungsgesetz 2007 verfassungsmäßig ist (Beschluss vom 22.02.2007,
Aktenzeichen 2 K 2442/06).
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Abgeltungssteuer ab 2009
Die Besteuerung des Kapitalvermögens soll ab 01.01.2009 vereinfacht und völlig neuen Regelungen
unterworfen werden. Werden Gewinne von Kapitalgesellschaften ausgeschüttet, so wird nach derzeitig
geltendem Recht die Gewinnausschüttung beim Anteilseigner zur Hälfte von der Besteuerung freigestellt
(sog. Halbeinkünfteverfahren). Die steuerpflichtige Hälfte unterliegt beim Gesellschafter seiner
individuellen Einkommensteuer.
Zukünftig sollen Dividenden und andere Kapitaleinkünfte im Privatbereich mit einer Abgeltungssteuer
i.H.v. 25 % belegt werden. Das Halbeinkünfteverfahren wird für Einkünfte im Privatvermögen
abgeschafft und im betrieblichen Bereich zu einem Teileinkünfteverfahren (Steuerpflicht mit
60 % statt wie bisher mit 50 %) verändert.
Weiterhin soll eine Zusammenführung der Einkünfte aus Kapitalvermögen und der Einkünfte aus privaten
Veräußerungsgeschäften erfolgen, soweit es sich hierbei um Wertpapiere oder wertpapierähnliche Anlagen
handelt.
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Reform des Gemeinnützigkeits- und Spendenrechts
Gemäß dem Entwurf eines Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements sollen
folgende Maßnahmen zur Vereinfachung und Vereinheitlichung des Spenden- und Gemeinnützigkeitsrechts sowie
zum Bürokratieabbau getroffen werden:
- Anhebung der Höchstbeträge für den Spendenabzug von derzeit 5 % bzw. 10 %
des Gesamtbetrags der Einkünfte auf 20 %
- Anhebung des Übungsleiterfreibetrags von 1.848 Euro auf 2.100 Euro sowie
Einführung eines Steuerabzugs von 300 Euro jährlich für bestimmte freiwillige,
unentgeltliche ehrenamtliche Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich
- Anhebung des Höchstbetrags für die Ausstattung von Stiftungen von 307.000 Euro auf
750.000 Euro
- Anhebung der Besteuerungsgrenze für wirtschaftliche Betätigungen gemeinnütziger Körperschaften
und der Zweckbetriebsgrenze bei sportlichen Veranstaltungen von 30.678 Euro auf
35.000 Euro
- Absenkung der Haftungssätze bei unrichtigen Spendenbescheinigungen von 40 % auf
30 %
Die geplanten Neuregelungen sollen im Wesentlichen bereits für 2007 in Kraft treten.
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Erbschaftsteuergesetz verfassungswidrig
Am 31.01.2007 wurde der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 07.11.2006 (Aktenzeichen
1 BvL 10/02) bezüglich der Verfassungsmäßigkeit des derzeitigen Erbschaftsteuergesetzes
(ErbStG) verkündet. Der Bundesfinanzhof hatte dem BVerfG die Frage vorgelegt, ob die Anwendung des
einheitlichen Steuertarifs des ErbStG auf alle Erwerbsvorgänge wegen gleichheitswidriger Regelungen bei
der Ermittlung der Steuerbemessungsgrundlage bei den unterschiedlichen Vermögensarten verfassungswidrig
ist.
Hintergrund hierzu ist die unterschiedliche Wertermittlung der einzelnen Vermögensgegenstände (beim
Grundvermögen und beim Betriebsvermögen wird ein deutlich unter dem Verkehrswert liegender Wert zur
Besteuerung herangezogen, während das Kapitalvermögen mit dem Verkehrswert angesetzt wird).
Das BVerfG hat das ErbStG in seiner jetzigen Form als mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt.
Der Gesetzgeber ist verpflichtet, spätestens bis zum 31.12.2008 eine Neuregelung zu treffen. Bis zu
der Neuregelung ist das bisherige Recht aber weiter anwendbar.
Sollten Sie Übertragungen von Vermögen planen, lassen Sie sich unbedingt hinsichtlich der Auswirkungen
der gesetzlichen Neuregelung beraten.
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